Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 40 (3.10.1840)
- Article
- Ueber biblische Geographie [Rezension]
- Date
- 1840-10-03
- Page
- 627 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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\ 629 VcyNslM uoer' PlüU[u;t: ÜW//|4HVV V yvV|fwWy* quellen bilden aber bei Raumer die zahllosen Neift- / berichte von den frühesten. Jahrhunderten der christlichen.! Kirche bis auf die Gegenwart. Von Benutzung solcher Hilfsmittel ist aber bei Kaplan nur geringe Spuren zu finden; bei ihm findet sich eine ganz an.dere Literatur durchsucht und genutzt, die an Zulässigkeit die Rau- ) m e r'schen Hilfsquellen überragt. Die. Hilfsmittel K's. V zerfallen in drei Abtheilungen, wo aber immer eine die andere erzänzt. 1) Außer dem hebräischen Bibeltext > selbst die verschiedenen Targumm (Onkelos, Jonatan, Jeruschalmi, Josef, Saadja); 2) die ralmudischen Schrift ten, z. V. die Mischna, den jerusalemischen und babylonischen Talmud, den Midrasch Rabba, Mechilta, Sifra, Sifri, Pesikta Rabbati, Jalkut; 3) die rabbinische Literatur bis auf die Gegenwart, theils P zerstreut in der biblischen Exegese der Rabbinen, theils -- in besonderen Abhandlungen niedergelegt, wie z. B. das treffliche Merkchen MDI "MDD von Isaak Parchi. Diese drei ungetrübten, spiegelreinen Quellen entsprudeln sammtlich dem geheimnißvotten Schachte der Tradition, deren Ergebnisse in tausend Fallen mehr bieten, als die kritische Combination der" Neuzeit bei aller Ge- £ lehrsamkeit zusammenbringen kann. Vorzüglich aber. P ist es die deutsche Bearbeitung des Dp. Freystadt, die f] jene nationale Forschungsweise, welche L e w! so hn und P K aplan ft schön begonnen, mit bewußter Kraft und ['! wissenschaftlicher Begeisterung zu einer Abrundung und l Vollkommenheit zu führen verspricht. Das mitgethrilte Probeblatt gibt uns die vollkommenste Berechtigung zu einer solchen Erwartung.; denn daß. hie und da an | Schreibung, Styl unn Citaten manche Wünsche der Wissenschaft noch zu befriedigen sind, kann nicht im Entferntesten den Werth dieser nützlichen Unternehmung I: herabsetzen. Da der Umfang dieser Alterthumswissen- I'" sch.ast zu bedeutend und mannigfach ist, als daß solches; in einem Artikel abgemacht werden könnte, so kann ich mich natürlich, nur darauf beschranken, auf diese Werke die Leser des Orients aufmerksam zu machen. Mit Vergnügen empfehle ich vorzüglich das erst im Entstehen begriffene Unternehmen des Dr. Frey stadt, und die Handlung der Gebrüder > B o r n t r ä g e r verdient für ihre Opfer unsren herzlichsten Dank. Wir nehmen keinen Anstand, die Worte des Dr. F. in dem versendeten Prospectus, so weit sie den Umfang und die Wissenschaftlichkeit dieses biblisch-geographischen Lexlcons betreft fen, hier in ihrer Ausdehnung mitzulheilen, herzlich wünschend, daß diese zur Erweckung der Lust an wissenrj schaftlichen Arbeiten beitragen mögen. 4 Die biblische Geographie, nicht blos. auf Palästina, den? wichtigsten. Hauptschauplatz der biblischen Welt beschrankt, sondern alle in der Schrift erwähnten. Länder in sich fassend, ist % von jeher als ein wesentlicher Zweig der biblischen Alterthums- '' künde betrachtet, und bis auf die neueste Zeit vielfach von Ge- - lehrten, bald thei-lweise, bald ganz behandelt worden^ Allerr Werken dieser Artaber, das eines Ro sen m ül l en''nicht ausgenommen, ein so gelehrtes, wissenschaftliches Gepräge sie auch an sich tragen, fehlt, das Hauptmoment aller historischen Forschungen: die Benutzung der eigentlichen OriginalqmUen. Die reichhaltigen