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Im deutschen Reich · 1922-03-01 · Heft 3-4 (März 1922) · p. Seite 67

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 3-4 (März 1922)
Article
[Ohne Titel]
Date
1922-03-01
Page
Seite 67 (sequence 6)
Language
German
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$nttfemür§'mns. Jugend und Erzieher S7 . . . Zn guter letzt melden sich die Pole n und versichern seit dem Waffenstillstand, alle Juden der Welt, die sämtlich unter der Führung 'ihrer deutschen Glaubensgenossen stehen, hätten sich verschworen, zu Nun und Frommen Deutschlands feinen Erbfeind, Polen, zu verderben. Die Juden haben alle diplomatischen Mißerfolge Polens verschuldet, die Juden arbeiteten in Oberschichten für Deutschland, die Juden haben die Bolschewisten zum Feldzug gegen Polen veranlaßt, die Juden haben die polnische Mark herabgedrückt', um Deutschland die Oberherrschaft zu sichern, die Juden arbeiten an einem Bündnis zwischen Rußland und Deutschland, um die Hegemonie des Deutschtums wiederherzustellen. Die Juden, die Juden! . . . Wir Juden kennen uns nicht mehr aus. Es steht zwar „fest", daß wir nichts anderes sinnen und Lun, als verraten und verkaufen, aber wen? Und zu wessen Vorteil? Das wissen wir nicht! Es ist endlich Zeit, Laß hier Licht gemacht m,id Gewißheit geschafft wird. Wir müssen endlich erfahren, ui wessen Diensten unsere „Oberleitung" arbeitet. ArrtrsemMswus, Zrrgeud rrrrd Erzieher? Von Rechtsanwalt und Notar Foerder-Breslau. Die Redaktion gibt die Ausführungen des geschätzten AutorS gern. Wieder, ohne sich Ln allen Einzelheiten mit ihnen einverstanden zu erklären. Wehnlich der Grippe wütet der antisemitische Pestbazillus ganz besonders bei den Jugendlichen. Mit guten Gründen und mit besonderer Kunst wird er gerade dort von denen gezüchtet, die sich in die Neuordnung der Dinge nicht schicken können oder wollen. Sie benutzen den Judenhaß, um die bei der Jugend so leicht zu weckende Leidenschaft aufzupeitschen, und prophezeien die Rückkehr besserer Zeiten, die sie nur unter einer Monarchie für sich erhoffen, durch „Beseitigung des jüdischen Einflusses und der Judenregierung". Gerade dem Heranwachsenden Geschlecht müssen diese Schlagworte immer wieder mit suggestiv wirkender Kraft eingeprägt werden. Denn es könnte sonst gar leicht geschehen, daß die in die neuen Verhältnisse hineingeborene oder -gewachsene Jugend sie als gegeben hinnimmt, wie wir Aelteren die des alten Regimes, und diesen womöglich Geschmack abgewinnt. Die Herde der nationülistisch-antiseniiLischeN Propaganda sind in den Schulen die Jugendbünde, welche heutzutage eine große Zahl christlicher Schüler von Sekunda an umfassen. Als deutschnationale Jugendbünde wurden sie, großenteils von Parteisekretären, gegründet. Ministerielle Verfügungen erklärten sie wegen ihrer offensichtlich politischen Tendenzen mit der Schulzucht s" Da erklärten sie sich für aufgelöst und tauchten wenige Tage später unter neuen Vorsitzenden als „Jugendbund Bismarck", „Jungsturm" und ähnlichen Namen wieder auf. Sehen wir uns das Normalstatut eines solchen Bundes an: „Unser Jugendöund Bismarck ist vollständig parteiunpolitisch und stellt seine Arbeit in den Dienst keiner Partei. Wir stehen auf christlichnationaler Grundlage und glauben an die Fremdvölkische. Um auch den geringsten Anschein dessen zu vermeiden, bitten wir unsere Mitglieder, die vielleicht gleichzeitig Mitglieder eines völkischen Verbandes sind, das Hakenkreuz nicht gleichzeüig mit ferem Bundesabzoichen zu tragen.

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