Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 11 (November 1921)
- Article
- Der Zarenmord und die Juden
- Date
- 1921-11-01
- Page
- 330 (sequence 11)
- Language
- German
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830 Im deutschen Reick völlig unbekannt, manche von ihnen kannte man als Führer der russischen Revolutionäre, die aber mit Juden und Judentum nichts gemein hatten, jeden Zusammenhang damit schroff ablehnten. Unter den „jüdischen" Führern der Bolschewisten befindet sich kein einziger Dichter wie Gorki und die große Zahl jüngerer Lyriker, die jetzt die Musik und die Poesie des Bolschewismus machen uub ihn zu verklären bemüht sind; kein einziger Gelehrter, wie Jwanowski, Planson, Bechterew, Oldenburg, Reinke il a. oder Abkömmlinge hochangesehener Familien, wie Lenin-Ulsan ow, Tschischerin, Bucharin, Kal inin. Krassin u. a. Bulaschow hat ausführlich dargelegt, woher die scheinbar so große Zahl der Juden unter den Sowjetbeamten der niederen Stufen herrührt. Es sei noch hinzugefügl, daß der große Teil dieser Beamten oder Volkskommissare sich aus jenen Kreisen rekrutiert, die selber nie den Anspruch erhoben, Repräsentanten der Judenheit zu sein. Im Auslande ist die Sowjet- Regierung ganz und gar nicht wählerisch, und man erstaunt, auf exponierten Posten manche verkrachten Existenzen, entgleiste intellektuelle Individuen von dunkler Vergangenheit zu finden, deren einzige Oualisikation darin besteht, daß sie lange außerhalb Rußlands zu leben gezwungen waren und die Sprache des betreffenden Landes beherrschen. Die „Juden" unter diesen Elementen als repräsentative Persönlichkeiten des Judentums anzusehen, ist der Gipfel des Unsinns oder der Perfidie. Jennh-Prosoroff gibt selber zu, daß die „jüdischen" Gewalthaber, die sich überall (?) als Kommissare auftun und heute zu befehlen haben, „Leute sind, die bislang in den bescheidensten Winkeln lebten, oft in Schlupfwinkeln ein lichtscheues Dasein führten". Und versichert dennoch, „daß in den Augen der (russischen) Bevölkerung die Judenschaft mit Recht mit dem Bolschewismus identisch erscheint". Mit welche m iftcd)t? Wie kommt man dazu, das lichtscheue Gesindel eines Volkes mit dem Volke schlechthin zu identifizieren? Wird es jemandem einsallen, etwa Max Hölz und seine Leute und all die anderen, die mehr oder weniger tatkräftig mithalftn, mit dem deutschen Volk zu identijizieren? Jenny-Prosorofs gibt ferner „ausdrücklich" zu, „daß üicht sämtliche Juden Bolschewisten sind, sondern viele der Gebildeten und Begüterten nicht nur nicht mittun, sondern blutig verfolgt werden". „Dennoch besteht die Tatsache, daß der Bolschewismus nach Geistesrichtung, praktischer Durchsetzung seiner angewandten Methoden und besonders nach seiner Ausnützung zu reichlich 60 Prozent jüdisch ist." Das steht ganz genau so fest, wie daß unter den Mördern des Zaren achtzig Prozent Juden waren. Die halbe Million Juden in Sowjetrußland unter den l20 Millionen Nichtrussen lieferte ausgerechnet 80 Prozent zum Bolschewismus. Gegen eine solche Logik und eine solche Ehrlichkeil ist aussichtslos zu polemisieren. Man denke an die Juden Laipont und Vainen, Sasarow und Jurowski, die die Generale Knox und Dieterichs aus dem Nichts geschaffen haben. . . . Doch Jenny-Prosorosf hat Anwandlungen von Gnade. Er sagt: „Die im Grunde vernünftige zarische Judenpolitik artete teilweise in grausame Ungerechtigkeit aus, und dies hat gewiß viele Juden den Kommunisten zugetricbcn. Doch, mag dies manches erklären, die Frage an sich darf diese Erkenntnis darum nicht verdunkeln. Wir fragen nicht nach der Erklärung, woher die Stellungnahme der Juden kommt, sondern wie sie tatsächlich bestellt ist." Diese Methode, nicht nach der Erklärung einer sozialen Erscheinung zu fragen, ist so fürtrefflich. daß sie verdient, allgemein angewandt zu werden. Zum Beispiel: daS deutsche Volk verabscheute immer aus ganzer Seele den politischen Mord. Seit der Ermordung KotzebueS durch Sand- (die