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Der Orient · 1840-06-20 · 25 (20.6.1840) · p. 388

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
25 (20.6.1840)
Article
La Bible, traduction nouvelle, ... [Rezension]
Date
1840-06-20
Page
388 (sequence 4)
Language
German
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391 Lit. Uebersichten. S. Cahen's Bibelwerk. Ueber d. Zeiten d. Königs Josia v. Dr. Hitzig. 392 Assyrien 5), und auf diesem Zuge griff ihn Jossa an der Nordgrenze seines Landes, bei Megiddo, an, welches Herodot (2, 159.) mit Magdolos oder Migdol in Unteregypten verwechselt hat. Daß Josia assyrischer Vasall gewesen,- ist unerwiesen und nicht glaublich; auch konnte er ihm nicht den Weg verlegen wollen; sonst würde er sich demselben viel südlicher entgegengestel.lt haben. Das Motiv ist völlig unbekannt. Das judaische Heer, von Reiterei, an der Necho Ueberfluß hatte (Jes. 31, 1.), ohne Zweifel entblößt (vgl. 2 Kön. 18, 23), wurde geschlagen, und der König selbst siel in der Schlacht. Man brachte den Entseelten nach Jerusalem, wo er beigesetzt wurde, und sein Sohn Ioahas übernahm die Zügel der Regierung. Jedoch nicht auf lange! Necho zog indes; in nördlicher Richtung weiter bis Nibla im Distrikte Hamat, wo, vermuthlich von (hm dahin beschieden, der neue König sich einfand. Necho ließ ihn in Ketten legen und schickte ihn nach Egnpten (2 Kön. 23, 33. Zer., 22, 10 ff.). Er hatte nur drei Monate regiert (2 Kön. 23, 31.), weßhalb ihn Jeremia a. a.. O. vgl. 2 Kön. 15, 13. einen Sallum nennt. An seiner Stelle machte Necho einen andern Sohn Zosia'6 zum Könige, den Eliakim, dessen Namen in den Zojakim verändernd. Während dieser, um die a.uferlegte Brandschatzung von hundert' Talenten Silber und einem Gold zu erschwingen, sein Volk besteuerte, dasselbe durch Frohndienst für seine Bauten drückte (Zer. 22, 13 ff.), und durch Hinrichtung ihm mißfälliger Bürger, wie des von Egypten ausgelieferten Propheten Uria (Zer. 26, 20 ff.) den Haß und die Verwünschungen der Gutgesinnten auf sich lud (Jer. 22, 18. .19.): rückte Necho, vermuthlich je die zunächst gelegenen Völkerschaften unterjochend, langsam weiter, und gelangte endlich, an die Ufer des Euphrat, wo er die am Einflüsse des Chaboras in denselben gelegene Stadt Karkemisch ^KiQZ'qdLov, Cercusium) belagerte (2 Chr. 35, 20.). Zetzt rückte ihm aber unter dem Oberbefehle des Thronfolgers die Chaldaische Heeresmacht entgegen: sei es, daß die Affyrer bei Nabopolaffar Hilfe nachgesucht hatten, oder daß dieser eigene Gefahr ahnend, vielleicht auch um nachher Assyrien selbst zertrümmern zu können, in wohlverstandenem eigenem Interesse handelte. Im Jahre 606 v. Chr., dem vierten Regierungsjahre Zojakim's (Jer. 46, 2.) kam es in Karkemisch's Nahe zu einer entscheidenden Schlacht. Die Egypter wurden gänzlich geschlagen; Necho mußte den Rückzug antreten; alle seit mehreren Jahren gemachten Eroberungen gingen wiederum verloren; doch gelang cs ihm noch Gazas (Kadvzig Her. 2, 15.9.), des Schlüssels von Egypten, auf dem Rückzuge sich zu bemustern (Jer. 47, 1.). Im folgenden Jahre rückten die Chaldäer nach; gegen Ende desselben erschien Nebukadnezar mit einem großen Heere, dem die auf dem Zuge bezwungenen Syrer, Ammoniter und Moabiter sich angeschloffen hatten (Jer. 35, 11. 