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Im deutschen Reich · 1922-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1922) · p. Seite 8

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
28 (1922)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1922)
Article
Im Kampf um unser Vaterland
Date
1922-01-01
Page
Seite 8 (sequence 7)
Language
German
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s Im deutschen Reich das Band des gemeinsamen Staatsbürgertums zerrissen werde, so bleibe doch als gemeinsame Aufgabe btx Kampf gegen den Antisemitismus, der selbst bei den letztest Gemeindeioahlen, wo es sich doch um eine Generalprobe für die Abstimmung gehandelt habe, nicht zur Ruhe gekommen sei. (Lebst. Zustimmung.) Als letzter Redner führte Rechtsanwalt Dr. Bruno Weil, Berlin, früher Straßburg, aus: „Zu den Stimmen der Brüder aus dem Osten und den Worten des Vertreters der jüdischen Frontsoldaten gesellt sich die Stinrme aus dem Westen unseres Vaterlandes. Aeltestes deutsches Kulturland dehnt sich zwischen Rhein, Saar und Mosel. Von Frankreich durch die Vogesen als natürliche Mauer getrennt, liegt dieses verlorene Land, das kostbarste, das Deutschland verloren hat, das kostbare Kulturgut, welches auch das deutsche Judentum insbesondere zu beklagen hat, wie ein Garten Eden da. Im Elsaß, lebten die Juden länger iüs die deutsche Geschichte zurücksührt und sie haben sich mit den mannigfachen Wendungen der Geschichte dieses Greuzlaudes abfindcn müssen. Der Centralverein hat nur scharr in diesem Land Fuß fassen können, in dem eine roeitblickende französische Verwaltung den Juden seit der Revolution von 1789 gleiche Reche gegeben hatte. Als der Centralverein seine Arbeit im Elsaß begann, hi<ckt nmn seinen .Vertretern entgegen, daß Deutschland seinen jüdischen Mitbürgern ein minderes Maß von Rechten gewähre als Frankreich, das keine konfessionellen Unterschiede machte. 'Die Wirkung französischr Liberalität schützte die elsässischn Inden auch in der deutschen Zeit und Wilhelm II. mußte der liberalen Tradition Rechnung tragen und den jüdischen Oberrabbiner ebenso zur Tafel ziehen wie die Geistlichen der anbereit Konfessionen. In der ersten Kammer hatte neben den anderen Geistlichen auch der Oberrabbiner seinen Platz. Erst die Dreyfus-Affäre, welche die antisemitischen Regungen in Frankreich ausdeck r, ermöglichte dem Centralverein um die Jahrhundertwende die Arbeit in Elsaß-Lothringen. Die Arbeit ivar im besten Zuge, als der große Krieg alles vernichtete. Die Entwicklung der Nachkriegszeit aber ist ein glänzender Beweis für die Richtigkeit der Theorie des Ceutralvereins. Ws die Franzosen einzogen, stand die deutschgesinnte Bevölkerung abseits; die französisch-elsassischen Juden streckten den deutschen Juden keine Hand entgegen, christliche und j ü d i s ch e D e u tsche standen gemeinsam beieinander. Diese Trennung der Juden Anveist, daß das Wort, daß alle Juden füreinairder bürgen, keine Gültigkeit mehr hat. Unter den ersten deu'schcn Juden, die ausgewiesen wurden, befanden sich Führer des Centralvereins, ein Beweis, für wie deutschfreundlich die Franzosen diese. Juden hielten. In der Stunde der Not fanden sich also nicht die Konfessionen, sondern die Volksgenossen. In dieser Stunde hat sich der weitaus größte Teil der deutschen Juden im Elsaß, auch derjenigen, denen an sich eine andere Möglichkeit gegeben' war, sür Deutschland entschieden. Diese Treue seiner Kinder ist ein glanzender .Sieg unseres zertretenen.Vaterlandes, ein erschütterndes Be-

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