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Der Orient · 1840-02-15 · 7 (15.2.1840) · p. 99

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Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
7 (15.2.1840)
Article
Leo der Hebräer
Date
1840-02-15
Page
99 (sequence 3)
Language
German
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101 Leo des Hebräers Dialogen über die Liebe. Tableau ihres Inhalts. 102 letzteren Art, in welcher das Obere, ohne selbst einen Abbruch zu leiden, den Glanz seiner Vollkommenheit über das Untere verbreitet, und dieses mit einer Liebesneigung umsaßt, mit der es selbst nach dem über sich Erhabneren sich streckt. Die Frage nach der Endursache warum jede Intelligenz ihre eigne Sphäre bewege. Dieselbe ist, mit Verwerfung der zwiefachen divergirenden Ansicht der Araber, in Gott, als dem Objekte der Liebe jener Intelligenzen, zu suchen. Oie Intelligenzen erhalten durch Umwälzung der ihnen vertrauten Sphären die höchste, aus ihrer einheitlichen Verbindung resultirende Seligkeit. Die Dinge haben einen eigentümlichen; sie haben einen gemeinsamen Zweck; durch Anstrebung des letzteren besteht das Liebesband der gesammren Natur. Die Liebe ist der Wesens- und Glückseligkeitsgrund aller Dinge. Dritter Dialog. Der Ursprung der Liebe. Schilderung der Liebes - Ekstase; sie entfremdet noch mehr der Außenwelt, als der Schlaf, und durch sie sind schon Manche des süßesten Todes gestorben (Mose, Aaron). Der leichte und schnelle Uebergang der Seele von geistlichen Dingen zu körperlichen und von diesen zu jenen gründet sich auf die Doppelnatur der Seele. Die Sonne ist das kunstreichste Bild des göttlichen Intellekt, der Mond das der Weltseele. Die Augen stehen in der innigsten Wechselbeziehung zu dem menschlichen Intellekt; Licht im eigentlichen Sinne ist nicht die Sonne, sondern der göttliche Intellekt, und alles Sternenlicht ist nur ein Ausfluß des intelligibeln Lichtes. Das Gesicht, der edelste Sinn, ist das Spähorgan des Intellekt und der intelligibeln Dinge. Wie das Auge zum Menschlichen Geist, so verhält sich die Sonne zum göttlichen, und wie der göttliche Geist zum menschlichen, so verhält sich die Sonne zum Auge. Drei Requisite des vollkommenen und vollendeten. Schaums. Die Himmel nehmen alle Sinnesobjekte wahr, die des Gesichts insbesondere vermittelst der Sonne und anderer Sterne, die ihre hellglänzenden Augen sind. Wie die Seele den Intellekt und Körper vermittelt, so nimmt der Mond zwischen dem Glanz der Sonne und der Finsterniß der Erde die Mitte ein; die Mondveränderungen samwt der Eklipse haben ihre Analoga in der menschlichen Seele; der Mond ist gleichsam eine verkörperte Seele, die Seele ein geistlicher Mond. Der Sonnensinsterniß entspricht die analoge Eklipse des menschlichen Intellekt, mit der auf die sanfteste Weise der Tod eintritt. Der doppelten Liebe der Seele zum Intellekt und zum Körper entspricht die doppelte Liebe des Mondes zur Sonne und zur niederen Welt. Nach dieser naturphilosophischen Insinuation wird das. Problem des Ursprunges der Liebe hingestellt, und dasselbe in die fünffache Frage gespalten, ob, wann, wo, woraus und warum die Liebe entstanden sei. — 1) Die Liebe ist eine an sich deutliche Sache, sie ist die Sehnsucht nach einem Dinge, sie ist mit der Sehnsucht Ein Glied in der bewunderungswürdigen Reihe unserer seelischen Affektionen; Sehnsucht ist in der Liebe, sei es thierische oder menschliche oder göttliche, ein Jntegrirendes. Die göttliche Liebe ist die höchste; es ist nur ein Mangel der geschaffenen Dinge als solcher, nicht des Schöpfers, daß die Liebe, obwohl in annähernden Analogis, doch nicht in gleicher Vollkommenheit sich in ihnen findet. Die göttliche Liebe ist nicht jene specisische und eigenthümlich so genannte, die Sehnsucht des Schönen, die Plato als einen großen Dämon zwischen Göttern und Menschen sigurirt, sondern jene gemeinsame und generische, die nach Aristoteles sich in dem Wünschen des Guten für einen andern äußert. Unterschiedlichkeit der Liebe nach der unterschiedlichen Natur des Schönen und Guten. Die Schönheit — Object der edelsten Sinne, des Gesichts und des Gehörs, so wie der Phantasie, des Intellekt, des Geistes. Die Liebe — das Erzeugnis des Liebenden und des Geliebten, als der beiden obern concurrirenden Principien; das Geliebte ist Agens, Form und Zweck, gleichsam der Vater; das Liebende die Materie, gleichsam die Mutter. Die gemeine, sklavische Liebe verkehrt den Liebenden in die wirkende, den geliebten Gegenstand in die leidende Ursache. Gott liebt sich selber, der Vollkommenste das Vollkommenste; sonst ist immer der Liebende niederer und unedler, als das Geliebte, welches Mehr des Göttlichen wiederstrahlt. Erläutert an dem scheinbar widersprechenden Beispiele der Alceste und des Achilles. Die Liebe sowohl des Niedern zu dem Hohem, als des Höheren zu dem Niedern inftrirt eine Mangelhaftigkeit der geschaffenen Dinge; nur die ruhige göttliche Liebe hat ein über jeden Mangel erhabenes Objekt und inferirt nicht eine Beraubung des liebenden Gottes, sondern der von ihm geliebten Dinge. 2) Die dreifache Ansicht über den Ursprung der Welt, der Peripa (e tik er, die ihre Ewigkeit behaupten; der Akademiker, die der Welt einen Anfang in der Zeit aus einer.ewigen Materiezuschreiben; und der Schriftgläubigen, die an einen zeitlichen Ursprung der Wett, als einer durch Gott aus Nichts geschaffenen, glauben. Widerlegung der aristotelischen Annahme der Weltewigkeit; Darlegung der Lehre Platos von der Praenstenz des formlosen Chaos, und Rectisication der Lehre desselben von der Corruptibilatat und dem wirklich bevorstehenden Untergang der Himmel, gegen die Mißverständnisse der Plaroniker. Nach Plato und der Kabbala zugleich wird die Hypothese ausgestellt, daß die Bestandzeit der niederen Welt in 7000, die der obern in 49,000 Jahren ablaufe, zugleich die Hypothese einer ins Unendliche reichenden Weltenerneuerung und Weltenvemichtung. Hier folgt ein Panegyrikus der Kabbala und ihrer Hierophanten, so wie der heiligen Heptade. Die Harmonie Plato's und der Kabbalisten wird, zugleich mit einem siegreichen Ausfall gegen die Peripatetikec, behauptet.

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