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Im deutschen Reich · 1921-11-01 · Heft 11 (November 1921) · p. 318

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 11 (November 1921)
Article
Zur Hauptversammlung
Date
1921-11-01
Page
318 (sequence 2)
Language
German
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318 Im deutschen Reich der große Aufwand an Mitteln und Menschenkraft stand in gar keinen; Verhältnis zu dem Gebotenen, — die Regie hat gar nichts getaugt, dazu hätte man nicht hierher zu fahren brauchen, — es war viel zu viel Regie bei der ganzen Veranstaltung, der einzelne ist gar nicht zu Worte gekommen, — die kurzen Redezeiten sind unerhört, so darf man die Debatte nicht strangulieren, — man hätte überhaupt keine Debatten stattfinden lassen sollen, dadurch ist der. Wert der Referate nur herabgedrückt worden usm. In allen diesen Beurteilungen liegen gewisse Wahrheiten, aber Wahrheiten, deren Bedeutung wesentlich überschätzt wird. Weshalb sind die verschiedenen Austastungen überhaupt möglich? Weil Unklarheit über die Erwartungen herrscht, welche man an eine solche Hauptversammlung stellen kann. Wer auf Gemüt und Wille» stärkende Veranstaltungen Wert legt, wird alle geschäftlichen und technischen Fragen geringachten und mit ihrer Erörterung unzufrieden sein. Finanzsrageu sind langweilig und unerfreulich, ja häufig widerwärtig, aber sie sind der notwendige Erdenrest jeder Erörterung. Wer die Stimmung der Maste, die Austastung kleinerer Ortsgruppen, die örtlichen Verhältnisse, die Sammlung der gemachten Erfahrungen hoch einschätzt, wird tiefgründige Vorträge an dieser Stelle für zum mindesten überflüstig erachten. Die Tagungen unserer Landesverbände und Ortsgruppen zeigen, daß auch in unserer so großen Vereinigung die Wünsche nach diesem Richtung hin geteilt sind. Soweit man sich auf Grund genauerer Kenntnisse der Berhältniste ein Urteil bilden kann, wünschen die kleinere» Ortsgruppen mehr Aussprache, die größeren mehr K -> u d - g c b u u g. An beiden; soll es bei der diesjährigen Hauptverscmmlnnz in bescheidenem Nahmen nicht fehlen. Man übersehe nur nicht die ungeheure Größe unseres Arbeitsgebietes, von welchem es kein fürchterlicheres Wort gibt als den Ausdruck: Abwehrtätigkeil. Mit Ausnahme der Pflege rein religiöser Werte muß der Centrcilvereiu alles, was dem jüdischen Deutschen hehr und heilig ist und in notwendiger Verbindung mit seinem Deutsch-sein und Jude-fein steht, pflegen, festigen, entfalten und verteidigen. Darum ist, rein technisch genommen, unsere Tätigkeit durchaus bejahend, umspannend und tief. Sollen aber diese Aufgaben nicht zu einer bloßen Sammlung von Redensarten werden, so bedarf es einer ausgebildeten und steißig geübten Technik. Wer den Willen in die Tat umsetzen will, muß wissen: Wann, Wie und Wo. Dieses Wann, Wie und Wo ändert sich täglich, namentlich in Zeiten politischer Erregung. Wir wüsten gerüstet sein. Darum muß eine Hauptversammlung grundlegend sein: einmal für unsere Willensrichtung und zum Zweiten für

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