Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-10-17 · Heft 42 (17.10.1840) · p. 322

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1 (1840)
Issue
Heft 42 (17.10.1840)
Article
London: wunderliches und seltsames Memorandum ...
Date
1840-10-17
Page
322 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
97% known words query
IRI
…/2360092-2360093-2360136-2363847--1006-2363872
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

— 322 — den Weg nach Zion. Gesegnet seien Me, welche ihm dienen (2 Theff. 3, 5), die leiblich sich bereiten (Offb. 3, 2); denn er wird schnell kommen. Amen. Bei Betrachtung "der christlichen Kirche und des urplötzlichen Auftretens ihres glorreichen Stifters muß sich der Eifer derer heben, die des Herrn Diener sind (Offb. 3, 2), er muß sich verdoppeln, fleißig zu werden in Werken des Glaubens und der Liebe, die auf sie übergetragen worden sind (Mt. 27, 19), da der Sohn Gottes in Menschengestalt über die Erde wandelte und seinen Dienern das Pfand nützlich anzuwenden befahl (Luk. 19,13). Es geschah dies unter jenem kleinen und verachteten Volke, das der Höchste sich ausersehen (Gen. 12,1), mit dem er einen Bund aufgerichtet (Gen. 17, 7. Exod. 34,7), einen theuern, unverbrüchlichen Bund, erhaben über Vergänglichkeit (Mal. 3,6), der in allen Landen das Zeugniß ihrer Einheit mit ihm sein, aus dem nach ihrer Zerstreuung überall neues Lrüen hervorgehen (Nöm. 11,15), der durch das Christenthnm und durch rechtschaffene Früchte der Buße sich erneuen (Jes. 1, 18. Mt. 3, 8), die Kinder des ewigen Volkes dem Gnadenthrone (1 Petr. 2, 5. Pf. 122, 6) durch das Christenthum (Joel 2,17) wieder zuführen sollte, so daß das zerrissene und geplünderte Volk nach Klagen und Thranen in seinem heiligen Schmucke wieder an dem Orte sich sammeln möchte, wo der Name des Herrn und Höchsten wohnt, am Berge Zion (Ps. 110,3. Js. 18, 7). Vor 300 Jahren hat sich das Zeugniß der Kirchen, welche in den Ländern blühen, über die Sie der allmächtige Gott zu Herrschern eingesetzt hat, gegen jene Abtrünnigkeit erhoben, welche die . Macht unseres Christenthums auf dieser Erde für sich beanspruchte (Offb. 17, 5. u. 18, 5), die in ihrer Verwegenheit es wagte, die Herrschaft über Nationen (Offb. 18, 7) und über Königreiche zu bestreiten, auszurotten, zu entwurzeln, anzubauen, zu -pflegen oder zu zerstören (Dan. 7, 20. Offb. 18, 2» 7). Der Mühlstein , der die große Babel in den Abgrund des Verderbens versenken soll (Offb. 13, 21), wenn ihre Stunde geschlagen hat — und diese ist nahe! — wo sie verurtheilt werden wird, weil sie getrunken hat das Blut der Heiligen und der christlichen Bekenner (Offb. 17,6), soll zugleich auch die Versündigung an dem alten Volke Jehova's rächen (Jes. 51,22. 22), und cs wird ein schreckliches Gericht werden. Die ganze Erde wird darob sich freuen und fröhlich sein, denn es steht geschrieben: Freuet Euch, ihr Nationen mit seinem Volke; denn er rächet das Blut seiner Verehrer, er züchtigt ihre Widersacher und will gnädig sein seinem Lande und seinem Volke (Deut. 32, 43). Freue dich, Israel, Volk, dem der Herr hilft. Wer gleicht dem Schilde deiner Hilft, wer dem Schwerte deiner Macht? Deine Feinde sollen als Lügner befunden, du aber sollst an ihrer Statt erhöhet werden (Deut. 33, 29). In Mitten der Ereignisse, die rund umher auftauchen, und auf welche die Augen aller Nationen gerichtet sind, stehen Ihre Throne fest und unwandelbar und im heißen Gebete fleht die christliche Kirche für Sie zum Himmel (1 Tim. 2, 2). Nur Sie, Herrscher, können die Tage der Verwirklichung beschleunigen, wo unter der heiligen Wacht des Christenthums das jetzt zerstreute Volk der Juden das Königreich wiederbesitzen soll (Dan. 7,27), wenn Sie Ihre Augen richten' wollen auf das mächtige Reich im Osten, das zerfällt, gleich einem Aschenhaufen, dessen Ströme austrocknen (Offb. 16,12) und dadurch dem Erfolge gleichsam einen Weg bahnen. Palästina ist ein Stein des Anstoßes gewesen (Zach. 12, 2) unter den Nachfolgern des falschen Propheten (Offb. 16,13). Viele Ihrer Vorfahren, o Könige, zählt man, die . unter dem Banner des Antichristen fochten, um in ihrem irrtümlichen Eifer die heilige Stadt aus der Gewalt der Sarazenen zu befreien. Aber die Fülle der Heiden hatte die Oberhand (Röm. 11,21), nur an Israel soll die Herrschaft zurückkehren (Mich. 4,8). Julian, der Abtrünnige, suchte die Kinder dieses Volkes wieder in das Erbe ihrer Vater cinzusetzen, vergeblich! ungeachtet ihres heiligen Glaubens; zu einem Beweise, daß ihr Haus wüste bleiben soll, bis sie sagen muffen: Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn! (Mt. 23,,38. 9). Aber ist es nicht verkündigt im Worte des Herrn, daß die Kinder Israels, welche zerstreut, gemarterr, niedergetreten, entgeistlgt, verarmt und zerbrochen worden sind, als Opfer be§. Glaubens dem Herrn aller Heerschaaren in Zion dargebracht werden sollen? Daß sie vor dem Angesichte Gottes ihres Vaters sich dort verantworten sollen (Ezech. 20, 13.), daß der Schleier ihrer Herzen gelöst werden soll (Jes. 25, 7. 2 Cor. 3, 15), daß sie dort .den verehren sollen, den sie getödtet haben (Zach. 12, 10)? Ihre Aufmerksamkeit, hohe und mächtige Herrscher, sei auf diese angeführten Thatsachen gerichtet. Und bevor in vollkommene Erfüllung geht, was geschworen worden ist und was die ganze Welt weiß (Jes. 63, 15.16. 20), wird eine Macht, uud zwar eine nördliche (Jer. 3,12. 31, 6.9. 23,7. 8. Jes. 43,6. 49,12) in Anspruch genommen, ein Volk, wunderbar seit seinem Beginn, um die jetzt noch mit Füßen getretene aber hoffende Nation unter dem Namen des Herrn aller Heerschaaren nach Zion zu führen (Jes. 18). Diese Absichten und Vorschläge des Herrn und Gortes von Israel, des Königs aller Könige und Herrn aller Herren, sind Ihnen, hohe und mächtige Herren, seinen Dienern verkündet worden (Dan. 23), damit Sie dieselben erwägen mögen, und die Stimme kennen wöget, mit der er spricht zu Nationen und Menschen (Hag. 2, 6. Jes. 1, 10). Ihre Weisheit hat sich erprobt in Abmarkung und Feststellung des Königthums, in Bestimmung der Grenzen der Herrschaften. Aber hat nicht der Eroberer jede Schranke überstiegen und die Harte der Behandlung gleich einem Taue darüber geworfen? Und weshalb? Weil, als der Allmächtige den Nationen ihr 'Erbtheil bestimmte, als er Adams Söhne von einander schied, an des Volkes Grenzen nach der Zahl der Kinder Israel (Deut. 32, 11. 8.) ftststellte. Durch einen unwiderruflichen Rathschluß hat Gott der Herr dem Abraham rückft'chtlich Palästinas erklärt: „Deinen Nachkommen habe ich dieses Land gegeben von dem Flusse Egyptens an bis zu dem großen Flusse Eufrat (Genes. 15, 18)." Dies Erbtheil ward ihm bestätigt als ein ewiges Besitzthum und nach ihm seinen Nachkommen, als der Allmächtige mit ihnen den Bund aufgerichtet hat und den Namen Abraham umwandelte (Genes. 17, 4. 8.). Nach seiner unerforschlichen Weisheit hat er sein Erbgut nach den Himmelsgegenden ausgetheitt. Höret das Wort des Herrn, Ihr Nationen, und verkündigt es in den fernsten Landen. Er ist es, der das zerstreute Volk Israel sammeln und weiden wird, wie der Hirte seine Heerde (Jer. 31, 10). Cyrus, der König der Perser, entschloß sich, des Herrn Tempel wieder zu bauen, der zu Jerusalem stand (2 Chrom. 34, 22. 23). Wer von Ihnen, mächtige und hohe Herren» der Nationen, wer unter Ihnen wird es sein, der den heiligen Willen des Herrn unsers Gottes ausführt, während man zu Jerusalem jauchzet: „Du wirst erbaut werden", und zum Tempel: „Dein Grundstein soll gelegt werden?" (Jes. 44, 28.). Mit ihm wird Gott der Herr sein. Große Gnade, Lohn und Friede müsse auf das Volk kommen, das sich frei-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.