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Im deutschen Reich · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 39

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Article
[Ohne Titel]
Date
1922-01-01
Page
Seite 39 (sequence 4)
Language
German
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Ruhmsucht, Kapitalismus, Imperialismus und Militarismus, als das^ sich das Programm der DeutschnaLionalen darstellt, in ein System zu bringen, das den Ansprüchen starker ethischer Persönlichkeiten entspräche. Selten enwfindet man dies so stark wie bei der Lekrüre x<c:iicn u*>> des neuen Buches von Adam Röders, des konservaLiven^'^^''^^^ süddeutschen Führers. Unter der scharfen Lupe dieses Mannes fallen die Dtänteichen, mir denen Parteigeist absolute Werte zu relativen Propaganda Mitteln umgewandelt, und mas übrig bleibt, läßt sich als das fiebernde Bemühen einer Cliaue erkennen, an sich zu raffen, was nur erreichbar ist und auf Staat und Volksgemeinschaft — von Idealen ganz zu schweigen — zu pfeifen, wenn das eigene Ich belastet werden könnte. Röder kennzeichnet das unheilvolle Wort „nationalistisch" als die parteipolitisch organisierte Form des H e i rn a t s g e s ü h l s, während „national" ohne jeden Zusatz gleich „henuatsliebend" gesetzt werden müsse und deswegen die viel edlere, tiefere Ausdruckssorm der Vaterlaudsgesinnung sei. In klarer Durchführung dieser Gedanken stellt er die Forderung, daß jeder als national angesehen werden solle, der Deutschland als sein Vaterland betrachtet, mit dem ihn Sprache, Erziehung und Lebensstil verbinden., wenn er daraus Anspruch erheb:. Hier ist die Formel, die wir deutschen Juden den andern gegenüber brauchen, wenn auch unser lebendiges Wirken tote Prägungen überflüssig erscheinen lasten mag. Aber die Hilfe aller Gutgesinnten, zumal wenn sie von solcher Seite kommt, ist uns willkommen. Manchen Kreisei: der Teutschnationalcn, man muß wohl schon Deutschvölkischen sagen, kann man allerdings das Zugeständnis innerer Geschlossenheit ihres Weltbildes nicht mehr versagen, da sie als notwendige Folgerung ihres rassischen Ueber-AnrüSzEsra» bewußtseins auch das Christentum als unvölkisch abstreifen und ihre Kirchen mit heiligen Hainen zu vertauschen beginnen. Wie stark dieses Bestreben ist, beweisen Meldungen aus dem Reiche, wonach einige Gegenden das Weihnachts-- f e st durch das Fest der S o n n e n w e n de zu ersetzen versuchen. Dieses Zurücktauchen in die germanische Vorzeit kann freilich ohne erlreblickren dauernden Kulturverlust geschehen, sofern es sich nur auf beschränkte Kreise und geringe Zeit e r ft reckt, da nach diesen mehr oder minder ernsten Spielereien den Umkebrenden wieder der ganze Kulturschatz und Geistesbesitz des deutschen Volkes bereit stehen, die aus der Ver- Reaktion und Antisemitismus, zugleich ein Mahnwort an die aiads» mische Jugend, Berlin 1921, $. A. Schwetschke L Sohn. Preis 13,50 M

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