Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 28 (1922)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1922)
- Article
- Im Kampf um unser Vaterland
- Date
- 1922-01-01
- Page
- Seite 5 (sequence 4)
- Language
- German
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Hauvtverse.mmtuug des EentralvermnZ 8 1 recktet'. Heul-' müssen tvir auch ln er — wie in Viesen anderem -- abseits fchcn, weil and) auf diesem Gebiete der deutsch-völ'- Inöhe Geist sich Balnl bricht und die Mitarbeit der Jüdin schroff zurückwcist. Hier sind oft die Geistlichen die Rnfcr im Streite, die sogar auf charitativern Felde, wo doch Glaubensunterschiedc siwveigeu sollten, die Jüdinnen ausgeschaltet wissen wollen. Unsere jüdischen Mitschwcstcrn, die aus eigenen Füßen stellend, sich Brot und Ernnnb suchen, sie setzen sich tausend T-emüttgungen und Kränkungen ans, wenn sie au Aemter und Firmen gelangen, die grundsätzlich leine Juden anstellcn. Tic besten MciutfnifK und Fähigleiten, glänzende Zeugnisse, sie versagen vor dem Togma: Wir nehmen keine Jüdinnen ans. Gar viele unter m.3 haben den begreiflichen Wunsch, sich in sozialer Arbeit, sei es als Berns, sei es ehrcnanrtlich, zu betätigen; sie kommen ansgestattet mit gediegenen Kenntnissen, mit guter Vorbildung, beseelt von dem besten Willen, ilire Kräfte dem Vaterland zur Verfügung zu stellen, ihm zu Helsen, in eurer Epock)c, wo Hilfe von allen weitenerbeten und von? töten ist: auch hier ablvei.sen.de Mienen, spöttisches Achselzucken, oft derbe Zurückweisung, derJudin ist M i l st i l f e, Aufbauarbeit versagt, sie gilt in weitverhetzten Bolkslreiscn als minderwertig und unbrauchbar. . Was hilft dcr der feisteste Wunsch, milchtwirken am WiederansLan des Baterlandes, der ernste Wille,-neue Werte mitznsckxmen, einen Answeg suchen zu Ijclieii ans Aot nnd Verelendung, wenn Religion, wenn. Konfession unüberbrückbare Hindernisse bilden? So schwer derartige Borkonmmisse die Einzelnen treffen, so er* bittcrud sie wirken müssen, sie treten weit zurück, wenn wir an. die lluglücklichsten mrscrer Glaubensgenossinnen denken, an jene, denen der Kr i e g teure Angehörige, G a t t e n, Brüder u n d vor allcm Söhne, oft den einzigen, z m c t, mehrere geraubt hat. Was mag in der Seele solcher Frauen vorgekn, die wund sind von dem Leid, das sie traft gvcnn ihnen die wüsten Beschuldigungen unserer Gegner in die Shren gellen: „Tie Inden sind allesamt Drückeberger, keiner lag im Schützengraben, nur in Etappe und Heimat waren sic z-n finden.'" Wie must cs einer solckxn Tulderin. zu Mute sein, die mit dem Gatten, dem Sohne auch .den Ernährer verlor, die in fihnmcrüriKii Perhättnissen dahin lebt, wenn sie auf knallroten Plakaten an den Litfaßsäulen ließt: „Wahrend der Tentsche sein Blut-im Felde vergast, bereicherte sich Jude in der Heimat. Kein Jude tat seine Pflicht im Kriege." Und sie. denkt an ihren Gefallenen, der mit Begeisterung chs Kricgsfrei-- willigcr ins Feld zog, und nun, in fremder Erde ruhend, noch im Grobe von den eigenen Volksgenossen beschimpft und geschmäht wird. Ta gehört ein. Heroismus sondergleichen,. ein tiesnmrzelndes Heruratsgcfnhl, ein starker Glaube an das Vaterland und den S<eg der Gerechtigkeit dazu, mit hier nicht zusammenznorechen unter der Last des grausam erlittenen und rmverdienten Unrechts. Aber die Jüdin, die schwn seit Urvätcrzeiten bewies, daß sic sich nicht rmtecküegen läßt, daß. sie in. Not und Tod die tapfere Gefährtin des Mannes.ist, sie fat diese Eigenschaften auch heute noch