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Der Orient · 1840-07-18 · 29 (18.7.1840) · p. 450

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
29 (18.7.1840)
Article
Schriften von M. H. Landauer [Rezension]
Date
1840-07-18
Page
450 (sequence 2)
Language
German
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451 452 Schriften v. M. H. Landauer. Die althebräische Gotteslehre. geglaubt, eine strenge in Wesen und Wirksamkeit unaufgelöste Einheit der Gottheit lehren, sondern übereinstimmend mit der Denkweise aller Völker des Alterthums, dieselbe nach der Art ihrer Thaligkeiten und ihrem Verhältnisse zur Welt in gewisse unterschiedene Personalitäten partiren. Nur um diesen Preis will unser Verfasser die Einheit der Abfassung des Pentateuchs gerettet wissen, weil nur, wenn die äußere Form des Textes mit dem Inhalt der Bücher Mosis im engen Zusammenhänge und wechselseitiger Correspondenz stehe, derjenige, der z. B. die Symbolik der Stiftshütte, der Opfer, Volksfeste angegeben, der Gesetze ausgestellt, und das Leben der Patriarchen ausgezeichnet, auch die Bücher Mosis, wenigstens was die vier ersten betrifft, im Allgemeinen in der Gestalt verfaßt haben müsse, in der sie noch vor uns liegen. Die von unserm Verfasser ausgestellte Theorie zur Kenntniß der unterscheidenden Bedeutungen beider Gottesnamen ist nun folgende: niPP bezeichnet das Dasein und Wirken der Gottheit innerhalb den Dingen der Welt, also die in die Werke der Schöpfung sich niedergelassene, dieselben haltende und belebende Kraft Gottes; ETPK hingegen bezeichnet das außernatürliche Sein und Walten der Gottheit, in welchem der Hebräer drei Personalitäten der Kräfte unterscheidet; eine erhaltende, leitende, gesetzgebende Personalität der Weisheit; die dritte, zerstörend und vergeltend, ist die Personalität der strengen Gerechtigkeit, aber auch der Gnade. So wäre also nicht die christliche Dreieinigkeit, die nur eine schaffende und erhaltende Kraft kennt, sondern die indische Trinität, in welcher auch die auflösende Eigenschaft der Natur verbildlicht ist, in dem hebe. Dogma enthalten, und die Pluralform des Gottesnamens weist nicht, wie Hüllmann wähnte, auf die Planttensieb en (Amschaspands, Kabiren rc.), sondern auf die in den abweichenden Eigenschaften der drei Erzengel symbolisirte Dreifache Wirksamkeit der Natur hin. Nach Aufzählung zahlreicher, jenen Sätzen des Verfs. günstiger Bibelstellen, findet der Verfasser, daß wenn diese Prämissen richtig sind, nothwendig auch die Ausdrucksweise Vorkommen müsse, so oft von Menschen die Rede ist, die in einem psychischen Verkehr mit der Gottheit stehen, vgl. 141, 38. 2 M. 31,3. 4 M. 24, 2. und öfter. Nach dieser Idee, welche den Begriff des Zeitlichen in ffirp consolidict, jenen des Ewigen in wird 3 M. 24, 15. 16. derjenige, der Jehova lästert, seines zeitlichen Daseins beraubt, wer hingegen Elohim flucht, muß seine Schuld tragen (d. i. noch jenseits des Grabes abbüßen). Weniger gelungen ist die Erklärung, daß jener Idee zufolge am Versöhnungstage der dem rffP gehörende Bock darum geschlachtet werde, der andere aber, mit den Sünden des Volkes beladen, für btt'ttiy (nach des Verf. Etymologie: btt~]iy dir Macht Gottes *) in eine Wüste, als Bild der transnaturalen Sphäre 2>N^'s, geschickt wurde. In der Erscheinung der dtMK 1 M. 18, 2. glaubt Hr. L. seine Hypothese von der Trias des hebräischen Gottes bestätigt. Durch die ganze Erscheinung hindurch wird der Name flliT gebraucht; erst nachdem angegeben worden, daß eine dieser göttlichen Personen 18, 10. vgl. V. 22. u. 19, 1. der Sara noch einen Sohn verheißen, eine Andere den tt)b errettet 19, 17. und die dritte, V. 21. mrp V. 23. Sodom zerstören ließ, wird V. 29. in Bezug auf die Erkenntniß Abrahams, der Plural gebraucht. Eine jede dieser Thätigkeiten wird durch den Singular des Verbums in diesen Versen nur einer einzelnen Person zugeschrieben, während dieselben sonst durch diese Kapitel im Plural zusammengefaßt werden. Die ÜWjtt Twhw dieser Geschichte Cap. 19, 1. Dv^B, V. 29. genannt, sind dieselben drei bii’i der frühem Capititel; und so argumentirt Hr. L., die Beschreibung des Lebens Abrahams habe blos den Zweck uns zu berichten, wie der Patriarch von der Erkenntniß und Verehrung NlN^'s, durch wunderbare Ereignisse und Erscheinungen, allmählig zur Annahme dreier übernatürlicher Kräfte, zur Annahme gekommen. wären ja ohnehin nicht „Boten Gottes," sondern sichtbare Erscheinungen, in denen das Wesen einer göttlichen Personalltat verhüllt ist, vgl. 2 M. 23, 23. 1 M. 48,15. zu 16. Ebenso findet Hr. L. in den drei Volksfesten die drei Eigenschaften der Gottheit symbolisirt; denn das erste als Frühlingsfest, andeutend die Wiederschöpsung der Natur, folglich die schaffende Kraft in der Gottheit, das Sommerfest, mit seiner Beziehung auf die Gesetzgebung auf Sinaj, die erhaltende oder leitende Personalität in Erinnerung bringend, und das Herbstfest, mahnend an die wiederauflösende (*pN colligere,?pö linke) und vergeltende Thätigkcit Gottes, weisen sämmtlich auf die Trias der Gottheit hin; wenn aber bei jedem dieser Feste besonders bemerkt ist, daß sie dem HIPP gefeiert werden soll, so geschieht dies nur, weil dieser Gottesname das Walten der Vorsehung innerhalb von Zeit und Raum bezeichnet, daher ihre Feier an eine gewisse Zeit des Jahres und an einen Ort (Jerusalem) gebunden ist. Die zweite Schrift unseres Verfassers, sich an die erstere anlehnend, beginnt zuvörderst damit, daß das höchste Wesen nach seiner dreifachen Thätigkeitsweise, unter drei verschiedenen Charaktern, als btt Gott der Brüste d. i. Fruchtbarkeitspender (vgl. 1 Mos. 49,25.), W btt Gott des Sehens, d. i. Beschützer, Vorsehung, *Op btt Gott des Richtens, d. i. Vergelter, genannt *) Hingegen in der andern Schrift S. 58 liest der Verf., weit richtiger b'lttm‘]ym Bocl'sfüßler (der Deutsche Teufel mit dem Bocksfuße).

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