Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 11 (November 1921)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1921-11-01
- Page
- 334 (sequence 3)
- Language
- German
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334 Iinde u t scben Reich DrrMerni, ItSmuL vnd ArdeUerschaft. DnttserrU' LiLmuS vird Deutschnationale Vollrpsrtct. daß die A r b e i t e r s ch a f t nicht auf ihren Leim ging. Man denke an die vielfachen Versuche Stöckers, die Arbeitermasfen für sich zu gewinnen, und an manches andere sei erinnert, was nach dieser Richtung versucht wurde. Heute, wo die Arbeiterschaft einen weit bedeutsameren Faktor im Staatsleben darstellt als ehedem, mußte man natürlich die Anstrengungen, sie zu überzeugen, verdoppeln. Wir vermögen nicht zu glauben, daß große Teile der deutschen Arbeiterschaft so töricht sind, in ihr eigenes Verderben zu rennen; denn wer nur ein wenig aufgeklärt ist, der weiß, daß hinter dem Antisemitismus eine Bewegung steht, die jedenfalls der Arbeiterschaft keineswegs freundlich gesinnt ist. Das ergibt sich schon allein daraus, daß die Anstrengungen, die gemacht werden, um die Arbeiterschaft zum Antisemitismus hinzuziehen, nicht einmal die volle Sympathie all der Kreise finden, die sonst den Antisemitismus als einen Teil ihrer Standesehre ansehen. Herr Richard Kunze, mit dem Beinamen Knüppel-Kunze, der vor noch nicht so langer Zeit so melodisch auf den: Potsdamer Platz sein „Deutsches Wochenblatt" anpries, hat sich heute zum Führer einer neuen Partei aufgeschwungen. Deutsch.Soziale Partei nennt sie sich! Was sie will, ist klar: unter dem Deckmantel des Sozialismus, also unter Anlockung der Arbeiterschaft, den Kampf gegen die Juden führen. Wie sie es will, ist unklar. Sie predigt die Sozialisierung und Militarisierung, Abschaffung der Papiergeldwirtschast, Ablehnung des Versailler Vertrages. Absage an die Hohenzollern und noch vieles andere mehr, was nicht recht zusammenpaßt. Man könnte beinahe meinen, daß Herr Kunze aus dem „Deutschen Wochenblatt" und seinem „Deutschen Witzblatt" den Extrakt gezogen und daraus ein Parteiprogramm hergestellt habe. Wie schmerzlich muß es dabei aber für ihn sein, daß er selbst von denen, die ihn vor noch nicht so langer Zeit zum Reichstagskandidaten aufstellten, nicht mit offenen Armen ausgenommen wird. Muß er es sich doch gefallen lassen, daß die „Deutsche Tageszeitung" am 15. Oktober von seiner neuen Partei sagt, sie könne durchaus nichts leisten, was der völkischen Bewegung nützlich sei. Das einzige, was sie leisten könne, sei eine neue Verwirrung in völkischen Kreisen, besonders auch nach der Richtung, daß die Stoßkraft des Antisemitismus innerhalb der politischen Parteien auf das schlimniste gefährdet werde. Und selbst des großen Wulle „Deutsches Tageblatt" versieht den Bericht über den Parteitag mit einigen boshaften Bemerkungen. ArmerKnüppelkunze! Ob erwohlbeiderArbeiterschaftTrost für diese unfreundliche Aufnahme findet? Wir glauben es kaum? Dies vom Antisemitismus derer, die sagen, die Juden seien alsTräger des Kapitalismus verdammenswert. Wie sieht es nun bei denen aus, die die Juden als Vorkämpfer des Bolschewismus niederwerfen wollen? Mit viel großen und tönenden Reden