Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 27 (4.7.1840)
- Article
- Probe einer etymologisch-lexicographischen Uebersetzung des Seker Rab Dionysius Musafia's
- Date
- 1840-07-04
- Page
- 418 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 70% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891441-2362930--0541-2362952- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
llV) Probe einer etymologisch-lexicographischm Uebersetzung von Musafia's Seker Rab. 42(1 2. Und auf dein Gebot, dein Allmachtswalten und dein Geheiß trieb das Marschland in frischem Grün empor Riedgras, Binsenkolben, Papyrusstauden, Schilf und Blumenrohr. Das Feld, pflügbare Land und urbare Gefilde gab üppig keimend den mühelosen Ertrag frei sprossender Saaten. Ueppig keimten empor glänzendes Kraut, hellgrünes Gras, blumiger Jsop, so da haltige Salzpflanzen, der Wunderbaum, Malven, Koloquintengurken„ Wermuth und Schirling, Brennnessel, Stechdorn, Stachewolde, Distel, Eisenhut, Rhamnus, Oxyakanthen, stacheliger Nachtschatten, Schlehenstrauch, dornige Palmenschößlinge, Dornhölzer, wilde Rösenstöcke, Stachelgewachse, Dorngeniste, Stichreisig, Sidergrün, Dornhag und Stachelgebüsche. Es keimten auf Feldkohl, lichtfarbige Rauke, vollsaftige Pflanzen, Gurkenranken des Gurkenfeldes und Melonen, Porree, Schaalgewachse, Knoblauch und die Blüthenkelchlein der Baumwollenstaude, des edlen Goffypiumstrauches, Lein 'mit zaserigein Flachs. Sind diese Stoffe gehechelt, so spinnt man sie mittelst Spindel und Rocken zu Faden von Garn und gezwirnten Schnüren, zu Aufzug- und Einschuß- Fäden. Man webt sie zu gleich langen als breiten, doppelfaltigen Luchen am Weberbaum. Der Buntwirker wirkt sie zu köstlichen Zeugen, zu netzförmigen Filet's, zu mannigfarbigen Kattunleibröcken, zw Tiaren und Turbanen, zu Hauptbinde und Lulbent, zu Kappen, Decken, flirrenden Flor's und Schleiern, zu Talaren und seinen Oberkleidern, zu fransigen Gewändern, Prachtüberwurf und zu überdeckenden, einhüllenden, umkleidenden, vermummenden Mänteln, zu Chlamyden, zu Feierkleidern, zu Lismenumwurf und Schleiermänteln, zu linnenen Camisol, zu Unterhosen und Leibbinden, zu Freudenfestputz, zu Bindetüchern, zu umschlingenden, festigenden, gürtenden, umknüpfenden Schärpen, zum Priestergewand, zum Glanzschild, zum Gnadenstuhl ittib Chorvorhang. Das Werg nutzt man zu Sacken und weiten Taschen, zu Seilen, Stricken, gröberem Fadenwerk und Strängen. 3. Es knospeten und blüheten und entfalteten ihre Blumen Mandragoren, Lilien , Rose und Krokus. Es trugen befruchtenden Samen die Ansenkicher, Bohne, Meerlinse, würziger Kümmel/. Nigelle, Koriander, Getreidehalme mit grünend zarten Hacheln und körnerhaltigen Spitzen, Weizen und Spelt mit ihren Balgen, und die Gerste mit ihren lichtgelben Fruchtähren war in Stengel eniporgeschoßt — jene Getreidearten alle, die nun die Ackerslmte und Pflugführer mähen mit Hauscnse und Sichel, und au.ssammeln die Aufleser der Schwaden, und aufschichten in Hausen, Mandeln und Stiegen, die von den Bindern geschnürt werden in Garben und Gebünde. Sie werden ausgedroschen mit der Dreschwalze und durch die Zinken des Dreschschlittens, werden ausgeklopft und ausgeschüttelt und geworfelt mit der Wmfschaufel, und Hülsen, Spreu und Geströhde sucht man zusammen zu Häckerling und angesalzenem Mengselfutter. Das Getreide und Korn wird dann niedergelegt in Scheuern, Speichern, Kornkammern und Magazinen zu Grütze und Weizengraupen. Man mahlt es und zermalmt es auf Handmühlen mit. Läufer und Bodenstein, man