Mannheim
Compact Memory

Im deutschen Reich · 1921-12-01 · Heft 12 (Dezember 1921) · p. 366

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 12 (Dezember 1921)
Article
Im Kampf um unser Vaterland
Date
1921-12-01
Page
366 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2316602-2316912-2316922-2359113--32403-2359162
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

'\m deutscken iKeidi o<36 abel als Deutsche und Juden nicht nehmen lassen. Darum zersetzen sie nicht das deutsche Volkstum, sondern sie heben es. Wenn die Bauern auf ihre Eigenart stolz sind und sie sich erhalten wollen, bamt bezeichnen die deutschnationaUw Blätter sie nicht etwa als schlechtere Deutsche, sondern als besonders gute Deutsche. Wenn die Juden dasselbe tun und aus geschichtlichen Gründen, aus Gewissensgründen an ihrem alten Glauben fefthalten, dann werden sie als volkstumzersetzende Elemente bezeichnet — mit Unrecht, und doch must es einen Grund haben, dast es so geschieht, und auf diesen Grund must einmal hingewiesen werden. Die Ursache liegt nämlich darin, daß man das Wort national in einem Sinne gebraucht, der ganz bestimmte politische und insbesondere au ch wirtschaftliche Bedeutungen in sich schließt. Verstehen kann man diese Begriffe in ihrer heutigen Umpraguug durch bestimmte politische Parteien erst dann, wenn man die Dinge geschichtlich ansieht. Zwei Namen seien hier genannt, die nach dieser Richtung hin für unsere Betrachtung von besonderer Bedeutung sind. Es vonderMarwitz^st dies auf der einen Seite Friedrich August von der Marwitz, ein brandenburgischer Großgrundbesitzer, dessen Wirksamkeit in das erste Drittel des 19. Jahrhunderts fallt, dann Adam Friedrich Müller, der etwas früher als Privatgelehrter in Dresden und Berlin lebte. Von der Marwitz bezeichnete bereits Stein und Hardenberg als heimatlose Gesellen, ein Ausdruck/der erst viel später in der Politik wieder modern geworden ist. Er warf der ganzen Verwaltung Hardenbergs vor, daß sie einen forrdauctnbcu R u i n des Landes h e r b e L f ü h r e. Interessant ist, daß der bekannte Boyen damals bereits erklärte: „solche Aeußerungen gingen von Menschen aus, die bei vielen patriotischen Redensarten nichts als ihren Privarvorteil im Auge hätten." Marwitz wandte sich vor allen Dingen dagegen, daß der Grundbesitz nicht dem eigentlichen Adel reserviert bleibe. Hardenberg sei oin Volksverräter und zersetze das Volk, weil e r'd i e G l e i ch - oerrätcr und artigfeit der Abgaben in Stadt u n d Land durchzersetzedasVolk eführt hätte. Er sei eilt leichtsinniger uub liederlicher Mensch, der trotz seiner 60 Jahre wie ein Jüngling von Augenblickseimällen bestimmt würde. Der spekulierende Geist \ ä nt e zum Durchbruch: überhaupt wäre dasCharakte ri st ischederHardenbergschen Methode, daß sie vorzüglich d e n W u ch e r e r n günstig sei. Die Ratgeber Hardenbergs seien seiner würdig, denn Hardenberg könne niemals Leute von edler Geburt um ^ich sehen, sondern nur Emporkömmlinge. Unter solchen Umständen, meint. Marwitz, hätteHardenbergdasLand ausgesogen,die Domänen wären zu Spottpreisen an Juden verkauft worden, und daran ginge Preußen zugrunde. So seien der müßigen Spekulanten immer mehr geworden, der fleißigen Arbeiter, die doch am Ende den Aufwand

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.