Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Der Kern der Sache
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 314 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2316602-2316912-2316920-2358944--32293-2358993- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
314 3m deutschen Aeich 4 Ln der Lage, uns unsere Aufgaben selbst zu stellen. Die Derleidigung muß sich nach d e in 21 n g r i f f r i ch t e n. Bei uns müssen umgekehrt wie beim Kaufmann die Mittel sich nach dem U m fang unserer 21 u f g a b e n richten. Das klingt außerordentlich überheblich. Und mir ist verschiedentlich schon entgegengehalten worden, daß man bei der vielfachen Inanspruchnahme unserer Glaubensgenossen nicht auch noch für den Eentralverein große Beträge fortlaufend verlangen dürfe. Mas sind große Beträge.? Mas müssen wir verlangen, was können wir verlangen? Ich habe in zahlreichen Versammlungen die Forderung eines Durchschnittsbeitrages von 100 M. jährlich gestellt. Man hat zunächst den Kopf geschüttelt, und wenn man mich angebört hatte, dann hat man mit dem Kopf genickt und hat das Geforderte gegeben. Könnten wir unseren Etat auf einen Durchschnittsbeitrag von ioo Mark stellen, so würde unsere Berliner Zentrale allen ihren Aufgaben gerecht werden können. Ls würden außerdem noch die Zweigbureäus in den Landesverbänden bestehen können, und es würde auch noch für die Ortsgruppen etwas übrig bleiben. Denn die Zahlen, die ich vorhin für die jährlichen Einnahmen und Ausgaben angab, bezogen sich nur auf den Etat unserer Berliner Zentrale. Ich habe unsere Leistungen mit denen der Arbeiterschaft für ihre Organisationen verglichen, und dieser Vergleich fällt für die berühmte jüdische Opferwilligst beschämend und vernichtend aus. In demselben Jahre 1919, in dem wir 5,96 M. Einnahme, M. Ausgabe und 8,19 M. Defizit hatten, halten die Freien G e werkschäften im Gesamtdurchschnitt 42,\o M. Einnahme und nur 56,76 M. Ausgabe auf den- Kopf, und selbst die bedeutend schwächeren christlichen Gewerkschaften hatten 29,84 M. Einnahme und nur 2;,68 M. Ausgabe. Sieht man sich die einzelnen Gewerkschaften für das Jahr 1919 an, so will ich gar * nicht reden von den Buchdruckern mit \2b M. Jahresbeitrag, auch nicht von den Zimmerern mit 65,85 M., den Transportarbeitern mit 50,?4 M., den wahrhaftig nicht allzu glänzend dastehenden Landarbeitern mit 57,64 M. Ich stelle nur eine Zahl hin, und die spricht Bände: In dem Jahre 190)' in dem unser Durchschnittsbeitrag 5,98 M. betrug, war der Durchschnitt bei der schwächsten Gewerkschaft der Hausangestellten 7,35 211« Ich höre oft, - man könne einen Beitrag von 500 M. nicht verlangen, das trügen die Schultern nicht. Da wird der Begriff des Durchschnitts!) eit rages verkannt. Menn ein wohlhabender Mann 500 M. gibt, und 4 Minderwohlhabende je 60 M., so gibt das im Durchschnitt 100 M., und von wirklich reichen Leuten können wir unbedenklich Beiträge von tooo M. und mehr erwarten, und erfreulicherweise haben wir neuerdings eine steigende Anzahl von Mitgliedern, die; 000 unb 2000 M. jährlich