2 Kön. 24, 2.), in Jndaa (Jer. 36, 9.). Jerusalem, wohin sich eine große Zahl Bewohner des flachen Landes geflüchtet hatte (vgl. Jer. 35, 11. mit 36, 9.), widerstand nicht; und Nebukadnezar unterwarf sich das ganze land bis an den Bach Egyptens. Die Egypter wagten sich nicht mehr über ihre Grenzen hinaus (2 Kön. 24, 9.). Da traf plötzlich die Nachricht ein von Nabopolaffars Ableben; Nebukanezar eilte 5Z Fälschlich versteht man gewöhnlich unter dem 2 Kön. 23, 29. erwähnten Könige Affurs den von Babel, weil man irrig glaubt, Ninive sei schon i. I. 625 zerstört worden. Das assyrische Reich bestand gegen dreißig Jahre länger; und erst nach seinem Untergange konnte sich sein Name, auf die an seine Stelle tretende babylonische Monarchie vererben. dem Heere voraus auf dem kürzesten Wege durch die Wüste nach Babylon zurück^). Jojakiin aber, der sich ihrn unterwarfen hatte, siel drei Jahre spater wiederum ab (2 Kön. 24, l.), und bald darauf im I. 599 sterbend, überließ er es seinem Sohne Jojachin, die Fo.'gen des Abfalles zu tragen. Es ist jetzt noch übrig, die biblische Chronologie rücksichtlich des Datums der Schlacht bei Karkemisch gegen eine andere Meinung sicher zu stellen, der sonst leicht der bedeutende Name eines Vertheidigers derselben Eingang verschaffen könnte. Herr Prof. K. O. Müller glaubt in einem anziehenden Aussätze 6 7 8) des Rhein. Museums, B. 1, S. 294., jene Schlacht, weil sie nach Berosus in dieselbe Zeit traf, in welcher Nabopolassar starb, um Olymp. 43, 3. 44, 1. 604 v. Chr. ansetzen zu müssen, obgleich man aus Rücksicht auf die biblische Chronologie wohl ein Paar Jahre höher hinaufgehe. Diese Meinung ist ohne Grund. Nach Jer. 46, 2. siel die Schlacht in Jojakim's viertes Regierungsjahr, d. h. in den Zeitraum vom April 603 bis ebendahin 605. Nach Jer. 36, 9, werden im fünften Jahre Jojakim's, im neunten Monate, unterm December, Zu Jerusalem (aussergewöhnliche) Fasten angesagt, und das Volk strömt vom flachen Lande in die Stadt, wie sich vermuthen laßt, und C. 35, 11. vgl. 1. ausdrücklich gesagt isi, flüchtmd vor dem heranziehenden Heere der Chaldäer, Nebukadnezar traf also, wie oben angegeben worden, erst im Anfänge des Wahres 604 in Judäa ein. Nun sagt aber Beiosus eben, Nebukadnezar sei bei seines Vaters Tode in Vorderasien gewesen; diesen Todesfall setzt er ins Jahr 604, weil er ihn 21 Jahre regieren laßt, und fein fünftes Jahr erwiesen da6 Jahr 621 vor Chr. war; somit aber harmonirt er aufs genaueste mit der biblischen Angabe, wofür wir ihm den Anachronismus, Necho sei babylonischer Satrap gewesen, da e§ doch erst seit Cambyscs solche und zwar Persische in Egypten gegeben hat, gerne verzeihen. Auf der andern Seite darf c§ uns auch nicht irre machen, wenn Jer. 25, 1 der Anfang von Nebukadnezar's Negierung von Jojakim's viertem Jahre au gerechnet wird; denn sein Vater hatte ihn nach des Berosus Angabe vor der Schlacht bei Karkemisch , wie wir sprechen würden, zum Mitregenten angenommen, und ist selbst den Hebräern ganz unbekannt. Er wird aber in Übereinstimmung damit 2 Kön. 24, 12 Jojachin's Wegführung in Nebukadnezar's achtes Jahr gesetzt, und dessen achtzehntes fällt nach Jer. 32, 1 mit Zedckia's zehntem, sein dreiundvierzigstes bei Berosus mit dem fünfundvierzigsten der Bibel zusammen, vgl. 2 Kön.24, 12 mit 25, 27. Kaum hatte Jojakim die Augen geschlossen, als das Chaldaische Heer, bei welchem bald.auch selbst Nebukadnezar cintras (vgl. 2 Kön. 24, 10 mit 11), vor Jerusalem erschien und es belagerte. Jojachin ergab sich, vielleicht, aber zu spät, durch die theokratische, Egypten abgeneigte Partei dazu bestimmt, der Jojakim's Abfall gewiß zuwider war. Die Chatdäer plünderten Stadt und Tempel (Jer. 27, 16.18. 28, 6), und führten, um künftigem Abfall vorzubeugcn (Ez. 17, 14), den Kern der Nation ms Exil weg. Jechonjad) mit der Kö- 6) Gewährsmann ist Berosus bei Joscphus gegen Apicn I, 19. Alterth. X, 11. §, 1. und bei Eusebius im Chrom - kon 1, S. 66. 67. Siehe 3. 0. 6. siebter, Ü6r08i Chaidaeorum historiae quae supersunt, p. 65. 66. 7) Ein Bruder des Dichters Alkaos sicht unter Nebukadnezar. Rhein. Mus. S. 287 — 296. 8) Der Name dieses Königs wird bald Jojachin, balv; Jechonja, bald auch Conjahu geschrieben.^

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