Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 29 (18.7.1840)
- Article
- Schriften von M. H. Landauer [Rezension]
- Date
- 1840-07-18
- Page
- 451 (sequence 3)
- Language
- German
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453 Wesen u. Form des Pentateuchs. Dine Schechitha v. Ahron ben-Elia dem Jüngern. 454 wird, wobei an pup Rohr, Maßstab, Richtscheit, als Etymon gedacht sein soll. Ueberdies ist es ja zu ]y dem Ort des Richtens, und TO) n, dem Orte der Schuld, wo Abraham die Wirkungen Gottes als mp dtt kennen lernt. Sinnig bemerkt der Vers, bei dieser Stelle: Es ist eine Lieblingsweise des Referenten, geschichtliche Traditionen an Ortsnamen anzuknüpfen, die ihrer Etymologie nach dem Inhalt der Geschichte angepaßt werden können, denn es ist dem Erzähler nicht um die geographische Lage der Oerter, sondern lediglich um ihre etymologischen Namen zu thurr. Hierauf sucht der Verf. seine Hypothese des Trinitatscharakters der Gottheit durch den an den paffenden Stellen vorkommenden Gebrauch des einen oder andern Gottesnamens in der Urgeschichte der Flutzeit, der Lebensbeschreibung der Patriarchen und der Geschichte des Volkes nach seinem Auszug aus Egypten und während des Aufenthalts in der Wüste, mit zahlreichen Citaten zu begründen. Bei der Aufzählung der Symbole der Sriftshütte und hohenpriesterlichen Kleidung hat der Verf. die philonische Jnterpretationsweise zwar nicht zu seinem Muster erwählt, aber man wird doch lebhaft an dieselbe erinnert, insbesondere S. 35: „Wie in der Stiftshütte das Wasch? decken den dienstthuenden Priester reinigen soll, so müssen die Schellen des Mantels ihn bei seinem Eintritt ins Heiligthum an sein wichtiges Amt mahnen, und zur Andacht stimmen," wobei ein Seitenblick auf die Glocken der Buddisten und Christen geworfen wird. Eigenthümlich wird JB/iTt). tP-IH, fühlen, abgeleitet, weil der schwierige Rechtsausspruch nicht erst durch juridische Argumente erzielt, sondern unmittelbar mit prophetischem Sinn im Innern des Herzens, gefühlt, empfunden werden muß. Vorzüglich ist dem Verf. das Capitel über die Lagersymbolik gelungen, wo wir die Namen der 4 M. 2. u. 5. aufgeführten Stammfürsten zum Verständniß der befohlnen Lagerordnung sehr bedeutungsvoll finden. Minder glücklich ist die Zahlensymbolik erläutert, die gewaltsam mit den kosmogonischen Vorstellungen der Hebräer in Zusammenhang gebracht ist. So wird z. B. Niemand bei an das heftige/ scharfe, pfeilartige Schießen der Fische denken, die am fünften Tag erschaffen worden sind, sondern an die fünf Grundkräfte der Orientalen (s. Geftnius u. d. W.); daher weit Fett (t£OT) Inbegriff des physischen Gedeihens, wird fünf in mehrern Sprachen nachdem Fette genannt (pingue - quinque) sskr. panqa Schmeer, panca fünf, pena fett, u.s.w.) Einen schätzbaren Beitrag zu den zahlreichen Schriften ^über das Trinitätsdogma bildet der Schluß des Merkchens: Die Trialogie des Sohar. Dine Scliecliitlia von Ahron ben-Elia dem Jüngeren. (Fortsetzung) Vierter Abschnitt. Ueber die Form des Schlachters. Erstes Capitel. Das Geschäft erfordert Glauben und Zubereitung (ftPM welche beide eine theoretische und praktische Seite haben (rWl> . rWJJEl/ ^Q), von deren Qualität Tadel und Lob WJJ) abhängt, nach denen hinwiederum Lohn und Strafe sich richten. Das Geschäft des Schlachtens, weil durch N1W bestimmt, erfordert somit einen Verstandesreifen und somit Zurechnungsfähigen fttD, ujUXo); die Legitimität der Handlung steht in einer innigeren Verbindung mit dem sie vollziehenden Subjekte, als die Rabbaniten meinen. Die theoretische Seite des Glaubens, den der Schlachtende haben muß, besteht in der Kenntniß des rechtfertigenden Grundes für den Genuß animalischer Nahrung mittelst der Schlachtung. Ueber die Qualität dieser Kenntniß sind die Weifen uneins. Die Schlachtung — sagen sie — ist ein dem Thiere beigebrachter Schmerz, jeder Schmerz ist böse, alles Böse aber ist Unrecht, wenn nicht eine der vier die Handlung beschönigenden oder rechtfertigenden Tendenzen dazu kommt (E^Ti n), und diese sind Th)))T (das Streben zu nützen), 2)T (die Pflichtnothwendigkeit), 2ND CVrn (die Hebung eines größeren Schmerzes durch einen kleineren) und (die Abwehr des Schadens). Darum halten einige unter den heidnischen Völkern, die nicht an die Prophetie glauben, das Thierschlachten für schlechthin unerlaubt, wie die Egypter und die Indier (□'»Hlilu). Die Offenbarung selbst, die uns die Vollmacht zum Thierfchlachtm giebt, fordert uns auf, dem Recktfertigungsgrund desselben nachzudenken,' mit Festhaltung der von der Einheit Gottes unzertrennlichen Selbstgenügsamkeit und Allwissenheit. Die beiden Rechtfertigungsgründe, rpm und passen weder in Ansehung Gottes noch in Ansehung des Thieres, das geschlachtet wird. Auch der Rechtfertigungsgrund der Pflichtnothwendigkeit (2inn) paßt nicht, da keine La Ho die Schlachtung des Thieres pflichtmäßig erheischt. So bleibt also nur der von den Weisen auch wirklich festgehaltene Rechtfertigungsgrund der Tb]))T) übrig; das Thier wird geschlachtet und empfängt dafür nach seinem Tode eine entsprechende Recompensation (‘TlftH). Weil diese Recompensation aber äquivalent und nicht den Schmerz überwiegend ist, und somit dennoch die Bevollmächtigung zum Thierschlachten in die Kategorie des Zweck- und Grundlosen (mins gehörte, so nahmen die Weifen bei derselben noch den Zweck einer Hinleitung derer, die das Gebot empsin- 29 *