Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 25 (20.6.1840)
- Article
- La Bible, traduction nouvelle, ... [Rezension]
- Date
- 1840-06-20
- Page
- 386 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/8555529-9891396-9891439-2362818--0504-2362849- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Rashi 1× ep/1002670
OCR text
387 388 Lit. Uebersichten. S. Cahm's Bibelwerk. Seine Worterklärungen. in der Correctheit der Form. Am meisten siel uns aber die Schreibung Jarchi für Rasch! auf (1, 3), da Hr. Cahen aus Zunz's Schriften die Unrichtigkeit dieses Namens gesehen hat, und sein Landsmann, der größte, den je Frankreichs Israeliten geboren, kann mit Recht auf richtige Schreibung seines Namens Anspruch machen. Nun sind wir endlich bei der eigentlichen Exegese angelangt, wo wir aber nach der Kapitelfolge vorzüglich auf die Worterklärung unser Augenmerk richten wollen.. 1, 1. wird )l\i?y als nl riffT/ Gott wird stürzen (den Feind), erklärt, aber die Wurzel NM ist hier s. v. a. M, und die Bedeutung des Eigennamens „Gotterhobener", „der durch Gott erhoben ist", denn Ny"? ist das uralte Partie. Fuüiri, wie. Clp), TW. — 1, 3. wird rribf. wie £7)^3 ausgefaßt, obgleich cs nur der constructive Infinitiv ist. — 1, 8.: daß nicht von abstammen könne, hätte durch das Fehlen desDagesch in dem Lamed bewiesen werden können. —■ 2, 6. wird niD^.. wie gewöhnlich Todesschatten übersetzt, es ist aber für n-'UÄ, Finsterniß, wie das Aramaische, lD^fcp. es bestätigt, und die Eigenthümlichkeit des Semitismus, gar keine Zusammensetzung zu dulden, macht diese Erklärung nochwendig. — 2, 21 ist 1-10 in nnpS. ]Wn HID llls Adjectiv aufgefaßt, aber “DD ist ein Nomen wie yc, also eigentlich: spina, sentis3 bann: frons spieosa, 'oenn iTH23 )S0 gehört zusammen. Die Wurzel lü zu und T1D ist nur. eine Nebenform von 11 in 1111* — 2, 34. wird zu noch die.Kimchi'sche Erklärung 11 s. v. a. NM beide-, halten, obgleich die traditionale Auffassung. Raschi's nach dem Midrasch Tanchuma, dem talmudifchen NNN gleich, viel passender, erscheint. Aber die Grundbedeutung, der Wurzel "Hist: einbrechen, gewaltthatig handeln, wie. yi~/ aber denn auch mit dem Begriff des Ausbreitens wie yi%, verbunden, wie schon das. Arab. Nd;N von dieser. Grundbedeutung ausging. An allen Stellen, wo dieses. Zeitwort vorkommt, gewinnen wir einen richtigen Sinn, sobald -wir. es durch yiB umschreiben z. B. Hof. 12, 1. CJJ; 11 durch k y flö; hier durch •UsniD;, y. 5.5,, 3. VTBq Mdr "durch 2 pn?pK; Gn. 27, 10. in?) W. durch fNDN 2, und' die weitere etymologische Begründung dieser Wurzel s. Concord. S. 1049. — 3, 23. wird pfcn von DöH abgeleitet, während es nach der Grammatik nur von NM Herkommen kann, aber richtig wird V. 24 das Wort n&*2 für Götzendienst genommen. — 4, 3. wird in seiner Wurzel mit leuchten identisi'cirt, wahrend es entschieden zwei von einander abweichende Vabalwurzeln sind (S. Concord. 693). — 4, 7. ist iWSfi ■ von rW und nicht von N^ herzuleiten. — 5, 8. ist Q17D für zu, erklären, von sid? abgeleitet, eben so füy D«D von (S. Concord. 923.), denn nur so hat die Phrase, einen Sinn. — 7, 18 das seltene Nomen durch Kuchen zu übersetzen finde ich zu wenig begründet, eben so wenig die targumische Uebertragung durch pftVTD, d. i. %uQt8ma, denn die Etymologie (von ]12) giebt nichts als ,,praeparationes“ an die Hand, welches auch paßt. — 11, 16 muß Vn?^7 nur von und dieses von N^)N hergeleitet werden. — 12, 9 ipt"jj!)2'J nicht das passive - Particip „gefärbt", sondern ein Nomen von in der Bedeutung: fassen, packen, rauben, daher auch JJ2&N das Fassende, Finger (von fangen), wie schon die Neuern richtig eingesehen. — Sinnig wird zu p|70 13, 4 angemerkt, daß die Verbelwurzel pftt mit 2p3 und IpJ ursprünglich vielleicht identisch sek, aber es ist bei genauer Besichtigung unrichtig; denn p3 ist nur mit 7p oder 7p “N verwandt, wahrend in 2pJ nur 2p die Wurzel ist (S. Concord. 727. 730.). — 13, 18 wird der Singular von N^NY nicht richtig angegeben; er lautet IWID wie n£no. — In 14, 9 ist OTD als aus nDl} entstanden aufgefaßt, aber die Wurzel E7H ist nur aus erweicht und dieses aus NM transponirt. -— 16, 4 ttnt’bals Particip Piel aufgefaßt, welches aber ganz unrichtig ist, da es von einem Singular-Nomen rn?2£ n. b. F. cipo herzuleiten ist. — 16, 16 wird fälschlich COTI als von 77 herstammend angesehen; aber es giebt gar kein '»O, denn die Formen 2^7, rTOV p? sind nur Verkürzungen aus Hisil 2'7N/ D^H, rp.^Tl, mit dem sie Bedeutung und Form oft theilen (s. Concord. die betreffenden Verba). — 23, 29 wird von fcDtfc’Ö hergeleitet, während die Wurzel mit narcifSGuv zusammenhängt. — Doch ich will diese Bemerkungen, die man leicht zehnfach vermehren könnte, schließen; denn schon diese geben das Resultat, daß Hr. Cahen in Bezug aus Worterklärung noch auf dem Wege, von Gesenius und. Rosenmütter steht, ohne sich den neuesten und allerletzten Forschungen zugewendet zu haben, und in Folge dessen trägt natürlich auch seine Exegese nicht immer das neueste Gepräge. Als Uebersetzer und Erklärer, der überall nach dem Gediegensten und Trefflichsten .strebt, veranlaßt er uns zu dieser höhern Fordreung, die . wir bei jedem andern Exegeten gar nicht hätten aufkommen lassen. Eine andere Bemerkung, die wir hier aussprechen möchten, ist der Mangel einer positiven historisch-gestaltenden. Kritik, die . eher als jede andere Abhandlung. vorn hatte Platz finden sollen, und zu welcher deutsche Exegeten schon schöne Muster lieferten. Wenn man den Text eines Buches mit scharfen 'Adleraugen durchspähet, wenn man Abfassungszeit eines biblischen Werkes, seine historischen Beziehungen durchforscht und beleuchtet hat, dann haben wir noch das geschichtliche Resultat pragmatisch zusammenzustellen, um deswillen allein jedes Buch für uns einen Werth hat. Ich kann nicht umhin hier eine Abhandlung hinzusetzen, über die Zeiten des Königs Josia und seiner Nachfolger, von Dr. Hitzig, in seinem Werkchen „Begriff der Kritik (Heidel-