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Im deutschen Reich · 1921-12-01 · Heft 12 (Dezember 1921) · p. 359

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 12 (Dezember 1921)
Article
Ludendorff, Kaiser, Parlament und Juden
Date
1921-12-01
Page
359 (sequence 5)
Language
German
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Ludendorn. Raiter, Parlament und CUibcn Höft durch eine viele hundert Jahre vor Christi Geburt beginnende Inzucht immer mehr gesteigert worden. Das jüdische Volk erstrebte die Herrschaft über die Völker, die es ausgenommen hatten und die Besitzergreifung der zu diesen! Zwecke beweglich gemachten Güter. Die Gedanken, die die -^udenschaft uns planmäßig verkündet, können in die verführerisch klingenden Worte: „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" zusammengefaßt werden." An anderer Stelle sagt General Ludeudorff: „Mit Frankreich und England Hand in Hand arbeitete die Oberleitung des indischen Volkes.- Vielleicht führte sie beide." Und in einer Anmerkung fügt General Ludendorss hinzu'. „2ie sah den kommenden Weltkrieg als das Mittel an, ihre politischen und wirtschaftlichen Ziele durchzusetzen .... Dazu brauchte das jüdische Volk die Niederlage Deutschlands." „Die Frage der Art der Oberleitung des jüdischen Volkes in der Zerstreuung ist für die anderen Völker noch nicht geklärt." General Ludendorsf entnimmt nun einem Artikel von Walter Rathenau als Erläuterung die folgenden Sätze: „Dreihundert Männer, von denen jeder jeden kennt, leiten die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents und sichern sich Nachfolger aus ihrer Umgebung. Die seltsamen Ursachen dieser seltsamen Erscheinung, die in das Dunkel der künftigen sozialen Entwickelung einen Schimmer wirft, stehen hier nicht zur Erwägung." Ich halte diesen Standpunkt von Herrn Rathenau für grundfalsch. Aber darauf kommt es hier nicht an. General Ludendorff seinerseits hebt noch hervor, daß Rathenau in seinem Artikel vom „geschäftlichen Nachwuchs" svricht. Aber die Wirkung auf die Masse der Leser ist natürlich durch ,olche Bemerkung nicht abgeschwächt, und nur ein Zdiot kann verkennen, daß General Ludendorfs im vorliegenden Falle den Anschein erweckt, die von ihm als vorhanden hingestellte „Oberleitung des jüdischen Volkes" sei voraussichtlich identisch mit jenen dreihundert Männern, die Walter Rathenau erwähnt. Zch muß gestehen, daß rch seit den Zeiten Ahtwardts nichts gelesen habe, was in gleichem Umfange vergiftend für unser deutsches Volk ist, wie diese Sätze des General Ludendorff. Von Winkelblättern abgesehen, die natürlich nicht ins Gewicht fallen, ist seit Ahlwardt nichts geschrieben worden, das in gleichem Umfange verhetzend, ausstachelnd, aufreizend, verbitternd gegen die deutschen Juden wirken muß, wie die obenstehenden Worte des Generals. Und nun vergegenwärtige man sich folgendes: General Ludendorfs weiß nichts an Beweismaterial für seine These anzuführen, wie einen Satz aus einem Artikel von Rathenau, und dieser Artikel hat mit einer politischen Oberleitung des jüdischen Volkes nichts, aber auch nicht das allergeringste zu tun. Und obgleich also nicht der Schimmer eines Beweises für eine vorhandene Oberleitung des jüdischen Volkes vorhanden ist, statuiert General Ludendorff diese Oberleitung als gegeben und macht sich die Behauptung erbärmlicher Winkel-Antisemiten zu eigen, daß die Oberleitung des

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