Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-07-18 · 29 (18.7.1840) · p. 449

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
29 (18.7.1840)
Article
Schriften von M. H. Landauer [Rezension]
Date
1840-07-18
Page
449 (sequence 1)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
95% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891444-2363039--0578-2363068
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Literaturblatt des Orients. Berichte, Stn-ien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. JVJ 30. Leipzig, den 18. Juli 1840. Literarische Uebersichren. Schriften von M. H. Landauer in München. — Dine Sckechitha. Uebergang zu dem philosophischen Inhalt. — Literarische Analekten. Bemerkung üb. d. Erfinder der Buchstabenschrift von Dr. Saalschutz. Poet. Mittheilungen v. Dr. Carmo l y. — Rückblicke auf die Schrift: die Rabbinenwahl, v. Dr. L o wo sitz. — Lit. Ankündigungen. Literarische Uebersichten. Schriften pon M. H. Landauer. 9) Jehova und Elohim, oder die althebräische Gottes lehre, als Grundlage der Geschichte, d^r Symbolik und der Gesetzgebung der Bücher Mosis. Stuttgart u. Augsburg, Verlag der Cotta'- schen Buchhandlung, 1836. XXI. u. 72 10) Wesen und Form desPentateuchs. Ebendas. 1838. XIV. u. 110 S. In der Vorrede zn dem erstem Schriftchen polemisi'rt der Verfasser zuerst gegen die von den Rabbinen ausgestellten Begriffsunterschiede der beiden Gottesnamen, nach welchen HIPP die oder barmherzige Eigenschaft Gottes, DXl'PX hingegen die ff^>>1 oder die strenge, richterliche bezeichnen soll, indem einige Bibelstellen citirt werden, welche geeignet sind, jenen Satz auch umgekehrt geltend zu machen. Ebenso wenig billigt der Verfasser die Ilgen - de Wette'sche Hypothese, welche aus den verschiedenen Gottesnamen auch verschiedene Verfasser erkennen will, und daraus noch nach Jahrtausenden die Zahl sogenannter vormosaischer Urkunden, so wie (si Vater's Comm. üb. d. Pentateuch) die Ursprünglichkeit und Integrität, oder die Corruption und Interpolation der Stücke auch anderer Theile der mosaischen Bücher mit Genauigkeit bestimmen zu können glaubt. Von Ewald, der (Compos. d. Genesis) die wechselnde Wahl der .Gottesnamen ebenfalls in einem Begriffsunterschiede ihren Grund haben läßt, der allein seine Entdeckungen nur im Buche der Richter, der Könige und den Büchern Samuels gemacht haben will, worauf er wie ein Fanatiker gegen die ketzerischen Ansichten der Urkundenhypothetiker austritt, gebraucht unser Verfasser das Gleichniß: „nachdem der Berg mächtig gebrauset, tritt ein kleines Geschöpf aus demselben hervor;^ denn Ewald findet in die Gottheit im Allgemeinen, in niPP blos den Nationalgott der Israeliten, und wie unhaltbar diese Meinung ist, wird von Hrn. L. schon durch zwei Beispiele erwiesen. Denn wenn nach Ewald das erste Stück der Genesis darum habe, weil der Sjebmet in dem Bilden der Welt einen seines N1Nunwürdigem Act gesehen, so fragt man verwundert: Sollte die Hervorbringung der Welt durch das bloße Wort der schaffem den Macht, 'jenes Gottes' unwürdig sein, der regnen, donnern und hageln läßt, aus dessen Nase, wenn er zornig wird, Rauch, aus dessen Mund verzehrendes Feuer entsteigt? Wenn ferner E. annimmt, hTP trete im zweiten Stück der Genesis zu CPmPK, weil dasselbe nackkurzer Berührung der Schöpfung (C^X) dem Menschen das erste Gesetz geben laßt, und nur »Tirp niemals D’’r1^X den Israeliten Gesetze gebe, so sei man nicht weniger erstaunt, daß Hr. E. die zehn Gebote 2 Mos. 20, 1. den wichtigsten Theil der Gesetzgebung demzufolge nicht unter die Gesetze zu zählen scheint. Nachdem die Ungegründetheit der Hypothesen seiner Vorgänger zur Genüge beleuchtet worden ist, geht unser Verfasser zu der Behauptung über, daß der wechselnden Wahl der beiden Gottesnamen gewisse dogmatische Ideen zu Grunde liegen müssen, denn an den verschiedensten Stetten kehrten, immer dieselben Erscheinungen wieder zurück, . Und eine wechselseitige Beziehung, eine ideelle Correspondenz unter ihnen ließe sich nicht verkennen. Als Resultat seiner Untersuchungen fand der Verfasser: 1) daß die Ideen in i"VliT und den dogmatischen Kern der Bücher Mosis, des Buches Job und eines Theiles des Jesajas ausmachen, und zwar: a) Den dogmatischen Grund der Wahl dieser Namen in verschiedenen Stücken und Versen, h) theils die Grundlage, theils auch den Gegenstand der Geschichte, c) den Gegenstand der Symbolik, ck) den innern Gehalt und die Bedeutung vieler Gesetze der Mücher Mosis bilden; 2) daß die mosaischen Schriften nicht, wie die Exegeten fälschlich 29,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.