Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 66 (sequence 5)
- Language
- German
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66 Im deutschen Reich arbeitete das „jüdische Volk", seiner Oberleitung gehorchend, an dem Verderben Deutschlands. Nur ist es unverständlich, daß jeder einzelne von den Feinden DeuLschlands genau dieselbe Anklage gegen die Juden erhebt, sie arbeiten auf sein Verderben hin. Am 5. Mai 1921 brachte der Pariser „Marin" folgenden Erguß aus der „Nation fran$aise" (zitiert bei Goldftei n, S. 154): „Die Juden sind es, die Bankjuden und die jüdischen Politiker, die in Lloyd Georges Umgebung gegen uns arbeiten, seitdem er Machthaber des Tages geworden ist. Aber als diese Mächtmng bei Wilson lag, wer war es, der dort gegen uns arbeitete? en, immer Juden! Eine Gruppe von Juden, die Jakob hiss und Felix Frankfurter, waren es, die Ende Mar 1919 Wilson bestimmten, Deutschland jene Milderungen zu bewilligen, die sich auf Fiume, Danzig, Saarfrage, Oöerschlesien und die Reparation bezogen, jene 5 Punkte, durch die gerade der Brand in Europa heroorgerufen werden wird. Eine Bande Juden hat zum Vorteil Deutschlands dis russische Revolution gemacht, und wenn wir den Quellen nach spüren, können wir feststellen, daß es der deutsche I u d e g e w e s e n ist, der die deutsche Einheit a n f r e ch r e r h a l t e n hat, Lei deren Schöpfung er der Mitarbeiter Bismarcks gewesen ist,".... ein größeres Verbrechen konnten die Juden nicht begehen. . . Dieselben „Weisen von Zion", die auf den Verderb Deutschlands hingearöeitet haben, nennt die „Morning Post" die jüdische Gefahr für England, die /.Protokolle", deren englische Ausgabe unter deutschem Titel erschienen ist, enthalten nämlich heftige Stellen gegen England, und in der Londoner „Nation" wurde fest gestellt, daß diese Stellen sich in der russischen Originalausgabe von 1905 nicht finden. . . . Natürlich - Als nämlich die Protokolle um diese Zerr her gestellt wurden, um die ganze gefährliche Niedertracht der Juden zu beweisen, herrschte bittere eindfchaft zwischen Rußland und England. Jeder Ausfall gegen tzteres wäre also vom russischen Standpunkt eine patriotische Tat gewesen. . . . Gleich nach Kriegsausbruch wurde gegen die Juden, die nach Luderrdorff am Untergänge DeuLschlands arbeiteten, die allgemeine Anklage erhoben, sie arbeiten zugunsten Deutschlands am Verderben Rußlands. Der russische General Komaroff-Kurloff, ehemaliger Chef der russischen Geheimpolizei, weiß'in feinem Buche „Das Ende des russischen Kaisertums"2), interessante Dinge zu erzählen. Als GeneralgouBerneur von Kurland erhielt er vom Hauptquartier den Befehl, alle Juden dieser Provinz ohne Unterschied des Alters, Geschlechtes und der Stellung auszusiedeln, da sie dringend verdächtig seien, zugunsten der Deutschen Spionage und Verrat zu üben. „Die Berproviantierung der Lazarette und anderer militärischer JnstituLionen und ebenso der ganzs Handel lagen in den Händen der Juden. In den Lazaretten arbeitete eine ganze Anzahl jüdischer Aerzte. Eine allgemeine Aussiedelung hätte einen Stillstand des Lebens im ganzen Gouvernement hervorgerusLN und alle Mitglieder der Kommission sprachen sich einstimmig dagegen aus."' Nach langwierigen Verhandlungen und wiederholten Reisen ins Hauptquartier gelang es ihm, die „völlig ungerechtfertigte und grausame Maßnahme" wenigstens teilweise zu mildern und zu verlangsamen. Zmu Schluß stellt der General auf Grund der Akten des Militärbezirkes fest, „baß die allgemein gegen die Juden erhobene Beschuldigung der Spionage auf keiner ernsten Grundlage berühr". *) Verlag August Scherl, Verlm 1920.