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Im deutschen Reich · 1921-11-01 · Heft 11 (November 1921) · p. 325

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 11 (November 1921)
Article
Der Zarenmord und die Juden
Date
1921-11-01
Page
325 (sequence 6)
Language
German
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Tor Zaremnord nnb di.'- Juden das bic Aufgabe hat, die jüdischen Angelegenheiten im Auslände zu beobachten. Der Sekretär dieses üoinr toreiAN eommittsa ist der hochverdiente, tapfere und unermüdliche Lucien Wolf. Lucien Wolf fetzte sich mir einem hochangesehenen, in London wohnhaften russischen Juden Dr. R. Blank aus Kifchinew, der mit dem inzwischen nach Paris üüergesicdelten Justizminister Starinkewitsch eng befreundet ist, in Verbindung, und erhielt durch ihn den Bericht des Kolt - sch ätschen General st aatsanwal.t es Nikolajeff über bic Ergebnisse seiner Untersuchung. Dieser Bericht ist seither durch den Druck bekanntgeworden und findet sich auch übersetzt in der oben genannten Broschüre von W. Riedel. Was ergibt sich nun aus diesen: Bericht? Daß. die Depesche des Generals Knor, was die Angaben über die Juden anbetrifft, vollständig erlogen ist. In diesem Bericht ist weder von einem Vainen noch von einem Sarasoss, noch von einem Laipont die Rede, nur Jurowski wird erwähnt; es wird aber nicht mit einem Worte engedeutet, daß er ein Jude sei ober von Juden stamme. Nichtsdestoweniger. veröffentlichte der russische General D ietrichs in der „Revue des.Deux Mondes" vom 1. .August 1920 einen Artikel über die Ermordung des Zaren, in dem die Legende von.den „fünf Juden" ausrech terhalten und eifrig verfochten wird. Allein der General bezeichnet Jurowski ausdrücklichals den „Russer", rnt Ge gens atz.z u den fünf anderen, die nach seiner Bersicherung Juden seien. Am 25. März 1920 hatte der Justizminister Starinkewitsch sich veranlaßt gesehen, an die „Times" folgendes ^chrciöen. zu richten: „Auf Grund der Ergebnisse der Untersuchung, über die mir vom Generalstaatsanwalt allwöchentlich Bericht erstattet wurde, kann ich verjichern, daß unter den Personen, die der Teilnahme an der Ermordung des verewigten Kaisers Nikolaus II. und seiner Familie überführt worden sind, le in e einzige vonjüdischer Ab stam - m u n g w a r.. Wenn, wie Sie feststellen, verschiedene Pceßorgane die Ermordung des Zaren den Inden' zur Last gelegt haben, so behaupte ich bestimmt, daß sie ihre Informationen nicht aus der allein vertrauenswerten Quelle, nämlich aus dem amtlichen Untersuchnngsbericht geschöpft haben." — Gleichwohl brachte dieselbe „Times" im August und September eine lange Reihe von Aussätzen über die Ermordung DieLe-endeLu des Zaren, in denen gegen die gesamtrussische Judenhüt die schwersten ^rn Syrier: Anklagen aufrechterhalten wurden. Lucien Wolf richtete darauf nach Lorrdör an das Blatt eine Erwiderung, in der er die Behauptung jenes Artikelschreibers Punkt für Punkt widerlegte. Unter anderem stellte er fest, daß die „Times"-Artikel hauptsächlich auf die Behauptung des oben erwähnten Generals Dietrichs aufgebaut sind. Nun ist dieser allgemein als grimmiger Antisemit bekannnt. Noch bevor er seine sogenannten Untersuchungen abgeschlossen hatte, verbreitete er in Sibirien eine Brandschrift unter dem Titel: „Die Juden haben den Zaren ermordet." Dem General Dietrichs half dabei der ehemalige Petersburger „Times"-Korrespondent Mr. Wilton, dessen glühender Judenhaß noch aus der Zeit der ersten russischen Revolution, Marz 1917, bekannt ist; es wurde damals vom russischen Preßkomitee, 26. Mürz 1917, ein heftiger Protest gegen seine verlogene Haltung erlassen, den sämtliche russische Zeitungen an demselben Tage abdruckten. Lucien Wolf erinnert daran, daß die deutschen Antisemiten seinerzeit Lord Rorthcliffe zum Juden stempelten und dies sogar im Weimarer historisch-genealogischen Taschenbuch veröffentlicht war. — Lucien Wolf lormte des weiteren feststellen, daß General Snox seine erlogenen Behauptungen, die er an das Londoner Kriegsminister üu»

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