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Der Orient · 1840-11-28 · 48 (28.11.1840) · p. 749

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
48 (28.11.1840)
Article
Beurtheilung einer Kritik meines Kohelet von Prof. Knobel
Date
1840-11-28
Page
749 (sequence 4)
Language
German
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?51 Dr. Herzfeld's Bemerkungen gegen Prof. Knobel Hr. K. ungenau, warum? meine Uebersetzung ist ja genauer als seine eigene! — Wie 12, 3 die Beine zu der Benennung: mächtige Herren kommen, mußte er Kohelet fragen, nicht mich, daß die Beine gemeint sind, zeigen die Hände, Zähne und Augen, von welchen in diesem Verse die Rede ist. — Der letzte Vorwurf, ich hätte eine Menge kleiner Flickwörter z. B. aber, doch, zwar u. a. in meine Uebersetzung ausgenommen, ist gewiß ungerecht $ gleich das erste Mal (1, 9) merkte ich an, ich wolle dergl. Einschiebsel als solche durch gesperrte Lettern kenntlich machen, was auch durchweg geschehen ist. Zum Schluffe will ich bereitwillig gestehen, worin Hr. K. gegen mich Recht hat: 1, 15 hatte ich übersetzt: Krummes kann nicht gerade werden, wo aber: Verkehrtes kann nicht recht werden. Ich halte jetzt letzteres für richtiger, aber nicht wegen der LXX, welche in Betreff einer so feinen Nüance nichts beweisen, sondern weil ich aus'der Verwandschaft von r\)V mit roy abnehme, daß ersteres bedeute: verflochten sein. Dann 1, 9 hatte ich übersetzt: und nichts Neues, Hr. K. will dafür haben: und gar nichts Neues. Er hat Recht, es steht -fe Ich versichere tl;m treulich, daß ichmit bestem WUlen keine seiner Ausstellungen weiter als diese beiden haltbar gefunden habe. Damit er oder das Publikum mir diese Versicherung glaube, will ich aus den Mittheilungen, welche mir von andern Forschern über Kohelet gemacht wurden, dasjenige hinzufügen, was ich meinen in dem Commentar niedergelegten Ansichten vorziehe, der Wahrheit die Ehre! Mein Lehrer und Freund, der hiesige Landesrabbiner Egers, übersetzt 2, 14 W}J Q2NN, Der Kluge hat seine Augen auf den Anfang gerichtet. Herr Zacharias in Hannover nimmt 4, 5 als das 4, 4 entgegenstehende zweite Extrem, und übersetzt: Dagegen der Lhor faltet die Hände und zehrt sich auf.(aus Mangel an Einkunft). Pleßner nimmt yt)n 5, 3 für festen Willen. Dr. Hirschfeld in Berlin übersetzt 5, 7: so wundere dich darüber nicht, denn die Großen beaufsichtigen einander; ferner 5, 9: und wer es (das Geld) in Menge d, h° wer Geldesmenge liebt u. s. w. Dr. & Herzfeld. Bemerkungen über die in letztverflofsenen Jahren erschienenen deutschen Bibelübersetzungen. 1, Die Bibelübersetzung von Dr. G. Salomon. (Fortsetzung.) In diesem Zustande ist wohl die Stelle eines obersten Landesverpflegees, wie sich auch Joseph thalsachlich be- Verlag von E. L. Fritzsche. ’♦ Die Bibelübersetzung unter Dr. G. Salomon. 752 weiset, die wichtigste im Lande. Was er in dieser Stellung gewirkt, zeiget deutlich die Geschichte (Kap. 47, 13 bis 25). QNpQ nyoto m (Gen. 11, 2.) Und es geschah als sie wegzogen von der Morgenseite (Salomon). Da wir das Menschengeschlecht am Ararat in Armenien verlassen haben, so ist mir unerklärlich wie dasselbe durch einen Zug von Osten nach Westen nach Babylon gelangen konnte. Diese Schwierigkeit und noch mehre andere verschwindet durch die sich vielfach wiederholende grammatische Bemerkung, daß (wenigstens im Pentateuch und Josua) das o Präpositionis an den Weltgegenden keine Bewegung vom Orte, sondern dm dativus localis ausdrückt. So nur kommt die Stelle nv'ipy rhynb ruto fein oA-sm (Num. 34, 4.) mit ihrer Parallele: D^mpV nfeb MD btt Nsn (Jos. 15, 3.) in Einklang. So sind auch Abrahams Züge bei seiner Rückreise aus Egypten zu verstehen, nyi MD btt (Gen. 13, 3.): er verfolgte seine Züge längs der Südgegend, und (in der Strecke) bis Bet- El. Eben so, dünkt mich, sei die vorhabende Stelle zu verstehen: Als sie in der Ostgegend auszogm, da fanden sie eine Ebene. Denn die ganze Länderreihe vom Ararat bis zur Mündung des Euftat und Tigris mußte natürlich in Beziehung zu Palästina als Ostgegend, CnpD, verstanden sein. (ibid. v. 1.) einzelne Worte- Salomon behauptet in seiner Resolution, daß es bei Schott Mangel an Tiefe sei, diese Uebersetzung nicht angemessen zu finden. Wenn wir nach dem Rath des lebensweisen Confucius um der Gestaltung willen auch auf die erfaßlichere Breite schauen, so führt uns das parallele NNtt und die Aufhebung dieses Zustandes durch DnSlS^ nfel eher aus das Einerlei als auf das Einzelne. Ueberdies kehre ich wieder zu meiner obigen Behauptung über die Wahl der Uebersetzung vieldeutiger Wörter zurück. Die genauere Uebersicht des ganzen muß die Gründe bestimmt und nach den Regeln einer gesunden Jnduction anzugeben vermögen. Wenn wir unter den adjectiven Ausdrücken, einig, einzig, einzeln, einerlei, die für gesetzt werden können, die Wahl treffen sollen, so werden wir H* %b durch einigen Herzens, *>Ntt w durch einziges Volk, ONNtt durch einzelne Tage übersetzen, weil die Tage bei ihrer Anhäufung schon zu Wochen, Monaten und Jahren zusammenssießen, und somit in einzelnen Tagen ihre Wenigkeit ausgedrückt ist. Einzelne Worte aber in dem beabsichtigten Sinn des Uebersetzers, als Bezeichnung des Mangels an zusammenhängenden Sätzen, ist schon an sich nach der bekannten Unterscheidung zwischen dem Plural Wörter und Worte eine Art Widerspruch in sich selbst. (Fortsetzung folgt.) Druck von I. H. Nagel.

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