Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 48 (28.11.1840)
- Article
- Ueber einige unbekannte jüdische Sekten
- Date
- 1840-11-28
- Page
- 738 (sequence 2)
- Language
- German
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139 740 Ueber einige unbekannte jüdische Sekten nach Abulfeda und Maknzi. dem sie zugleich ziemlich umständlich die theoretischen und praktischen Eigenthümlichkeiten derselben auseinan- Lersetzen. Anan, der gegen 140 der Hig ra unter dem Chalifat Abu - Gafar Mansur's aus den Ostgegcnden nach Baghdad kam, und eine Aeitlang Exiloberhaupt N'n) war, dann aber aus der den Nativnalkörper bildenden Partei der Rabbaniten ausschied, wurde der Reformator der karaischen Sekte, über deren Existenz bis dahin uns alle geschichtliche Details mangeln. Er gab dem jüdischen Kalender eine andere Gestalt, indem er den Monatsanfang, einem von der Mehrzahl der muhammedanischen Secten recipirten Gebrauche folgend, nach der Erscheinung des Neumondes, gleichviel auf welchen Tag, und das Schaltjahr (mit seinem Schaltmonat tOSB') nach dem Stand der Gerste in Irak und Syrien bestimmte. Er soll über die Person Christi achtungsvoll' gesprochen, und (was vielleicht mit seiner Begünstigung von Seiten des Chalisen zusammenhangt) das^ Prophetenthum Muhammeds, aber als ein specielles für seine Nation, anerkannt haben (Makcizi a. a. O. S. 301.). Daß die Ansichten Anans, vorzüglich seine gesetzlichen Bestimmungen (die er, nach Makrizi, aus einer uralten von der rabbanilischen verschiedenen Mischna begründete), unter den Karäcrn nicht ungetheilte Aufnahme fanden, bestätigen auch karaische Schriftsteller; seine Bestimmung über die Np^v erfuhr offenbaren Widerspruch (Mordechai S. 25. Ahron b. Elia, HiO W ’JH c. 12) und auch die von ihm ausgehende (Simcha b. Mose in: Auswahl historischer Stücke S. 186 ff.) Ausdehnung der Eheverbote auf die entferntesten Verwandschaftsgrade, die von den sog. (D^mo) mit der spitzfindigsten Mikrologie nach 8ev. 18, 6. begründet wurde, hielt sich in ihrer eisernen Strenge nur bis in das Zeitalter Josef ha-Roeh's. Die Anamten haben, arabischen Schriftstellern zufolge, folgendes Eigenthümliche: 1) Sie essen nur Geflügel, Gazellen und Fische, und erkennen den hintern Theil des Kopfes für den nsowri DlpD (^<ju>), s. Shahristam bei Sacy a. a. O. S. 361. 2) Sie erkennen den Prophetenberuf Christi an, aber nicht seine ewige Zeugung vom Vater, hierin den alterthümlichen Setten der Nazaräer und Ebionrten ähnlich. Dies berichtet Abulfeda (Historia Anteisl. p. 160 ed. Fleischer), der übrigens (mit wenig historischer Treue) die Rabbaniten mit den Muataziliten, die Karaer mit den MugÄbmten und Muschebbihiten in Parallele stellt. Denn jedenfalls sind Masudi und Makrizi glaubwürdiger, nach denen sie 3) mit Verwerfung jeder Verähnlichung Gottes mit creatürlichen Dingen (teshbih) das Bekenntniß der Einheit und Gerechtigkeit 3) l'dQN hat corrumpirt für 'Dx.Dtt Mordechai ed. Wolf. p. 114. vergl. Lrigland, p. 248. Gottes, im Sinn der zwei dogmatischen Grundprincipien der Mnatazile (JjutJfj <\^ydl), festhalten. Nichtsdestoweniger müssen ww eingejtchen, daß die alten Karaer über das Wesen und die Offenbarung Gottes Ansichten hegten, welche noch der nachherigen extremischen Spirituallstrung ermangeln und den Ansichten der Muschebbihe nahe kommen. Die Anthopomorphismen und Anthropopathien wurden aber auf das entschiedenste zurückgewiesen, sobald die Theoreme der Muatazile bei den Karäem Eingang fanden, und vielleicht berechtigt uns der angeführte Charakterzug in der Schilderung der Ananiten zu der Annahme, daß bereits Anan den Grund zu einer karäischen, dm Muatazile nachgebildeten Religionsphilosophie (Kelam) legte. II. Die Miladije (Lro^^s), gleichsam (von Neumond), ein Beiname der Karäer wegen ihrer Datimng des Monatsanfaugs von dem Moment der Verbindung der Sonne und des Mondes (Chrestomathie Arabe S. 287. 300. 312). IH. Die Okbarije nach Makrizi die Schüler Abu-Musa Baghdudi Okbari's und JsmaN Okbari's, von den andern Juden in einigen Punkten -des Sabbatgesetzes und in der Jnterpretationsweise des Gesetzes divergirend. OEbara, der Geburtsort der beiden Sektenhäupter, ist, wie De Sacy (a. a. O. S. 358 f.) nachgewiesm, ein am Tigris zehn Parasangen von Baghdad gelegener Flecken in Jrak-Arabi. Beide Sekten erwähnt in einem Excerpte aus Kaleb Afendopolo auch Mordechai (S. 24). Er nennt unter den dort angeführten Sekten 'nfrODJ? ro und als eine davon verschiedene WD m. Die Msba ist in beiden Fällen dieselbe, das arabische (gyjX&i von Okbara in Irak, nicht von Achbarus in Palästina, über welches Nappaport (Dorr, zu Kore Ha-Dorot), ohne von Okbara in Irak zu wissen, gehandelt hat. Die Coincidenz der Namen Abu-Musa und Meswi verdient nähere Beachtung. Ueber Meswi Ha-Okbari s. Ahronb.Elia, DltOW eap. 19., wo es heißt: abnn s'üsia NP"! bb aia>“ip ibn p"! airon no« o onoix criD rn nrt "inna «in o^n aW n^n ab inn« C^DJni naayfi und darauf eine scharfe beißende Polemik folgt. I V. Die Fajumije (Lws^as), benannt VON I b n- Sa'id (Abu-Said) Fajjumi, die, nach Makrizi, die Thora in der benannten Weise auslegm. Unmöglich kann man hier an den über dergleichen Tändelwerk erhabenen Saadia Gaon denken. V. Die G'alütije die nach Makrizi die Herabziehung Gottes in das Cceatürliche übertrieben. Entspricht in diesem Namen das arab. G^alüt dem hebr. oder ni^J oder keinem von beiden? VI. Die Jsbahnnije Schüler eines