Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 11 (November 1921)
- Article
- Der Zarenmord und die Juden
- Date
- 1921-11-01
- Page
- 329 (sequence 10)
- Language
- German
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Der Zarenmord ttnb die Juden 529 Iatib möglich gemacht. Sie protestieren ebenso scharf gegen die Identifizierung von Bolschewisten und- Juden. Vor einigen. Wochen .tot Rodktfche daS wieder einmal C. M. N o d i L s ch e w , der zu Paris in der ■ Verbannung lebende russische Staaismann und Politiker, der/ am* . Ende doch die Verhältnisse besser kennen und größeres Vertrauen verdienen dürfte, als Herr Prosorosf-Ienny. In einer russisch ge-' schriebeneu Broschüre unter dein Titel „Bolschewisten und Juden", erschienen in Lausanne (Association Herzen), legt Roditschew die ganze Verlogenheit und Albernheit dieser von den deutschen:, und russischen Reaktionären mit soviel Eifer propagierten Behauptung dar und deckt die wahren Beweggründe dieser Agitation auf. Anstattgegen irgendwelche obskure Skribenten zu polemisieren, sollte Ienny-Prosoroff lieber versuchen, Roditschew zu widerlegen! Roditschew ist sicher \ kein Pseudonym, es wird auch schwer sein zu behaupten, daß dieser - greise, hochgeehrte russische Staatsmann von den Juden gekauft sei. ' Ienny-Prosorosf schreibt: „Rach Za bl und Rang steyt ihre, (der bolschewistischen Juden) Masse außer jedem Verhältnis, zur Bewohnerschaft und macht sich dadurch, nach dem Empfinden der Russen, über jede Gebühr breit." Las die Zahl anbetrifft, so versichert Jenny- Prosorofs: „Das Innenministerium besteht aus 45 Juden, neben denen .11 Letten, 2 Deutsche. 1 Pole, 1 Armenier sind und nur . 2./stammcsechrc Landeskinder Stellungen innehaben. Geradezu grotesk wirkt.es, daß im Kriegskommissariat kein einziger' Russe sitzt', dafür 34 Juden nebst 8 Letten und einem Deutschen. Das Justizkommissariat ist völlig verjudet: neben 18 Juden ist nur noch ein Armenier tätig." Diese „Zahlen" sind natürlich-völlig erlogen. Wer darüber die Wahrheit erfahren will, der lerer Bulaschow „Dis Nutznießer des Bolschewismus", S. 14—18. Allein Jenny-Prosorois. rechnet' offenbar aus eine ausgepichte Naivität seiner Leser, sonst müßten sie sich fragen: „Sind alle Russen auf einmal aus Rußland verschwunden? Warum fegen die 120 Millionen Russen nicht das Häuflein Juden mit einem Ruck von den usurpierten Stellungen weg? Warum gehorchen alle die alten bewahrten 'Zaren generale,. darunter ein 2£amt wie B r n s s i l o w , willig der HandvoU von 31 Juden, die das Kriegslommissariat beseht haltend Man muß schon -mit W i I h e! m M e i st e r (in seiner Schrift „Das Schuldbuch Judas") an ben „Basiliskenblick" der Juden glauben, mit dem sie die. Nicht- ■ juben verhexen und in Stein verwandeln, - um die Angaben Jenny- Drosoroffs für wabr zu halten. — Es ist richtig, daß-.etwa ein Dutzend „Juden" in der Sowjet-Regierung einen böheren . Rang einnimmt, ein einziger von ihnen, Trotzki, gehört der aus 17 Mitgliedern bestehenden höchsten Körperschaft, dem regierenden Kabinett an., (Siehe darüber ausführlich Bulaschow S. 26—28.) Allein hier kommt es nicht auf den Rang an, den diese Juden in den Sowjetkörperschaften bekleiden, sondern auf die Stellung, die sie innerhalb der jüdischen.Gemeinschaft einnehmen. Und da muß ^eftgestellt werden, daß alles, was innerhalb der russischen. Judeuschaft Namen, Bedeutung und Einfluß hatte, -q 11 e Persönlichkeiten, die im religiösen, geistigen, sozialen und wirtschaftlichen Leben, sei es des jüdischen Proletariats oder des jüdischen Bürgertums, .irgend- ' Wie führend und tonangebend waren, im Lager der Antibolschewisten steht, dagegen hat kein einziger der. „Juden", die inden Sowjetkörperschaften zu Einfluß' und Rang, gekommen sind',, innerhalb der jüdischen Gemeinschaft je eine Rolle gespielt! Niemals haben die Trotzki und Joffe, die Uritzki und Litwinow oder wie sie sonst, alle heißen, im Leben der Juden Rußlands irgendeine -Bedeutung gehabt. Ihre Namen waren zumeist den Juden