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Im deutschen Reich · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 6

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Article
Im Kampf um unser Vaterland
Date
1922-01-01
Page
Seite 6 (sequence 5)
Language
German
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s Jin bcntfcfocn Ncicb nir^t verloren. Uub so geloben wir Ihnen, daß Sie an u n$ jüdischen Frauen treue und un er rundliche Helferinnen in dem uns aufgezwungenen Kampf ums Vaterland haben werden, daß wir nicht nur um unsere gefährdeten Rechte als Staatsbürgerinnen jüdischen Glaubens, sondern auch um unsere Menschenrechte ringen wollen, und daß wir nicht ruhen und nicht rasten, bis uns oas wird, was fcfjou unsere Heilige Schrift als die-Grundpfeiler, des Weltalls bezeichnet: ' . Wahrheit, Recht und Frieden!" Staatsrat Cohn-Dessau meint: Es gelte immer noch der Satz: „Die beste Deckung'st der Hieb". Die Frage, ob wir in dieser Zeit, in der Deutschland so schwer daniederliege, den Kampf führen dürften, sei unbedingt zu bejahen: denn der Kampf für das Judentum sei auch ein Kampf für unser Vaterland. Wir nrüßten uric ein Mann Stellung nehmen, tocmt' irgendwo von Juden gesündigt wird, aber auch tadeln, wenn dies von N'htjuden geschieht. Wir müßten vor allem mit den gegnerischer: Parteien ringen. uni) Ueberzeugung gegen Ileberzeugung sehen. Nur der M<mgel cm Aufklärung erzeuge die Schwere der Erfahr. Vor allem müsse diese Aufklärung unter der Arbeiterschaft erfolgen. Gelinge es den Antisemiten, die Arbeiter für sich zu gewinnen, so seien wir von Entrechtung nicht mehr fern. Die Parole müsse daher lauten: U rr e r rn ü d l i ch e A u f k 1 ä r u n g s a r b eit. — Hierauf spricht Rechtsanwalt Dr. Brodnitz-Danzig namens des „CenLralvereins Danz^ger Staatsbürger jüdischen Glaubens" den herzlichsten Dan? für die warme Anteilnahme ans. Nach Wbruch der politischen Beziehungen zwischen Danzig und Deutschland - seien sich die Danzig er Jude!? darüber klar genesen, daß sie-nach avie vor nur deutsche Juden bleiben würden und daß als Organisation zur Pflege dieses Deutschtums nur die Tr'aditwnen des C.-V. in Betracht kämen. Im Gegensatz zu anderer: Organisationen, für die Danzig erledigt gewesen sei, als es von Deutschland abgeschnitten war, habe der Vorstand des C.-V. den Tanziger jüdischen Freunden reichste Hilfe angedeihen lassen. Der C.-V. habe eben gewußt, daß dem deutscher: Juden sein DeutschLum so tief in den Knoche:: stecke, daß daran die politische Loslösung von Deutschland nichts ändern könne. Namens der Danziger Juden gebe er die Versicherung ab, daß sie den C.-B. stets nnb, solange hochhalten würden, als es überhaupt deutsche.Juden in Danzig gäbe. (Starker Beifall.) Weiter nimmt das Wort Rechtsanwalt Or. Haase-Berlrn, früher in Posen, namens der Betvohner der damaligen Provinz Posen. Er imist darauf hin, daß die dortigen Juden bei der Loslösung Polens von Deutschland in heißer Liebe zu ihrem Vaterland ihr Deutschtum stets bekannt h ä t t en , nicht in einer angcnehinen Lage durch Worte, sondern inmitten höchster Lebensgefahr durch Einsatz ihrer Person. Sie hätten so gehandelt, obwohl eine verstandesgemäße Ueberlegung vielleicht ein anderes Handeln bedingt hätte. Im deutschen Volks rat Posen habe der

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