Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Article
- Innere Mission
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 15 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/2316602-2316923-2316924-2359192--32464-2359262- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
.^GurlrenVimiTur^a des Centiülvercius 15 beschränkte Emanzipation gewährt worden war, "on dem Landtag einmal ums andere ihre volle Gleichberechtigung gefordert, weil die Kriminalstatistik ergeben habe, daß die Juden kulturell durchaus vollwertig und weit unter ihrem Bevölkerungsanteil an den Delikten beteiligt seien. Als in Preußen 184s sämtliche Provinzialstände aufgesordert wurden, sich über die soziale und moralische Qualifikation der Juden zu äußern, um zu der Frage der Beibehaltung bzw. Ausgestaltung der Emanzipation Stellung zu nehmen, sprachen sich sämtliche Landtage aus Grund der gemachten Erfahrungen für die Juden aus, mit einziger Ausnahme der Provinz Sachsen, und dort, kam das den Juden ungünstige Urteil zustande gegen den Widerspruch von Magdeburg, der einzigen Stadt, in der überhaupt eine größere jüdische Gemeinde bestand, während man in der übrigen Provinz Juoen leibhaftig meist überhaupt nicht kannte. Das sind Beispiele aus der Vergangenheit. Nicht anders liegt es in der Gegenwart. Und zwar in allen Ländern. So ergab 1900 die holländische Kriminalstatistik, daß die Juden nur weit unter dem Durchschnitt an den Delikten beteiligr waren. Dasselbe ergeben auch die neueren deutschen amtlichen Feststellungen. Und so steht es auch mit den 'Anwürfen unserer Tage. Unsere Gegner bezeichnen die Juden als Drückeberger, obwohl 100 000 deutsche Juden im Heere dienten, davon 80000 an der Front, 23000 dekoriert und 2000 zu Offizieren befördert wurden. Angesichts dieser und anderer Zahlen und kraft unseres besseren Wissens dürfen wir den Gegnern, die die Juden als Schieber, Ausbeuter und Schlemmer hinstellen, sagen: Es ist nicht wahr, daß die Juden besonders mit diesen Gebresten der Zeit behaftet sind. Sie sind auch in dieser Hinsicht nicht schlechter als die andern. Aber wenn wir mit Fug und Recht dies dem Gegner antworten können, so bleibt doch für uns di Tatsache, daß wir auch unfern Anteil zu den Schädlingen unserer Zeit stellen. Und diese Tatsache bildet den Ausgangspunkt unseres Themas, begründet die Forderung nach innerer Mission. Ihre Grundlage ist die Tatsache, daß Jude sein nicht heißt: Nicht schlechter sein als die andern, sondern daß wir als Juden die kategorische Pflicht haben, besser zu sein als die Umwelt. Denn die Schuld des einzelnen Juden wird immer zur Schuld der jüdischen Gesamtheit. Diese passive Solidarität lädt jedem einzelnen Juden eine furchtbare Verantwortung auf. Wer sich verschuldet, belastet uns alle. Deshalb sind wir am Vergehen des Einzelnen interessiert. Deshalb ist es unser Recht und unsere-Pflicht, innere Mission zu treiben. Die Zahl der gegen die Juden erhobenen Vorwürfe ist Legion. Wir sollen Schuld am Kriege haben und am Frieden, Kapitalisten und Bolschewisten sein. Während Millionen die Mittel zum Leben fehlen, sollen die Juden prassen. Daß auch Juden dies tun, ist zuzugeben. Aber tun sie's, so tun sie §