Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1922)
- Article
- [Ohne Titel]
- Date
- 1922-03-01
- Page
- Seite 64 (sequence 3)
- Language
- German
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64 Im deutschen Reich Bc-aristsvc: wirrungen und di?r?n Fol.aon. dis 1827), des Sängers der „Griechenlieder", die in den dreißiger Jahren gewaltige Begeisterung weckten. Er gehörte zu den bedeutendsten deutschen Liederdichtern, „eine Helle innige Narursreude (also ein echter deutscher Wesenszug) singt und klingt in seinen Liedern, die auch zu den sangbarsten gehören und daher sehr häufig komponiert sind,^ am schönsten von Schubert". Und der Enkel dieses echt deutschen Dichters, der Sohn eines der hervorragendsten deutschen Männer des 19. Jahrhunderts, der mit Aufgebot aller Kraft die Kulturzusammenhänge zwischen Deutschland und England zu pflegen und aufrechtzuerhalten sich bemühte, geht jetzt als englischer Diplomat n a ch Warschau, u nt i m britischen I nteresse die politische Einkreisung Deutschlands vollenden zu helfen! Die polnische Presse betont übrigens, daß der Gesandte Max-Müller in nahen verwandtschaftlichen Beziehungen zu der polnischen Grafenfamilie Z i e h b e r g - P l a t t e r steht, deren Name ebenso .ecljt slawisch ist, wie Max-Müller echt englisch. . . . Oder soll man an die zahlreichen Generale und Heerführer mit kerndeutschem, hochadeligem Namen denken, die in diesem Kriege dis russische Dampfwalze über Deutschland hinrolleu lassen wollten, um es, dem Willen Frankreichs und Englands gemäß, zu Brei zu Zerquetschen? Waren die Nennen kampf, Graf Keller, Pflug, Scheide m a it n , Stür m e r und wie sie sonst hießen, die untereinander nur deutsch sprachen und ganz unzweifelhaft von rein deutschem Blut waren, Söhne der deutschen Station, oder nicht? Dürften ihre Sprößlinge, nach der Theorie der Berliner Universitätsjünglinge, das Recht beanspruchen, von den deutschen Hochschülern als Volksgenossen behandelt zu werden oder nicht? Das ist eine kitzlige Frage, deren Beantwortung sich jedoch die jugendlichen Um* versrtätspolitiker schwerlich werden entziehen können .... Auch die Wiener Regiernngspolitiker werden gezwungen sein, einmal entschieden zu dieser Frage Stellung zu nehmen: einige hunderttausend Optanten, denen die ^Ausnahme in den österreichischen Staatsverband auf Grund einer anthropologischen Fiktion verweigert wurde, haben beim Völkerbund Beschwerde geführt, und dieser hat die österreichische Regierung aufgefordert, sich zu der Frage Zu äußern. Sie wird also erklären müssen, was für Merkmale ein Mensch aufznweisen hat, um zu einer bestimmten Nation gerechnet zu werden, nämlich: was für Nt e r k m a l e außer der Sprache und de r S t a atsges in n un g; sie wird auch erklären müssen, ob sie im Besitz des Geheimnisses ist, nach welchen Methoden man an einem Menschen eine Blutprobe vornimmt, um sestzustellen, zu welcher Rasse er gehöre und von was für Eltern er abstamme. . . . Man darf auf die Antwort der Wiener Rassenpolitiker gespannt sein. Es scheint hier eine arge B e g r i f.f s v e r w i r r n n g eingerissen zu haben, die von seiten der Antisemiten zu ihren Zwecken ausgenützt wird. Die oft gebrauchte Redensart „d a s Volk I s r a e l" oder „das jüdische Volk" kann natürlich nicht dieselbe Bedeutung haben wie etwa „das deutsche Volk", „das Schweizer Volk", „das italienische Volk", denn hier handelt es sich um eine Menschengruppe, die untereinander verknüpft ist durch die realen Bande einer gesprochenen Sprache, eines geographischen Zusammenhanges, eines staatlichen Zusammengesaßtseins oder des StreüenS nach einem solchen, ferner durch gemeinsame wirtschaftliche und politische Interessen, die es häufig 'in gemeinsamen blutigen Kriegen zu verteidigen gilt. Beim jüdischen Volke sind alle diese realen Bande nur eine Erinnerung von mehr als 2000 Jahren. Was das jüdische Volk eint, sind durch w eg Baude rein idealer ^atur: