Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 26 (27.6.1840)
- Article
- Die hebräische Typographie
- Date
- 1840-06-27
- Page
- 403 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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405 Die hebmische Typographie in Frankreich. Die berühmtesten Drucker. 40ö Zweck nicht. Nach seinem Tod erlitt die hebräische Literatur einen schmerzlichen Verlust, der allgemein fühlbar wurde. So veranlaßttn denn Stephan Poncher, Erzbischof und königlicher Beichtiger, und Will). Petit, den König Franz I, den edlen Dominicaner Augustinus Justiniani, der sich durch seinen Psalter der Gelehrtenwelt schon langst vortheilhaft bekannt gemacht hatte, nach Paris zu berufen befahl. Er kam im Jahre 1519 undübernahm die hebräische und arabische Professur. Nicht als Lehrer allein hatte er einen ruhmvollen Wirkungskreis, aus dem Schüler wie Pierre Soulfour und Nicasius Euneau hervorgingen, sondern, da er den in Paris sich findenden Mangel guter Bücher erkannte und sich nun zur Herausgabe neuer Werke mit Aegidius Gourmont verband, macht er sich um seine Aeitgendssen höchst verdient. Das erste Werk, dessen Druck er besorgte, war Mose Kimchi's Grammatik, die Sebastian Münster zu Basel 1531 in einer lateinischen Uebersetzung edirte. Er dedicicte sie den beiden Prälaten, auf deren Veranlassung der König ihn berufen hatte.. Aus dem Dedicationsschreiben folgt, daß das Werk. 1520' erschienen [ei; er nennt in ihm dies von ihm besorgte Buch das erste ganz Hebräische, das' in, Frankreich erschienen sei;- damit ignorirt er jedoch die. von Tissard erschienene Grammatik keineswegs; er glaubt, nur, diese könne auf den Namen eines ganz, hebräischen. Buchs keinen Anspruch machen, weil sie mit lateinischen Sätzen und Regeln durchwoben sei. Noch in demselben Jahre, erschien von. Justiniani-'s Schüler, dem schon genannten Soulsour eine Ausgabe des Buches- Rut und der Klagelieder Jeremia's nebst einer Abhandlung über. die. Kahlen. Außer diesen beiden hebräischen Werken-., die A. Justiniani zum- Druck beförderte,, finden sich noch einige andere Lateinische von ihm in der Bibliothek der Sorbonne, 12 jedoch,, die er herausgegeben zu haben versichert, lassen sich nicht ausfmden; es sind nur 6 derselben be--. sannt.. Ob er etwas Arabisches edirt und die versprochene Ausgabe des heiligen Codex vollendet habe,, istnicht gewiß. Nachdenr er ein. so verdienstvolles- Leben geführt,- kam er bei. einem- Schiffbruche, um, auf einer. Reise nach dem zw feinem- Bivthume gehörigen Corsika 01.536/. Nach Justinianlls Zeit fanden sich in den Typographjeen zu Paris-stets hebräische Typen, die jedoch seiten in Anwendung gebracht wurden,- weil die Juden,, von. denen, hauptsächlich die Herausgabe hebräischer Werke zw erwarten stand, nicht völlige- Erlaubnishatten, in Frankreich ansässige zw sein., Dennochwurden außer mehreren lateinischen Büchern, die jetzo erschienen, auch einige orientalische gedruckt unter-, den Leitung des- Professor Agathias Quidacer. in der Ofsicin des schön-erwähnten Aegidius Gourmond. Außer, der Grammatik dieses Gelehrten erschien das hohe Liedimhebräischen Text mit seinen-Bemerkungen- (,1531. 4) inder. Druckereivon Gerhard Morrhy,, die sich im.Hause der Sorbonne fand, da m Ulrich Gering die erste Ofsicin in Paris errichtet hatte. Im Jahre 1532 gab F-ranciscus Gryphius im Collegio Lombardorum 5 Psalmen hebräisch, und lateinisch in 4. heraus. Claudius Chevalon lieferte 1533 im Anfänge zu Theil VII. 8. Hieronymus'Psalter hebräisch und lateinisch) Christian Wechel 1534 in 4. die Genesis und den Exodus nebst einigen der kleinen Propheten. Oer berühmte Wilh. Postell, der von Franz 1. in den Orient geschickt war, um Handschriften anzuschaffen, brachte nach Frankreich das Alfabet und die Charaktere mehrerer Sprachen, der Chaldaischen, Samaritanischen, Arabischen, Armenischen,- Indischen, Slavonischen u. a. Aller dieser Sprachen Alfabete vereinigte er in sosgendenr bei Petrus Vidove 1538 in 4. erschienenen Werke: Lirrgunfnm duodeeim characterihus ditierentiuni Alphnbeta, Introdnetio ei legendi; modasv In diesem Buche finden sich-das Vater Unser und einige andere kurzem Gebetformelnmit den eigenthüml-ichen Charakteren der einzelnen Sprachen abg.edruckt. Aus Mangel dev Typen jedoch, mußten diese Charaktere in Kupftrplatten .gravivt werden. Als Postell jedoch sah, daß das mit zu geringer- Sorgfalt uu-d Genauigkeit geschah,- liest er zum- Druckeseiner arabischen Grammatik eigne Typen gießen. Diese erschien bei Petrus Gromors. Paris 153940 in 4. Auf diese folgte Robert Stephanus (Etienne), der die Herausgabe seiner hebräischen Bibel 1539 begann und 1544 vollendete,, ein an Eleganz, unübertroffenes Werk. Eine andere-Ausgabe, von-demselben kam heraus 1544 in 16. Theos Jansson von Al-meloven in dem Catalog der von den Stephanus herausgegebenen Bücher erwähnt eine Fvlioausg-abe,- welche sich jedoch nirgends findet undwahrscheinlich nie erschienen ist,.- da Robert Stephanus an einer Stelle in seinem- Thesaurus linguae sanclae nur 2 Ausgaben erwähnt-, worunter die j erste in 4.' und die andere Sedezausgabe zn verstehen sind. Kein. Wunder, daß die. Ausstattungder Ausgaben eine so prachtvolle war-,, da dio Typen auf Kosten Franz, des Ersten gegossen wurden. Im- Jahre- 1546 ließ Charlotte Gaillard ein hebräisch-lateinisches Psalteriumdruckenwelches sichim 7. Band von seiner Ausgabe des heiligen Hieronymus findet. Nicht minder verdienst-! voll als Robertmachte sich Carl Stephanus,, der. 1546! den Pentateuch in 4 und' einiges Andere herausgab.! Auch Hstnrich Stephanusmuß seiner hebräischen Aus?! gaben wegen erwähntwerden.- Von ihm rührther die mit eleganten hebräischen Lettern gedruckte Folioausgabe des syrischen neuen Testaments, auchdes Tremellius chaldäische und syrische Grammatik.. 1569.- 4. Martinas Juvenis lieferte. 1551.. 8.- das Evangelium Matthäi und einige andere Bücher Hebräisch; Willst Morell. 1560 in 4.» Merker-'s chaldaische-Grammatik und eine chaldäische- Paraphraseder Sor-ichwvrte-r Salomorsts mit 26"