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Der Orient · 1840-05-09 · 19 (9.5.1840) · p. 291

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
19 (9.5.1840)
Article
Schriften über Erfindung und ursprüngliche Bedeutung des Alfabets
Date
1840-05-09
Page
291 (sequence 3)
Language
German
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293 Dr. Saalschutzes Forschungen im Gebiete der hebräisch-egyptkschen Archäologie. 294 lingsequinoctium siel, daher ist das erste Zeichen ein Stierkopf (tt), das Schiff der Dioscuren-Zwillinge wird durch eine Brücke (3 i. e. reprasentirt, warum der Egypter und Grieche dafür einen Becher (fa^a) hinsetzte, ist vorhin erläutert worden. Dem Monat des Krebses setzten die Astrologen die Mondgöttin Juno- Lucina als Beherrscherin vor, ihr Abzeichen als Geburten Fördernde war die Thüre CT), auch die Bhavani der Indier wird deshalb im Symbol eines Triangels verehrt. Der Löwe, ward in der egypt. Hieroglyphe durch das Feuer (“PO^) symbolisirt, daher setzten die Astrologen die Sonne unter den Planeten zum Regenten über den Augustmonat. Die Unkenntniß des Bildes veranlaßte T>e6 in zu verwandeln, aber die Pyramidalform des griech. A, das sich vom At dem Zeichen des vorhergehenden Monats nur durch eine kleine Oeffnung unterscheidet, weist noch auf die aufwärtsstrebende Flamme hin. Im Buchstaben Nij oder &OH (sie erkenne ich Die Jungfrau — das N kömmt unter den acht Pforten auf jenen Monat —, und weil der Orientale anstatt einer Waage einen Drachen zeichnete, nämlich jenes Gestirn, welches mit der Jungfrau und dem Boote zugleich beim Eintritt der Herbstgleiche am östlichen Himmel aufsteigt, so erklärt man sich leicht die Bedeutung des &, einer geringelten Schlange, die in Egypten Jahrsymbol war; und in der That eröffnen die meisten orientalischen Völker mit diesem Monat das Jahr. Weil aber Anfang und Ende in einander stießt, so wurde das mit D alternirende n zum letzten Buchstaben des Alfabets. Auch darf hier nicht übersehen werden, daß die Schlange dem Egypter sowohl Symbol des Lebens als des Todes war. Der Stachel des Skorpions ist durch einen Zahn (w) verbildlicht, und das ' ist die Waffe des Schützen (Orion oder Nimrod, als wilder Jäger). In den Steinbock, wo die Tage wieder zuzunehmen beginnen, also das Sonnenjahr eigendlich geboren wird, gehört das 1 (Kopf, im Egyptifchen bezeichnete es die Sonne: Ile), der Wassermann wird in D repräsentier und die Fische durch j; endlich ist der Pfeil des Mars, welchen die Astrologen in den ersten Decan des Widders zeichneten, im ) zu erkennen, woraus das ' eine Verkürzung ist, aber noch das griechische I läßt seinen ursprünglichen Charakter errachen. Nach der Hand nannte man diesen kleinsten' Buchstaben, vom Werfen des Pfeils. Insofern aber - die Kabbalisten das * als den Phallusbuchstaben in der neunten Sefira erkannten (P. Beer: Lehren der jüd. Seelen II, S. 67) ließe sich an die Regeneration der Natur im Monat des Widders denken. Die astrische Bedeutung des Alfabets verkündigte auch die Schrift: „Unser Alphabet im Abbild desThierkreises, mit der Constellation der 7 Planeten t>5(?0?5 3) am 7. September des Jahres 3446 v. Ehr. angeblich zu Ende der Sündssuch. Erste Grundlage zu einer wahren Chronologie und Culturgeschichte. Leipzig 1835." So zuversichtlich dieser Titel auch klingt, so scheint das gelehrte Publikum jene literarische Erscheinung doch wenig beachtet zu haben, daher der Verfasser das bevorstehende Säcularfest der Buchdruckerkunst für seinen Zweck benützen zu müssen glaubte, indem er einen Extract aus jenem Buche unter dem Titel: „Unumstößlicher Beweis, daß im Jahre 3446 vor Christus am 7. Sept. die Sündfluch geendet habe und die Alfabete aller Völker erfunden worden seien, ein Beitrag zur vierten Säcutarftier des Typendrucks, Leipzig 1840," als einen Weiser für jenes größere Werk unter die Leute zu bringen beabsichtigte. Der Verfasser befindet sich noch auf dem Standpunkte des Jesuiten Kircher, der die Astronomie in Egypten ihre früheste Ausbildung erhalten läßt, und wie Jener erklärt er S. 14 das Chaldaifch-Hebraische für die Ursprache des Menschengeschlechts, was die gänzliche Unbekanntfchaft mit der Sprache, Kunst und Literatur der Hindu voraussetzt. Uebrigens ist ihm Noa der Erfinder des Thierkreises und der Astronomie, weil es Jofephus Flavius behauptete; wäre der Verfasser zufällig ein Egypter, würde er unbezweifelt den Gott Hermes oder Thot für den ältesten Astronomen gehalten haben. Für die Unumstößlichkeit seiner Beweisführung dienen folgende Proben: Es versichert Sanchuniathon, bei Eusebius Pr. Ev. I, 10. c.: „Zu Ende der Fluch erfand der göttliche Taut die heiligen Zeichen der Buchstaben, indem er die Zeichen des Thierkreises nachahmte," auch der Chaldäer Berofus bei Syncellus (Chronogr.) sagt: „Nach der Fluch habe Sifuthros die Buchstaben hervornehmen lassen aus dem Wohnorte der Sonne, wo sie niedergelegt worden waren beim Herannahen der Fluth, nämlich aus Sippara (Schriftstadt) um sie den Menschen zu übergeben." Der Verfasser merkt hierbei sich selbst Beifall nickend an: „Es versteht sich von selbst, daß hier unter Wohnort der Sonne (rtolei rjUov) keine irdische Stadt gemeint sei, da eine solche der Fluth nicht widerstehen konnte, und da die Buchstaben niemand in einer Stadt verbergen noch aus dem Gedachtniß verlieren würde. Absichtlich wird hier Heliopolis, die von dem Sonnencultus den Namen führte, für den Zodiak ausgegeben. Vollständig ist die angeführte Stelle bei Scaliger Graec. Enseb. p. 8 zu lesen: Chronos befahl dem Sifuthros, weil die Menschen durch eine große Wasserfluth umkommen würden, alle Schriften in einem unterirdischen Gemach des heiligen Archivs zu Heliopolis oder Ur Sepher niederzulegen, denn künftig werde man sich wieder nach Babylon wenden, die Schriften aus dem Archiv wieder heraus nehmen und sie den Menschen überliefern. Dies geschah; nachdem man wieder nach Babylon gekommen war, grub man die Schriften aus dem Archive, erbaute Städte, errichtete Tempel und Babylon wurde wieder erbaut." Daß in dem Tempel des Velus zu Babylon sich eine astronomische Anstalt 19 *

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