Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1921)
- Article
- Ludendorff, Kaiser, Parlament und Juden
- Date
- 1921-12-01
- Page
- 360 (sequence 6)
- Language
- German
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Im'deutschen Reich 860 indischen Volkes— für die er. nicht den Schimmer eines Beweises anführt — mit Frankreich und England Hund, in Hand gearbeitet habe zur Niederwerfung des deutschen Neichen. Das jüdische Volk brauchte die i e d e r l a g e Deuts cf) l a nds, sagt der Genera L. Als Ahlwardt seine Broschüre „Judeuflinten" geschrietnnl hatte, beschuldigte er eine einzige jüdische Firma, das; sie der Armee 'Waffen geliefert habe, die unbrauchbar seien, so daß Deutschland seinen Feinden in einem Kriege ausgeliefert gewesen wäre. Es erwies sich, das; diese Behauptung glatt erfunden und gemeine Verleumdung gewesen ist.. . General Ludendorff geht weiter. Er behauptet, das; die Juden — natürlich muß jeder Leser aniiehmen, auch die deutscheu Juden — einer Oberleitung unterstehen, uitb daß diese jüdische Oberleitung mit Frankreich und . England zusammengearbeitet habe, um im Felde die entsetzliche Niederlage Deutschlands herbeizuführen. Diese furchtbare Niederlage .„brauchte das jüdische Volk". . ' - Eine Anklage, wie diese, ist, wenn sie begründet wäre, zerschmetternd. Die deutschen Juden gehörten zum verworfensten Verbrechertum der Welt, wäre diese Behauptung auch nur in irgendeiner Beziehung zutreffend. Das ist nach der moralischen Seite hin zu sagen. Aber die Sache muß auch nach der kriminalistischen Seite hin betrachtet werden. Ist die Behauptung des Generals Ludendorff der Wahrheit entsprechend, so finden Anwendung jene Paragraphen des Strafgesetzbuches, die sich auf Hochverrat und auf Landesverrat beziehen. Ich hoffe, cs findet sich eine Staatsanwaltschaft, die den General Ludendorfs nur Ergänzung seines „Materials", das in feinem Buche „Kriegführung und Politik" enthalten ist, ersucht, oder die vielmehr dieses Material ihm a b v e r l a n g t. Auf diese Weife wird dann festgestellt werden, ob General Ludendorff über irgendwelches Material verfügt, das seinen Behauptungen einen Rückhalt gewährt, oder ob seine Behauptung ebenso begründet ist, wie es die Behauptung von Ahlwardt war. Eine solche Klarstellung liegt natürlich im Interesse des deutschen Reiches und des deutschen Volkes. Gibt es deutsche Juden, die gemeinsam mit dem Ausland an dem Untergange unseres Vaterlandes gearbeitet haben, dann muß mit entsprechender Schärfe, des Gesetzes verfahren werden, und gelingt eS dem General Lndendorff nicht, entsprechendes Beweismaterial beizubringen, dann kann ihm der Ehrenplatz an der Seite Ahlwardts, des „Rektors aller Deutschen"^ nicht voreuthalten werden. Dann haben wir das psychologische Phänomen, daß ein Mann auf der Höhe der Bildung, daß ein Mann von zweifellos großen militärischen Verdiensten und Fähigkeiten in einem Punkte Identität mit Ahlwardt aufweist. Uber bevor noch eine Entscheidung nach der einen oder anderen Richtung gefällt ist, mag sich jeder Deutsche mit fünf Sinnen folgende Fragen vorlegen: