Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1840
- Issue
- 25 (20.6.1840)
- Article
- La Bible, traduction nouvelle, ... [Rezension]
- Date
- 1840-06-20
- Page
- 385 (sequence 1)
- Language
- German
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Literaturblatt des Orients. Berichte, Studien und Kritiken für jüdische Geschichte und Literatur. Ai 25. Leipzig, den 20. Juni 1§40. Literarische Übersichten. Das Cahen'sche Bibelwerk ange^eigt und beurtheilt. Das geschichtliche Resultat des Buchet Ieremia. I. Johlson's hebräische Sprachlehre für Schulen, nach ihrer Untauglichkeit beurtheilt. — Übersetzungen der Mischna und des Talnruds, übers, nach Wolf. — Literarische Ankündigungen. Erklärung des Redakteurs. Replik des Dr. Hirsch in Oldenburg. Literarische Uebersichten. 6) La Bible, tracliiction nouvelle, avec riiebreu en regard ctc., par S.Cahen, Tome dixieme etc. (Fortsetzung.) Dann folgt in einer trefflichen Übersetzung die große plastische Vorrede Abarbanel's, mit seinen ausgezeichneten Parallelen, mit seiner scholastischen Durchdringung des Gegenstandes, wie schon dessen Vorrede zu Jesaja in diesem Bibelwerke ausgenommen ist. In den Anmerkungen zu dieser Vorrede fiel mir die praktische Exclamation über Algier dabei auf, da sie nicht zur Erläuterung gehört, aber an und für sich ist diese Aufforderung gewiß höchst interessant und zeitgemäß. ,Die spanische Familie der Duran, heißt es daselbst, welche so viele berühmte Theologen gebildet, mußte nach der Proftription Ferdinands ihr Vaterland verlassen, und suchte sich nach Afrika zu flüchten. Ein Glied dieser Familie, das jetzt in Afrika so unglücklich untergegangen (Ben-Duran), hat in den politischen Begebenheiten Algiers eine Nolle gespielt. Der größte Thnl der Juden in Algier sind die Abkömmlinge jener edlen spanischen Familien, die mit so vielem Eifer die verschiedensten Branchen der Wissenschaften angebaut. Nierthalb Jahrhunderte haben hingereicht, um dieses heilige Feuer zu dampfen und diese Familien zur moralischen und intellektuellen Niedrigkeit herabzubringen, in der wir sie gegenwärtig sehen. Unser Central-Conststorium, die Heiligkeit der Mission wahrhaft erfassend, könnte unfern unglücklichen Glaubensbrüdecn beistehen, die jetzt noch dazu unsere Mitbürger wurden. Die Unterstützungen, welche man der herabgekommenen Bevölkerung gewahrt, um sich zu erheben, bilden freilich den edelsten Theil einer gerechten Mildthatigkeit; warum aber errichtet man nicht bei dem rabbinischen Seminar solche specielle Strcdiengegenstande, die geeignet waren, Rabbinen für unsere afrikanischen Besitzungen zu bilden?" Herr Cahen vergißt die Gegenwart nie bei seinen Studien, und darin erkennt man den praktischen Franzosen. Auf diese genannte Vorrede folgen Beobachtungen über den jüdischen Ealender, die freilich nicht hierher gehören; dafür ist aber der darauf folgende Auszug aus der geschichtlichen Einleitung Dahler's höchst passend und belehrend. — In Bezug auf Orthographie der aus dem Hebräischen beibehaltenen Eigennamen sollte meiner Meinung nach eine größere Consequenz erstrebt werden; unwillkührlich fallen einem schon beim Lesen der ersten drei Verse folgende Fragen ein: Das Jod als Consonant wird durch V in Pirmiahou wiedergegeben (1, 1), aber warum durch I in Jehoyakime (1, 3), Jischmael, Jehouda, Jerouschalaime, Jehovah u. A. — Das Jod als Consonant wird in der Mitte des Wortes' durch y in Jdhoyakime wiedergegeben, aber warum nicht in Bermiahon (Yirmeyahou), Joschiahou u. A.? — Die Endung i“H wird in Jchouda blos mit a wiedergegeben, warum aber Jehovah mit ah? — Das n ist, wie die Erforschung des phonetischen Gehalts des Alsabets langst erwiesen hat, nur ein einfaches t, keineswegs aber (h, welches ft ist, warum wird Anathoth und nicht Anatot geschrieben? — Das 2 ist nie tz, wie die frühem Grammatiker fälschlich behauptet haben, sondern das deutsche z oder das französische g, warum also Tsidkiahou und nicht vielmehr Adkiyahou, wenn einmal der Name acclimalisirt werden soll? — Das bekannte und vielfach gebrauchte Wort rH&O wird nur so wie hier steht geschrieben, m rnbft, wie Buxtorf, Dr. Heinemann und Dr. Salomon glauben; mußte da nicht Masora (nicht Maffora 1, 5) geschrieben werden? — Dergleichen Dinge freilich schmalem den Werth dieses großen Werkes nicht, aber der Werth einer wissenschaftlichen Arbeit liegt nicht immer blos in den Resultaten, sondern auch 25