rabblnischeii Alterthumsschriften, so wieviele neuere Untersuchungen gelehrter Juden wurden bis jetzt, namentlich von Christen wenig oder gar nicht benutzt, und selbst der biblische Originaltext erhielt nicht immer die kritische Aufmerksamkeit, die zur Aufhellung geographischer Probleme nothwendig ist. Es mußte daher nicht wenig überraschen, als Herr Jakob Kaplan in M t n sk im vorigen, Jahre mit einem zweicheiligen, alfabctisch geordneten hebräischen Werke über biblische Erdbeschreibung hervortrat, das in Hinsicht auf jüdisches' Quellenstudium ,, nach dem. Urtheile compe.tenter Richter des' In- und Auslandes, als epochemachend betrachtet werden kann.. Allein dies verdienstvolle Werk, das von dem jetzt, hier weilenden Verfasser, namentlich nach dem werthvollen, höchst seltenen Werke Kaftor w a- Fe rach handschriftlich bereichert wurde, ist nicht nur den des neuhebräischen Idioms unkundigen- Lesern unzugänglich-, es leidet auch sonst Mangel an der gehörigen wissenschastlkchen Darstellung und besonders an fast jeder Benutzung anderweitiger Quellen aus älterer und neuerer Zeit. An eine bloße Übersetzung desselben war also hier gar nicht zu denken. Der Unterzeichnete, von gelehrten Freunden dringend aufgefordert, entschloß sich daher eine völlige Umarbeitung des Buches mit Zuratheziehung des Herrn Kaplan zu unternehmen. Zu diesem Behufe mußten die bisher unbenutzten, hebräisch - rabbinischen Materialien geordnet, berichtigt und vervollständigt, und dieVorarbeiten'griechischer, lateinischer, morgenländischer und neueuropaischer Schriftsteller mit denselben in Verbindung gebracht werden, so daß der Gegenstand nun von allen Seiten in das gehörige Licht gestellt ist. Um es übersichtlich kurz anzugeben, enthalt das vorliegende neue Werk in allgemein verständlicher Darstellung : 1).. den wesentlichen Inhalt aller bisherigen biblisch-geographischen Untersuchungen.; 2) eine Menge ganz neuer, die Erdkunde bereichernder Ortschaften; 3) eine Berichtigung vieler in die biblische Erdbeschreibung eingeschlichener Jrrthümer; 4) eine Erläuterung über bekannte Ortschaften, die zu weitern Forschungen Veranlassung gibt; 5) wird diesen alfabetisch geordneten Untersuchungen, welche auch alle unkanonischen Bücher der Schrift berücksichtigen, eine allgemeine, den Forderungen der Wissenschaft entsprechende Einleitung vorangehen; 6) werden eine ganz neue Karte von Palästina, die nach den neuen Resultaten entworfen, jede andere, die Grimm'sche nicht ausgenommen, übertrifft, und sonstige hierher gehörige Zeichnungen beigegeben. Um dem Publikum eine vorläufige Anschauung dieser, auch für Exegese- und Lexicographie vieles Brauchbare enthaltenden , neu begründeten biblischen Erdbeschreibung zu geben, sind hier einige Proben beigefügt, über die Männer von Fach recht bald wohlmeinend ihre Bemerkungen öffentlich mittheilen mögen. Und so rechnen der Unterzeichnete, wie der Verfasser des„Erez Kedumim", Herr K crp l a n, auf vielfache Lheilnahme nicht nur jüdischer und christlicher Gelehrten, sondern aller Bibelfreunde überhaupt, denen das Verständnis der heiligen Schrift Wunsch und Bedürfniß ist; und hoffen um so größern Anklang zu finden, je origineller und interessanter das Unternehmen ist, je größere Schwierigkeiten zu überwinden sind, und je bedeutenderer Kostenaufwand dabei in Anspruch genommen wird.. lim dem Leser aber einigermaßen etliche- Beispiele der Kaplan-Freystadt'sche Bearbeitung der Raume r'schen gegenüber zu geben, mögen hier einige der ersten besten ArtW folgen: „M, Name einer Benja- 40' .