Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Der Kern der Sache
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 316 (sequence 7)
- Language
- German
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816 3m deutschen Reich meisten Juden noch in zahllosen anderen Vereinen wären und so hohe Beiträge nicht vielfach geben könnten. Das stimmt nicht! Auch der Arbeiter und Angestellte ist zum mindesten noch politisch organisiert und hat, wenn er Sozialdemokrat ist, für sich und seine Frau eine Mark wöchentlich zu geben. Für den kleinen Mann unter den Juden trifft allenfalls diese Erwägung zu, und er soll ja auch nicht mehr geben, als er geben kann. Aber d i e Massen der Judenschaft, die ich oben erwähnte, und deren Einkommen ein Mehr, f a ch e s von dem eines Arbeiters ist, können, ohne stch weh zu tun, das, was ein Arbeiter oder Angestellter leistet, mehrfach geben, und unter die verschiedenen Zwecke, die ihnen qm Kerzen liegen, verteilen. Doch wird man einen Maßstab für dieLei st ungen von mir erwarten, wer 50000 Mark Einkommen hat, kann MO flu geben, und um eine Staffe-ung vorzuschlagen, mache ich den Vorschlag, daß ein jeder von dem, was er an Staatseinkommen, st euer zu zahlen hat, lA bis 2 A Prozent jährlich dem Eentralverein gibt. Das wirft keinen um. Doch ich spreche immer von laufenden Beiträgen. Ich habe die Opferwoche, scheint es, ganz vergessen. Der aufmerksame Leser wird den Zusammenhang hoffentlich verstanden haben. Der Lentralverein muß liquidieren, der bescheidene Deich, den wir gegen den Antisemitismus bisher errichtet haben, bricht zusammen, von der Errichtung des notwendigen höheren Deiches gegen die hoch, steigende Flut ist gar keine Rede, wenn nicht rasch die notwendigen Erhöhungen für die Dauer gesichert werden. Und das Opfer? Das soll die Sünden der Vergangenheit gutmachen, unfern ungebührlich angegriffenen Rotpfennig wiederherstellen. Und was soll da gegeben werden? Gebejeder das, was er in den letzten beiden Jahren zu wenig gegeben hat, nachträglich. Gebe jeder den erhöhten Beitrag, den er jetzt zahlen will, noch einmal, oder besser doppelt, als Opfer. Oft genug in den letzten Monaten haben wir gemahnt! Mögen wir jetzt endlich offene Ohren, offene Kerzen, offene Hände finden! Und eins möge die Richtschnur sein: Gebe jeder soviel, daß er es nicht nötig hat, im Gedanken an die Opferwilligreit eines Arbeiters, eines Handlungsgehilfen, eines Hausangestellten schamrot zuwerden! _ Berichtigung.. wir baben in Nr. 7/3 unserer Keilschrift darauf hingewicsen, daß der Direktor und alleinige Gesellschafter Szantncr der Sächsischen Alebstoffwcrle Pirna er. <2. fein Automobil mit einem Sakenkreuz schmücken ließ. Nach uns zrrgcgcrngener Mitteilung legi Direktor Szantncr wert auf die Feststellung, daß er das Swastikakreuz vor vielen fahren, otr man an keine Laaken, krcuzbervegung dachte, als Aühlerzoichen geschenkt bekommen habe. Vor einiger Zeit sei er von freunden darauf aufmerksam gemacht worden, daß die Führung dieses Zeichens unter den heutigen Verhältnissen Anlaß zu'Mißdeutungcn gäbe; er habe das Zeichen daher entfernen lasten. Rcdaktionsfchlnß: 26. September J$2|. Verantwortlich für Redaktion. Verlag und Inserate: Dr. Walter Leiser, Berlin SW 68. Rotationsdruck: Möller & Borcl GmbL)., Berlin SW 68.