Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Article
- Anthropologische Geschichtsschreibung
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 33 (sequence 6)
- Language
- German
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33 Anthropologische Geschichtschreibung nur das alte Jahawegebot einschärfen wollen, „aus das; sic nicht ihren Augen nach traten". Aber Spaß beiseite! Es hält schwer, dem anthropologischen Geschichtschreiber gegenüber angesichts solcher Leistungen parlamentarisch zu bleiben. Hin nnb wieder tauchen aber dock) ge;chst!miche Euschstnungen aus, deren Erklärung auch dem anthropologischen Geschichtschreiber zu schassen macht, wie z. B. der.Sozialismus und K'or.iiimrrisur r: s. Während wir cs gewöh:tt sind, beide Erscheinnu'geu als spezifisch jüdisch, d. h. uugeriuanisch, gebraudmarkk zu sehe:?, geh: Die neue Geschichtsauffassung in bicier Frage eigne Wege.;jmar der soziale Geist ist auch ihr eine ausgesprochen jüdisch) Anlage: es führt eine gerade Linie von den Bibellehrerir^ zu Marx und den idealistischen Komrnunisten der Gsgcmoart. segensreich wirkt dcr soziale Geist darum nur bei den Juden: auf die nordischen Böller, die nicht sozial sind, wir!t er ru:r verwirrend. -Wie sagte doch Wilhelm II. in seinem bekannten Stöckerbrief: Ehristlich-sou'a! iß ctu Unding, christlich ist sozial. Der Dorr.) A^chtsdestoweniger ist der Kommunismus-unter Blondlingen nicht nur möglich, sondern sogar w ese ns g cm äst. Beweis: die Spartaner, die reine Bion> linge rvaren. Wir dürfen also fefiüdfcu: Sie Wurzel, der sozio.ie Geist, ist mischrassig-jüdi.sch: die überreife Frnch:, der Kommnrriöunrs, ist reinrassig-nordisch. Ja, nocl) mehr! Der Koumnmisnrns ist der Ausdruck reinrassiger Tapferkeit. Denn: Jede Sozialinik — das ist die nordische Theorie, während die Sozialisten nur jüdische Praktiker'sind — die nicht den Kommunismus in bezug auf jederlei Besitz fordert, denkt ihren Gedanken nicht zu Ende — ans Feigheit der Mischrassigkeit. (Und Trotzli, der angeblich sogar die Trauen kommn.- iiiucrt hat?) Nun neigen aber doch auch die Juden zum Kommunismus? Ja, nxil sie durch daZ Talnwdsnrdium zum lonsequentc'l Denken erzogen worden sind. (Scheinbar aber nicht der ar.thropologische Geschichtschreibers Tder ist es etwa jo: Ist der nordische Blondling Kommunist, dann ist er es kraft seiner nordisärcn Blonoheit, also aus Nanrranlage, und das macht ihn zum Eäxling. Ist cs aber der Jude, dann ist er es infolge seiner kulturellen Entwicklung, und das macht ihn zum Varia. Ich gebe ZU, klar veixb die Siw^e auch dadurch nicht. Aber d^rs liegt wohl nur an meinem mischrassigcm Verstände. Dem reinrassigen anthropologischen Geschichtschreiber ist sie jedenfalls klar gewesen. — Doch verlassen wir den Gegenstand, der Fall wird sonst noch verwirrter. Je näher die antropologische GeschichLschrrwnng der Gegenwart kommt, um so deutlicher tritt ihre Berwandtschasr mir d<r landesüblichen antisemitischen- Flugblatt-Geschichtskiilteruug Zutage. - "Natürlich tragen die Juden die Schuld au Deutschlands und seiner Verbündeten Unglück. Sie haben das Volk ausgehungert, sic nxirr.i die Träger des HaßbazilluS gegen Deutschland irr dcc ganzen Welt. „Der Haß gegen. Deutschland, der die ganze Wett ccfiilüe, war der Haß aller Juden gegen Deutschland, und der -Hast der englischen, französischen,, italienischen. Mchtjuden gegen die dermchen Inden, die allem sie von den Deutschen näher -kannten.-"' Darum „voar es dem deutschen Deutschen auch während des Krieges unvergessen, daß der englische Engländer sein Bruder war". Ein?ürss!nß