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Der Orient · 1840-06-27 · 26 (27.6.1840) · p. 402

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
26 (27.6.1840)
Article
Die hebräische Typographie
Date
1840-06-27
Page
402 (sequence 2)
Language
German
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403 Die hebräische Typographie, ihre ersten Anfänge. Die Soncino's. Dan. Bombergo. 404 ebenfalls durch seine Drucke aus. Er besorgte zu Brescia (Brixia) eine Ausgabe von Immanuels Machberot 1492 und ein anderes Buch Kol-Bo zu Rimim ohne Jahreszahl. Dieser Gerson verpflanzte die Buchdruckerkunst nach Constantinopel,. wo unter vielen andern Büchern auch das Michlol (1530) erschien. Die Juden errichteten zu Thessalonich oder Saloniki und in anderen Städten des Ottomanenreiches typographische Ossicinen. Einige thessalonich'sche Ausgaben sind noch vorhanden (s. Beughem: die Jncunabeln der Vuchdruckerkunst, P. 2. u. d. Catalog der Bibliothek zu Leiden p. 255), so auch nicht unbedeutende constantinopolitanische. Sebastian Tengnagel, Bibliothekar zu Wien, schätzte einen Pentateuch sehr hoch, den er für 30 Ducaten erstanden hatte, und der den hebräischen, chaldäischen, arabischen und persischen Text enthielt, Const. 1545 in fol. Nach Lambccius war dies,ein seltner, kostbarer und wenigen occidentalischen Juden bekannter Druck. Vielleicht war es derselbe, den Wal ton anführt in seinen Prolegommen zur englischen Polyglotte p. 33, wo er von einem 1551 zu Const, erschienenen Pentateuch spricht. Wenn Buxtorfs Angabe in der rabbinischen Bibliothek Seite 302 richtig ist, so besaß Joseph Scaliger die hebräische Grammatik des M o se s Ki m chi, welche den Titel sührr:. Mahalach Schebile Ha-Daat in einer vor wehr als 152 (vom Jahre 1613 an gerechnet) Jahren erschienenen Ausgabe. Es wäre also der Ursprung des hebräischen Typendrucks über die S oncino's hinauszurücken und schon in das Jahr 1461 zu setzen. Soviel ist gewiß, daß. von der gedachten Grammatik sehr alte Ausgaben vorhanden sind. Eine zu Ortona (im Königreich Neapel) im zweiten Regierungsjahre Carls,, des Königs von Sicilien und Jerusalem (nämlich Carls VHL Königs von Frankreich) erschienene, welche als die 3. Ausgabe bezeichnet ist, findet sich in der Bibliothek der Sorbonne. Sie ist vom Jahre 1646. Cornel. Beughem in den „Jncunabeln der Typographie" spricht von einer alten hebräischen Ausgabe, die zu Bologna (Bononia) in Italien 14/1 erschienen sei, nämlich Obadja Seforno's O r A m m i m, oder das Licht der Völker. Bologna 14/1. Mehreres sich aus die hebräische Typographie Beziehende faßt Bartolocci (l. pag. 434) in felgenden Worten zusammen: „Wahrend noch zu Constantinopel die Typographie der Soncino blühte, (rat zu Venedig gegen Anfang des vorigen Jahrhunderts ein Mann aus Antwerpen auf, Namens Daniel Bombergo. Dieser, von Fr. Felix Pratensis im Hebräischen unterrichtet,-eröffnete mit unsäglicher Mühe und großem Kostenauswande eine Druckerei zum Drucke hebräischer Schriften und begann im Jahre 1511 die Herausgabe des vollständigen Codex der heiligen Schrift. Hieraus folgten unzählige hebräische Bücher, die mit solcher Sorgfalt von. ihm gedruckt wurden, daß Keiner ihn Übertrag Nach Jenem, traten Andere auf, um Gleiches zu leisten, Justiniani, de Gara, de Bragadinis, Zanetti u. A. In anderen Städten z. B. Neapel, Cremona, Mantua machte man ebenfalls Versuche, doch lieferte man unübertrefflich schlechte Sachen. Au Livorno eröffnete Jedidja ben Isaak Gabbai eine Buchdruckerei, in welcher späterhin sehr viele hebräische Bücher erschienen, worunter auch das Buch Jalkut mit den Commentaren des Abraham's ben Samuel Gedalja. Allein die Kunst hielt sich hier nicht lange, so daß sie bald spurlos verschwunden war." Die Juden in Italien wurden jedoch von den Christen sowohl in Betreff der Menge als auch der Schönheit ihrer Druckwerke .Übertrossen. Unter ihnen, machte wiewohl einen unscheinbaren Anfang Aldus Manutius, von dem nur'ein hebräisches Alfabet vorlregt. Justin Decadyas, ein Neugrieche, der zu Venedig lebte, versprach, daß Manutius eine Bibel Hebräisch, Griechisch und Lateinisch liefern wolle. Sie ist jedoch niemals erschienen. Nach Manutius verdient und zwar sehr rühmlich genannt zu werden Daniel Bombergo (vgl. Cheviller l. c. pag. 267 fg.). Heut zu Tage besorgt das römische Collegium He Propaganda Ilde den Druck vieler sowohl hebräischer als auch anderer orientalischen Werke. Die bis 1639 entweder im Drucke oder im Verlage der heiligen Propaganda erschienenen Werke finden sich mit Kritiken verzeichnet in Joh. Domin. Veruflus. Beneventanus „Elenchus libronim“ Rom 1639. 4. Ein ähnliches Buch gab heraus Aacharia Dominica Acsamiteck a Kronenseld. Rom. 1667. 4., welches Dorotheas Ascianus (d. i. Matthias Aimmermann) in seinen Tractat „de Montibns. pielalj^" einfügte. Nachdem Gerson d. S. Moses d. S. Israels, der Soncino, nach Constantinopel gegangen war und daselbst mehrere Ausgaben, u. a. auch eine von Kimchi's Michlol, besorgt hatte, übten die Kunst daselbst fort der Soncini, Elieser und Andere aus derselben Familie. So giebt es von 1718 ein zu Constantinopel erschienenes Buch „Fragen und Antworten" (der Verfasser ist unbekannt). Ueber die zu Thefsalonich (Saloniki) erschienenen Werke s. Nie. de Nicolas Il-inerariiun in Tnrciam IV, 16 p. 246. Joh. Jac. Schudt „Memorabilia Judaicau 1. pag. 62. In Frankreich stammen die ersten hebräischen Drucksachen nach Chevillers Urtheil (t. c. peg. 289 fg) aus der Zeit nach 1508. Aegidius Gourmont besorgte, unter Francois Tissard's Leitung, die ersten hebräischen Drucke, und unter diesen zuerst im Jahre 1508 Tissards hebrai'- sche Grammatik. Mit Ausnahme der „Bemerkungen gelehrter Männer über Dichter, Redner und Grammatiker", welche 1511 erschienen, und in den hie und da eine Zeile oder ein. Wort Hebräisch vorkommt, erschien vor 1520 nicht das Geringste.; Tissard beabsichtigte die Herausgabe des heiligen Codex", aber erreichte seinen

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