Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 25 (20.6.1840)
- Article
- La Bible, traduction nouvelle, ... [Rezension]
- Date
- 1840-06-20
- Page
- 387 (sequence 3)
- Language
- German
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389 Ucbci* die Zeiten des Königs Josia und seiner Nachfolger v. Dr. Hitzig 390 borg, 1831)" der ich gern einen Platz in dem Cahen'- schen Jeremia's gewünscht harte. Es heißt in dieser Abhandlung, zu der Jeremia als Quelle betrachtet wurde, wie folgt: Wahrend der Negierung des judaischen Königes Josia von 611 — 642. bereiteten sich auswärts die Ereignisse vor, welche nachmals den Sturz des judäischen Staates veranlaßt haben, oder beschleunigt. Asien wurde mit einer neuen politischen Gestaltung bedroht, und die Zeit ging mit einem allgemeinen Wechsel schwanger. Zwar bestand noch das Assyrische Reich; aber Cyaxares von Medien, seines Vaters Phraortes Niederlage rächend, hatte daß Assyrische Heer geschlagen, und schon belagerte er im I. 625. v. Ehr. Ninive, als ein Einfall der Skythen in Asien ihn zur Aufhebung der Belagerung nöthigte (Herod. I» 103. 106.). Unterdes; aber, daß diese Halbwilden — cm deutliches Zeichen von Assyriens Schwache! — in Vorderasien als Gebieter schalten durften und dasselbe bis an die egyptische Grenze räuberisch durchzogen *), machte sich im Jahre 625 Babylonien unter einem Könige Nabopolassar von Chaldaischem Ursprünge -unabhängig, und die Chaldäer ehemals nur dem Namen nach bekannt, 1 Mos. 11, 28. 22, 22., welche von den Assyrern, vermuthlich nur kurze Zeit früher, aus ihren Steppen nach Babylonien verpflanzt worden waren Jes. 23, 13. 2), kommen nun bald in Berührung mit den Judäern, und finden in deren Büchern überall Erwähnung. Auch in Egypten hatte sich die Lage der Dinge geändert. Schon vor Josia's Thronbesteigung hatte Psammutich der Dodekarcl)tY ein Ende gemacht. Durch ihn wurde Egypten den Fremöen zugänglicher; uud er sing an, den altegyptischen Charakter seiner Unterthanen durch griechische Sitte auszulöschen. Schon dieser König hegte gegen Vordcrasien Eroberungsplane, die noch Apries nicht ausgab (Her. 2, 161.). Asdod, eine starke und große Festung, vielleicht der Assyrer, welche dieselbe (Jes. 20, 1.) unter Sargon crohert hatten, nahm er nach 29jähriger Belagerung ein (Herod. II, 157. vgl. Jer. 25, 20.); also, da er erst seit 656 Alleinherrscher war, nicht vor 627: zu welcher Zeit Jeremia schon zwei Jahre lang als Scher austrat (Jer. 1, 2. 25, 3.). Die Skythen hielt er vom Einbruch in Egypten ab (Her. 1, 105.). Sie müssen sich also vor 617, in welchem Jahre er starb, an der Grenze gezeigt haben. In Judäa reformirte unterdeß Josia den Cultus. Seines Vaters gewaltsamer und früher Tod brachte ihn schon im achten Jahre 1) Nach Herod. I, 105. plünderten sie damals den Astartentempel zu Askalon. Ihres Streifzuges aber durch Palästina gedenkt auch Jeremia C. 4, 5 ff. 13 ff. 29 ff. 5, 15. 6, 22 ff. Daß nämlich an diesen Stellen nicht die Chaldäer zu verstehen sind, geht aus der Beschreibung hervor: daß jene Krieger sämmtlich Bogenschützen zu Pferde seien, und ein Volk von hohem Alterthume, vgl. Jes. 23, 13., daß sie aus dem fernsten, nördlichen Lande herkrmmen ff. S. auch S. 61. Jene Verle sind ferner zu einer Zeit gesprochen, wo in Juda noch Götzendienst herrschte, C. 3, 22. ff. 5, 19. 9, 13, also vor Josia's achtzehntem Regierungsjahre 2 Kon. 22, 3. 23, 23., d. h. vor dem Jahre 624, aber erst i. I. 625. hatten die Chaldäer ein selbstständiges Reich gegründet, und drohten damals keinen Angriff auf Juda. Dagegen steht nach jenen Stellen der Einfall der Fremdlinge zunächst bevor, oder ist auch schon gegenwärtig. Das Richtige hat Eichhorn: Hebr. Propheten, II, S. 50 ff. S. 9 ff. I)e prophetiea!!ebraeorum poesi paralip. 15, p. 39. 40. 2) Dieses Orakel rührt von demselben Verfasser. her, wie die vier folgenden Capitel, nämlich van einem Zeitgenossen Ezechiel's. auf den Thron (2 Kön. 22, 1.), und gab seine Erziehung den Priestern oder Propheten in die Hände, wie sein in der Folge bewiesener theokratischer Eifer vermuthen läßt. Aus 2 Chr. 34, 3. würde sich, daß er acht Jahre unter Vormundschaft gestanden, entwickeln lassen, verriethe sich nicht die Tendenz, das Auffallende in des Reformators langem Zögern zu zu mildern, welche auch ein den BB. der Königu widersprechendes Datum der Cultusreinigung, wenigstens ihres Anfangs, anzunehmen verleitet hat. Die Abschaffung des Götzendienstes beschloß Josia in seinem achtzehnten Regierungsjahre, 624 vor Chr., aus Anlaß des angeblich wiedergefundencn Gesetzbuches 3). Durch Manasse, seinen Großvater, war aller Unfug des vielgestalteten Götzendienstes eingerissen. Neben dem Nationalgott verehrte man den Baal und dw Astarte, den Mond und die Zeichen des Thierkreiscs, auch die Sonne, der man Rosse und Wagen hielt. Wie wenig gegründet ist, was die Chronik, nicht unterstützt von andern Quellen, über Manasse berichtet, daß er in Gefangenschaft geführt worden (Folgerung aus Jes. 39, 6?), sich bekehrt und entlassen, den Götzendienst abgestellt habe, erhellt schon daraus, daß Josia erst ihm ein Ende machen muß; und wenn er seine Sünden durch Rene und Besserung gut gemacht hätte, so würden nicht nach 2 Kön. 24, 3. noch die Enkel dafüHhüßen. Jetzt aber vertilgte Josiajegliche Spur des Götzendienstes und ungesetzlicher Verehrung Jehova's; auch alles, was an frühere Abgötterei erinnern konnte, schaffte er weg. Selbst über das angrenzende Gebiet des vormaligen Zehnstämmereiches, soweit er sich dasselbe zugeeignet hatte, erstreckten sich seine Reformen. Er zerstörte den Altar zu Betel, wo man Jehova unter dem Symbole des Ackerstiers verehrte und überall die Einrichtungen des Privatcultus, die sogenannten Höhen 4). Der Tempel zu Jerusalem wurde von neuem Mittelpunkt des Gottesdienstes; dieser erhielt Einheit und erhöhten Glanz; und da das religiöse Bewußtsein der Hebräer mit dem politischen verschmolz, und die einzelnen Glieder des Staates sich um Einen Gott und Oberkönig als Ein Volk zusammenfanden, so wurde durch jene Reform auch die Kraft des Staates, und das Gefühl derselben erhöht. Des Einen Gottes, der Welterhalter zugleich und Nationalgott war, begeisternde Verehrung erschien, sehr im Gegensätze zur sinnlichen und die Macht derer, anf welche man vertraun sollte, schon durch die Zersplitterung schwächenden Vielgötterei, ungemein geeigaet, den Glauben zu stärken, und den Muth in Gefahren zu erhöhn. Nur scheint es, wie wenn Josia zu sehr auf die Macht seines Gotces und seine eigene Rechtschaffenheit getraut hätte, als er eine Schlacht gegen die Egypter wagte. Nach der Lehre seiner Religion hatte er sie freilich nicht verlieren sollen; nach dieser mußte er allerdings mit Frieden in die Grube kommen (2 Kön. 22, 20.); aber die apologetische Angabe der Chronik (C. 35, 21. 22.) löst das Rathsel nicht; und Jeremias selbst sah (C. 14, 19. 20. 15, 4.) keine andere Erklärung, als den trostlosen Satz: der Väter Sünden, Manaffe's Frevel, hätten dieses Unglück herbeigeführt. Necho nämlich, Psammetichä Sohn und Nachfolger, unternahm, auf seinen Plan, das rothe Meer mit dem mittelländischen zu verbinden, verzichtend (Her. 2, 158.), im Jahre 611. einen Kriegszug gegen das von jeher feindliche, aber jetzt geschwächte 3) Siehe darüber de Wette's Beiträge zur Einleitung m das A. T. Erstes Bändchen, S. 168 ff. 4) Von diesen handelt gründlich Gesenius' Vorrede zu Gramberg's kritischer Geschichte der Religionsideen des A. ^.s. Erster Theil, S. XX ff. 25*