Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Der Kern der Sache
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 315 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Der Kern der Sa«£e 315 geben. Sie müssen die bescheideneren Leistungen des „kleinen 211 a n rt e s*4 ousalcxdicn. Denn „kleine Tente* gibt es ganz gewiß unter uns Jude n. Es ist ein Vorurteil zu meinen, alle Inden wären reich oder auch nur wohlhabend, aber wir woben uns doch nicht darüber täuschen, daß es derer, die leistungsfähig sind. auch genug gibt, wer nach Mberbavern fahren kann, wer auf der Eisenbahn heutzutage noch 2. Klasse fahren kann, wer mehr als einen Hausgehilfen beschäftigt, wer selbst als Industrieller oder Kaufmann Arbeitgeber von Arbeitern oder Angestellten ist, wer in einem freien Berufe oder als leitender Angestellter ansehnlich verdient, von dem kann man erwarten, daß er mindestens dasselbe leister, wie ein Arbeiter oder. Angestellter. Und die leisten keineswegs dasjenige, was ich vorhin für das Jahr \ 9 \ 9 angegeben habe. Sic leisten jetzt viel mehr. Die Bauarbeiter geben jetzt wöchentlich 7 NI. gegen 5 NI. 1920, die Eisenbahner haben ihre wöchentliche Leistung von 70- und 90 Pfg. auf 2 UI. und 2,50 erhöht, die Bergarbeiter haben den Satz von 2 ITt. wöchentlich schon längst weit überschritten, der Zentralverband der Angestellten nimmt bei einem NIonatsgehalt von unter 400 NI. schon 6 NI. monatlich, und bei einem Gehalt von über 2000 NI. monatlich 25 NI. monatlich, und die deutfchnationalen Handlungsgehilfen haben bereits 2920 durch einstimmigen Beschluß ihren NIonatsbeitrag auf 20 NI. erhöht*). Was alle diese können, müssen wir auch können. Es ist gewiß richtig, was mir manchmal eingewendct worden ist, daß alle diese Verbände diese Gelder erbeben, um die wirtschaftliche Position des einzelnen zu stärken. Aber sind d i e Zwecke, zu denen w i r Gelder brauchen, etwa weniger wichtig für uns, als die gewerkschaftlichen Zwecke für einen Arbeiter? Ist die Buhe des Daseins, die Freiheit der Betätigung, das Unangefochtensein in allen Beziehungen, die Gleichberechtigung als Kulturmensch und Bürger, ist das alles kein Gut, für das Gpfer gebracht werden müssen? bängt nicht unsere Existenz davon ebenso ab, wie die jedes Arbeiters oder Angestellten von dem Erfolge seiner Bewegung? Wir müssen uns daran gewöhnen, im Eentralvercin eine Versicherungsgesellschaft auf Gegenseitigkeit für unsere politische und kulturelleExistenz zu erblicken. Gewinnen die Kräfte den Sieg, gegen die der E.-V. ankämpft, so ist der größte Teil der sonstigen Bestrebungen, denen sich der einzelne widmen möchte, gegenstandslos geworden. Es fehlt der Spielraum für die Betätigung. Und man komme mir nicht damit, daß bei Arbeitern und Angestellten die Leistung für ihre Vereine die einzige größere Leistung sei, die sie machten, während die *) Der Beitrag für die versicherungskaffe des D. v. besteht daneben.