Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1921-12-01 · Heft 12 (Dezember 1921) · p. 371

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 12 (Dezember 1921)
Article
Im Kampf um unser Vaterland
Date
1921-12-01
Page
371 (sequence 10)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2316602-2316912-2316922-2359113--32408-2359167
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Im Kampf um unser Vaterland 371 Versöhnung- Wenn es überhaupt im Kriege das Hö'^te sähe, so verdiente das Judentum nicht den Namen einer -.Religion. Gewiß, das Judentum hat im Kriege d i *• M iLde Borge idjriebcn, und aus unserem Schrifttum sei eine Stelle hervorgehoben, die auch Herrn Ludendorss interessieren dürfte, in welcher es heißt: „Milde soll auch das Verfahren gegen bie Feinde im M 11 e g e f e t n, der Gesetzgeber verbietet nämlich, ihr Land mit Feuer zu verwüsten und gestattet auch das Fällen der Obstbäume nicht." (Josephus gegen Apwn 1!. 20. > Das ist vor mehr als 1800 .Jahren geschrieben. Tatsache ist: das Judentum war immer gegen Angriffskriege, gegen ruchloses Blutvergießen, hat aber auf der anderen Leite in feiner ganzen Geschichte den Kampf um die eigene Scholle für eine heilige Pflicht erklärt. Und wenn heute Oudendorfs das Judentum in seiner Weltanschauung für pazisisrisch erklärt, so begeht er wieder eine von jenen Verallgemeinerungen, die man nicht anders denn als lrimtfertig bezeichnen kann. Wer auf dem Standpunkte steht, daß jede Verständigung der Völker ein für allemal ausgeschlossen ist, daß allein die Waffen Hüten und daß die Juden sich r.ut durch Blut und Eisen von dem Joche, unter dem sie leben, befreien können, der wird gewiß auch eine große Anzahl von Juden auf seiner Seite haben. Aber die jüdische Geschichte hat die Macht der Cfutmadit erwiesen, während die deutsche Geschichte in der letzten Zeit die 0 h n m a dh t der M a ch t gezeigt hat. Daraus soll man lernen, und man wird es verstehen, wenn die Mehrzahl der Juden in der Kultur, in der Sittlichkeit, in der Wahrheitsliebe und Mach! der Ohnruachl - OhvrnLcht der Macht. in der Wissenschaftlichkeit des deutschen Volkes diejenigen Fundamente sehen, die uns alle zum Ziele führen werden. Nun noch ein letztes: Dudendcrff spricht von der O b e r h e r r sch a f t des jüdischen Volkes in Palästina. Er ftettr die Sache so dar, als wenn die Leitung der Zionistischen Partei die Niederlage Deutschlands gewünscht batte. Er erinnert sich nicht daran, daß vor dem Kriege ein aus angesehenen christlichen Männern des deutschen Volkes zusammengesetztes Komitee „Pro Palästina" bestanden hat, Kom^e^Pro bas durchaus die Errichtung einer öffentlich-rechtlich ge- *atäitin«r. sicherten Heimstätte für die Juden in Palästina als ein in jeder Beziehung vom deutschen Standpunkt aus zu förderndes Unternehmen behandelt hat*). Ludendorff braucht nur die diesbezüglichen Hefte durchzulesen, und danach wird er wohl, nicht den Wahrheitsbeweis anzutreten wagen, daß die zionistische Parteileitung in dem Sieg der Entente jemals den Sieg des zionistischen Gedankens erblickt har. Unter allen Umständen mutz Herr Ludendorss aber wissen, daß die zionistische Auffassung von dem weitaus größten Teil der jüdischen Deutschen abgelehnt wird. Das religiöse Zion, das *> Amn. Es fei nur daran erinnert, daß ein so bekannter uaüonalliberaler Mann wie l) r. Jung mit an der Spitze gestanden hat.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.