Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Article
Im Kampf um unser Vaterland
Date
1922-01-01
Page
Seite 7 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2316602-2316923-2316924-2359191--32454-2359254
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Hauptversammlung de- LentralvereinS 7 C.-V. durch seine Mitglieder an führender und verantwortlicher Stelle gestanden. Wahrend in Posen die oberste Heeresleitung während des Aufstandes völlig versagt habe, habe die Zivilcourage der Bürger, und darunter vieler deutscher Juden Ordnung geschaffen und gerettet, was noch zu retten war. Denn inan in den Internierungslagern, wo rmra die sich gegen polnische Uebergriffe Auflehnentan unterbrachte, eine Judenzädlung veranstaltet hätte, wäre sie nicht beschämend für die deutschen Juden ausgefallen. Die Pofener seien im Widerstreit zwischen Heimatgefühl irni> Staatsrecht gestanden und batten sich dabei für dre Heimat geopfert. Zum Ruhm der jüdischen Frauen müsse gesagt werden, daß sie Zauderrrde ermuntert batten und lieber in Deutschland hungern als in Polen schwelgen wollten. (Lebhafter Beifall.) Rabbiner Dr. Draunschweiger-Oppi' berichtet sodann über die Leiden und die vaterländische Treue der deutschen Juden Oberschlesiens, die in schwerer Stunde, da eine wertvolle Stätte deutschen und jüdischen Lebens verloren gebe, dankbare Kinder der Heimat geblieben seien. ' Selbst in den Tagen, wo sich alle Parteien im Kampf für die deutsche Heimat zusammengefunden bätlen, sei der Antisemitismus nicht zur Rübe gekommen. Die obcrschle fischen Juden hätten das doppelte Leid erfahren, als Deutsche und als Juden an ge feindet zu werden, aber sie würden sich in ihrer Treue für Deutschland nickt irre machen lassen. Die Mstimmungszüge seien von jüdischen Oberschlesiern aus dem Reiche gefüllt gewesen, so daß auch böswillige G e g u e t anerkannt hätten, daß sich der Patriotismus der Iudenin überwältigender Starke gezeigt babe. Ter Kainpr für Deutschland sei auch den Juden Oderichlenens nicht leicht aemackt worden, zumal in kleinen Orten, wo jüdische Familien oft als die einzigen Vertreter des deutschen Gedankens von polnischen Mürderorgani'sationen bedroht wurden. Trotzdem werde kein Jude Schlesiens von dam alten Geist der Treue, mit der auch die manischen Juden emst ihre Heimat im Hemm getragen hätten, abweicken und den Geist des Rechts, tar Frei hen und Gerechtigkeit stets bewahren. (Stürmischer Beichll.) Als Vertreter des Reichsbundes jüdischer Frontsoldateii legt hieraus Referendar Dr. Urias-Hamburg schärfste Verwahrung ein gegen die Verleumdungen der Antisemiten über die Frontbetätigung jüdischer Soldaten. Er weist darauf hin, daß von tan 540 00t) deutschen Juden über 100 000 zum Kriegsdienst eingezogen, davon 65000 an der Front waren. Die von dem Führer des Schuß- und Trutzbundes herausgegebeneStatistiküber die Beteiligung id'er Jud-cn am Kriegsdienst enthalte krasse und absichtliche Unrichtigkeiten, so daß man dem nicht energisch genug entgegen! reten könne. Mittelschullehrer Srern-Kattowitz erinnert als Vertreter der grüßtenOrtsgruppeOberschlesiens an die bedeutenden Verdienste der deutschen Juden um die Entwicklung der otarschlesischen Kultur und Industrie. Wenn auch durch die Aufteilung Oberschlejieirs

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.