Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1840-02-15 · 7 (15.2.1840) · p. 98

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1840
Issue
7 (15.2.1840)
Article
Leo der Hebräer
Date
1840-02-15
Page
98 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9891396-9891407-2361700--0104-2361734
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

99 Leo des Hebräers Dialogen über die Liebe. Tableau ihres Inhalts. 190 Die moralischen Tugenden haben die Mittelmäßigkeit die intellectuellen die Ueberschwenglichkeit zum Charakter. Die Mischung des Nützlichen, Angenehmen und Sittlich- Guten in mehreren irdischen Gütern. Darnach giebt es auch eine dreifache Art der Freundschaft; die das Sittlich- Guee zur Grundlage hat, ist die edelste. Die Liebe Gottes, die alles Sittlich-Guten Anfang, Mittel und Ende, ist die höchste und herrlichste, aber wie die menschliche Erfassung Gottes im Verstände, so ist auch die im Willen eine unvollkommene. Jrrthümliche Ansichten über das Wesen der menschlichen Glückseligkeit; sie besteht in der seligen Vereinigung unseres potentialen Intellekt mit dem göttlichen intellectus eigens. Die fünf Habitus der intelligenten Seele. Der Adel der Weisheit und das Elend der Unwissenheit. Die zwei Wege des Jntellect zur Intelligenz geistlicher Dinge. Die menschliche Glückseligkeit besteht nicht in Reichthum, Wollust, Kunst, moralischer Tugend, nicht in einer unthätigen Zuständlichkeit, nicht in der zerstreuten Wissenschaft aller oder vieler Dinge; sondern in der actualen einheitlichen Intelligenz und dem klaren Schauen Gottes, in dem Akte der innigsten Vereinigung mit ihm — eine Seligkeit, die in diesem Leben unvollkommen ist, in jenem aber vollständig und stetig sein wird. Die leibliche Wollust ist eine in Uebersältigung und Ekel endigende Illusion, ganz verschieden hierin von dem geistlichen Vergnügen. Die weise Einrichtung der Natur: die äußere und unvollkommene Verbindung der Körper corroborativ für die innere und vollkommene Vereinigung der Seelen. Unterscheidung der unvollkommenen von Sehnsucht ausgehenden Liebe und der vollkommenen, die von Erkenntnißklarheit ausgeht und zur Sehnsucht führt. Das Symbolische in dem Mythus von Cupido. Die niedere gemeine Liebe und die höhere, von der rat io extraordinaria geleitete. Zweiter Dialog. Die Allgemeinheit der Liebe. Fünf Gründe der Liebe lebender Wesen, vollkommner und edler im Menschen, als in den übrigen Geschöpfen; zwei dem Menschen eigenthümliche, nicht mit den Thieren gemeinsame Gründe der Liebe. Die Temperamente und die himmlischen Ideen in ihrer Mitwirkung zur Liebe oder derselben Gegentheil. Die Erkenntniß, das Begehren und die Liebe natürlich in den leblosen Dingen, natürlich und sensibel in den Thieren, natürlich, sensibel und rational im Menschen. Das Triebrad der empfindungslosen Körper, vermöge dessen sie besondere Zwecke, besondere Gegenden erkennen, begehren und lieben, ist die Weltseele oder die erkennende und erleuchtende Gesammtnarur. Die Liebe der Elemente hat dieselben fünf Gründe, als die Liebe der lebenden Wesen; Ursache ihrer Lage und Zusammentretung; der Rapport der elementarischen Qualitäten .mit der Distanz oder Nahe der Himmelssphäre. Ursache, warum gerade das Element der Erde gleichsam ein so fruchtbarer Mutterschooß ist und so viel belebte und leblose Mischungen (mixta) bis zu den edelsten Arten zu Kindern hat, wahrend die andern Elemente gleichsam die scorfa et epneubmae des Himmelskörpers sind. Die allen entstehenden und vergehenden Dingen unterliegende gemeinsame Materie, das Sein in der Potenz, aus dem alle irdischen Dinge entsteigen und in das sie wieder zurückfallen, vermöge der ihr inwohnenden Neigung zu den Formen. Die Zeugungen der mixta haben zu näheren und entfernteren Ursachen den Himmel als causa ageusj die Elemente und die nächste Materie. Die mannigfachen Ordnungen und verschiedenen Klassen der Formen, mit welchen die Elemente, nach der zwischen ihnen bestehenden Freundschaft sich einigend und mischend, überkleidet werden. Die Culmination ihrer harmonischen Einheit im menschlichen Organismus. Die sinnreichen Theoreme des Empedoktes über Entstehen und Vergehen der unteren Dinge. Der Himmel liebt die erste Materie mit der Liebe eines Mannes zu seinem Weibe, und neigt sich wohlwollend zu den unteren Körpern wie ein Vater zu seinen Kindern. Thau und Regen sind der himmlische auf die Erde niederfnllende Same, zu dessen Bereitung alle Theile des Himmelskörpers als des kolossalsten lebendigen Wesens concurriren; die sieben Planeten entsprechen den sieben in Bereitung des Sperma geschäftigen Gliedern des menschlichen Körpers, so wie den sieben dem Wahrnehmen und Erkennen organisch dienenden Theilen des menschlichen Hauptes. Der Himmel als das vollkommenste Lebendige hat nicht allein zwei (Pythagoras), sondern alle sechs Differenzen der Lage, rov nüGd'cu (Aristoteles). Das Problem über Aufgang und Untergang des Himmels, Versuch seiner Lösung durch Annahme einer doppelten Himmelsbewegung, der täglichen und einer unstäten (molus erraiieus). Der Mensch als Mikrokosmus. Die Liebe der Himmel unter einander; die Spharenharmome mich Pythagoras. Die Symbolik der Naturphilosophie in. den Dichtungen der Alten. Fünf Gründe, warum die alten die Geheimnisse der Natur in dichterische Mythen verhüllt haben. Beantwortung der Frage, warum Plato in Behandlung der Philosophie, mit Verwerfung des metrischen Gedichts, die Fabel beibehalten, Aristoteles hingegen mit kecker Verwerfung beider Kürze und Dunkelheit des Ausdrucks substituirt habe. Deutung einer ziemlichen Anzahl griechischer Göttermythen; Zusammenstellung der Ideen Plato's mit den Göttern der Dichter. Die Allegoreme der natürlichen Dinge, insbesondere der Eigenschaften und Influenzen der Hiwmelszeichen und Planeten, so wie ihrer freundschaftlichen und feindlichen Conjunetionen, in den heidnischen Dichtersagen. Die eigenthümlichm Hauser der Planeten, und deren Beziehung zu ihrer Freundschaft und Feindschaft. Der Vorzug der geistigen Liebe, die entweder eine Neigung des Untern zu dem Obern, oder des Obern zu dem Untern ist; Vorzug der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.