schwingt es in Schwinge und Sieb zu gemeinem Mehl und Kraftmehl, man wirkt es aus Zu aufschwellenden Klumpen, gekneteten Massen und gesäuertem Teig in den Backtrögen, bäckt und röstet es im Backofen zu Fladen, gerundetem Backwerk, Torte, ungesäuerten Broten, scheibenförmigen Brotkuchen, zu Gebäck, gesäuert.mit Sauer, und zu Kollyriden. Man röstet es in der Röstpfanne, im Brodelbecken, im Brattiegel zu Fettkuchen, Opferfladen und Waffeln, um zu sättigen und zu laben Ausgesogene von Hunger und Eßgier durch Fasten, die da verlangen, begehren und gieren, sich dehnen und sehnen, lüstm und lechzen, trachten und schmachten nach einem Bissen Brot und Mundvoll Jnbiß. 4. Es wurzelten die Stämme der Pflanzen und Senklinge, die mannigfachen Holzarten und die Tamarisken, das Buschwerk des grünenden Walddickichts und des säuselnden Haines; Schattmbaume, schwank, lebensfrisch, vollsaftig, laubreich, in ihrem Saftgrün und ihrer strotzenden Fülle. Es kochten an durchglühendem Lichte und reisten der Weingarten und die Rebenpflanzung mit ihren Weinstöcken und kleinkörnigen S erki- Reben; es wurden gezeitigt die Veerchen der abblühenden Ranken und die noch unreife Traube an-den Kämmen der Weinbeergebinde mit ihren herben Samenkörnern und ihrem saftumschließendm Häutchen — die Trauben, die nun abgeschnitten werden; deren Beeren, selbst die zur Erde gefallenen, die Nachleser sammeln, um sie zu treten in Kelter, Kufe und Weinbeer köth e unter jubelndem Freudengeschrei; die man zerdrückt, z-erstampft, zerknetct und zerquetscht, aus denen man auspreßt, aushülset und auszieht den auslaufenden Saft des ausgetretenen Mostes des so gewonnenen Traubenblutes. Der Most wird dann zu Wein, zu gährendem Getränk, schmackhaft hiiiadgleitendem Naß, von welchem der Trinker schlucket, das man ausschenkt vermengt als Misch- oder Würz-Wein, den Durst zu löschen. Aber der Sauser, der Trunkenbold trinkt berauschenden Firnwein, wie viel nur. immer in den Schlauchen, in den Fässern, in den Flaschen ist, und was überlaust, pflegt er gierig aufzulecken und aufzuschlecken. Die Heerlinge und Weinhesen und Bodensatz mit andern Flüssigkeiten versetzt, nutzt man zu Essig. 3. Es würzten die Sykomoren und der Feigenbaum' ihre Fruchtknospen, der Apfelbaum seine Aepftl, die harzige Pechtanne ihre bauchigen Fichtenzapfen. Es trieben hervor ihren Ertrag und ihr Erzeugnis;, es befruchteten sich mit ihren Früchten und mit ausgebildeten Blumen der Nußbaum, der Maulbeerbaum mit seinen saftreichen Beeren, der Oelbeerbaum mit.seinem Oel und goldgelben Otivensaft, die Avellam'e, die ächte Kastanie, die Granate, die Mandel und Palme. Es sprossen und schossen und wuchsen und drangen empor der Sandel oder Fernambuk, der heimathliche Lorbeer, die dauerhafte Ulme, die festwurzelnde Cedersichte, die Terebmthe, die Steineiche, die Hagbuche, die Cypresse, der Buchsbaum, die schlanke Scherbin, die Kiefer, die Myrthe, die Alhenna, die Silberpappel, die niedrigen Gestraucher, der Brombeerbusch, die Myrika, die Trauerweiden, die Sahlweide, der Ginsterstrauch und die Skecheiche. 6. Sie neigten ihre Kronen wegen des Ueberschwangs und der überhängenden Ueberzahl ihrer Blatter, ihres Baumschlags, ihres Lanögrüns, und dazu kam die Menge ihrer Schäfte, ihrer Gerten, ihrer Stecken, ihrer Ruthen und Stäbe, die man abzuschälen und abzubasten pflegt zu Flechtwerk, weiten Kobern, Körben und Behnert, Fruchtkörbchen und Käsigen. > Und es schlang und wand sich in einander wie zusammengeschnürtes Riemenwerk das Geflecht und dicht verknüpfte Ge-