Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Der Kern der Sache
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 312 (sequence 3)
- Language
- German
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812 3m deutschen Reich soweit seine Kraft und seine Kenntnisse reichen. Jeder hat zu dieser Art der Selbstverteidigung die Pflicht, aber ausreichen kann diesesallesnicht. GegenOrganisationhilftnur Organisation, und diese Organisation ist für uns der Central, verein. Aber ich habe meine ernsten Zweifel, ob alle unsere Mitglieder wisscir, was denn eigentlich eine Organisation bedeutet. £7 x er konnten w i r viel von den Organisationen der Arbeiter und Ange st eilten lernen, nicht zum wenigsten auch von solchen, die uns feindlich sind. Organisation ist Zusam. menfassung der Kräfte vieler Einzelner, ist Zusammenarbeit, ist vor allen Dingen Bereitstellung von Mitteln, damit be. sondere Kräfte arbeitsteilig sich der Arbeit für die Gesamtheit voll widinen können, für die der Einzelne doch nur d i e Zeit übrig hat, die sein sonstiger Beruf rinn frei lagt, wir müssen der feindlichen Literatur eine Literatur von Aufklärungs. schriften entgegensetzen, wir niüsscn den zahllosen, meist unbegründeten Gerüchten, die durch eine große hetzpresse hindurchgeschleift werden, nachgehen, wir müssen unsere Glaubc::sgcnossen schulen, damit sich jeder einzelne von ihnen gegen Angriffe besser wehren kann. All dies muffen wir und noch viel mehr. Tun wir es? Tut es der Centralverein? Keine Frage hört man häufiger bei unseren Glaubensgenossen, als die: „was t u 1 d e r Centralverein?" Liebe Freunde, die Antwort ist außerordentlich einfach: „Der Lentralverein tut alles das, was zu tun ihm feine Mitglieder ermöglichen." Aus nichts kann nichts werden, das ist ein alter Satz, und wer sich vor Augen hält, welche Mittel unsere Gegner zur Verfügung haben, ich meine, welche materiellen Hilfsquellen, der kann sich ungefähr ein Bild davon machen, welche Mittel wir brauchen, um dieser Sturmflut feindlieber Angriffe einen entsprechenden Deich entgegenzusetzen. wir haben die allerschönsten Aufklärungs- und Abwehrschriften hergestellt, aber was nutzt es uns, wenn wir davon wenige Tausend verbreiten können gegenüber einer gegnerischen Flut von Zehntausenden und Hunderttausenden, wir sehen ein, daß wir bedeutend mehr leisten müssen. Aber wir können nicht mehr leisten, da wir die Grenze unserer Kraft als Organisation nicht nur schon erreicht, sondern bereits überschritten haben. Mit anderen Worten, um unseren Aufgaben Nachkommen zu können, haben wir seit geraumer Zeit mehr ausgegeben, als wir eingenommen haben. Der Kaufmann nennt so etwas Defizitwirtschaft, und ein Unternehmen, bei dem dieser Fall eintritt, muß zusammenbrechen, es sei denn, es werde saniert. Ich fürchte sehr, . daß der ungeneigte Leser jetzt nicht weiterlesen will, weil er einen. Appell an seinen Geldbeutel befürchtet. Ich bitte ihn aber trotzdem noch um