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Der Orient · 1840-11-28 · 48 (28.11.1840) · p. 737

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
48 (28.11.1840)
Article
Ueber einige unbekannte jüdische Sekten
Date
1840-11-28
Page
737 (sequence 1)
Language
German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVf 48» Leipzig, den 28. November 1840» Ueber einige unbekannte jüdische Sekten: Ananiten, MilLdije, Okbarije, Fajumije rc. bis siebzehn an dev Zahl, nach Dod Mordechai, Abulfeda und Makrizi. — Literarische Übersichten: Hirsch Ehajas Bemerkungen über Targumim und Midraschim. Dr. Kley's Katechismus der mos. Religionslehre — Beurtheilung einer Kritik meines Kohelet des Prof. Knobel von Dr. Herzfeld. — Die Bibelübersetzung von Dr. Salomon. Ueber einige unbekannte jüdische Sekten. Die Geschichte der jüdischen Sekten ist bis jetzt nur bruchstückweise behandelt worden/ und/ wenn wir sreimüthig sein wollen, auch diese Bruchstücke ermangeln bis jetzt der Allseitigkeit und Gründlichkeit, die man mit Recht von monographischen Schilderungen erwartet. Das Werhältniß der Pharisäer zum Talmud ist noch immer nicht völlig aufgeklärt. Die Geschichte der Saducäer, namentlich in der talmudischen Zeit, ist noch nicht gelichtet, und die Frage über ihren Zusammenhang mit den Karaern, den diese so angelegentlich abweisen, eine noch ungelöste. Die Essaec d. u CH afibim1), über deren Namen man die bodenlosesten Conjektucen ausgestellt hat, sind noch immer eine räthselhafte Erscheinung, und die Aufhellung ihrer Beziehung zur jüdischen Geheimlehre gehört unter die Desiderata. Die Schilderungen des Josephus, der Alles durch die Brille der griechischen Philosophie angeschaut hat, sowie die vermeintlichen Allusionen Philos bedürfen noch einer näheren Beleuchtung durch mindestens gleich competente Zeugnisse — jedoch sind die Forschungen über diese drei bei dem Eintritt des Christenthums in die Welt große Parteien bildenden Sekten von einem resultatischen Abschluß nicht mehr ferne. In der geonaischen Zeit treten unvermittelt, wie ex jmachina, die Karaiten auf, bereits in lebhaftem Streit mit dm Rabbaniten begriffen, und, nachdem der Islam sich mit der griechischen Philosophie befreundet hatte, gleichfalls, nach dem Vorbild der Muatazile, mit 1) So umschreiben den Namen auch arabische berücksichtigungswerthe Geschichtsschreiber, wie Ab ul fatal) (Paulus Neues Repertorium I. S. 143) und Makrizi (De Sacy, Chrestomathie Arabe S. 307» 346 ff.) dieser beschäftigt. Ihre alte Literatur, ist, bis auf die Notiz über einige vorhandene Manuscripte, völlig unbekannt. Neben den Kacaiten, zum Theil aus ihrer Mitte ausgegangen, finden wir in Mittelasien mehrere jüdische Sekten, von denen wir außer dem Namen nur einiges Wenige wissen, was uns karäische und muhammedanische Schriftsteller erhalten haben. Die Karäec selbst nennt Makrizi Benu-Mikra und stellt sie unter diesem Namen den Benu-Mishno entgegen. Er nennt sie außerdem ein Name, welcher das Festhalten an der-positiven Offenbarungslehre jedenfalls höchst mangelhaft andeutet, da er weder die Tradition (die selbst xnyftW heißt) ausschließt, noch die Speeulation (deren Medium im Gegensatz zu der Jji& oder Intellekt ist) ausschließen soll. Der Name Jshmaije ist ebenso, wie der obgenannte der Mrshnaiten, so weit uns bekannt, in der jüdischen Literatur unerhört. 2) Wenden wir aber nun unsere Aufmerksamkeit auf einige jüdische Sekten, die, theils als solche theils überhaupt, noch nicht der Gegenstand einer tiefer eingehenden Forschung geworden sind. Wir führen sie in lexikalischer Form auf, als Themen für solche, denen mehr und ergiebigere Quellen offenstehen, als die von uns benutzten: ’OTitt 111, Ab ulfe da und Makrizi in Sacy's 6!nl'68LomaLhi6 Arabe h p. 284— 369 nebst den dort aus andern Geschichtswerken mitgetheilten Excerpten. I) Die Ananiten QcublsO« Unter diesem Namen führen arabische Schriftsteller (Makrizi, Abulftda, Shahristani) eine besondere Partei der Karäer auf, in- 2) Ebenso ein anderer Name f (), mit welchem, wie De Sacy nachgewiesen, die arabischen Schriftsteller die Rabbaniten, die Majorität der Nation, bezeichnen. Auch von einer rabbanitischen Partei der Shimuniten (von ist mir nichts aus jüdischen Quellen bekannt. 48

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