Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Im deutschen Reich
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 298 (sequence 4)
- Language
- German
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299 3m deutschen Reich Die wohlhabenden Juden müssen sich darüber klar sein, daß ez nur zwei Wege gibt, die der Jude der Jetztzeit einschlagen kann: Entweder duldet man stillschweigend — das ist der Standpunkt des Ghettojuden —, oder man wehrt sich mannhaft —, das ist der einzige Standpunkt, der uns die -Achtung der Gegner verschafft. Der einzelne kann sich aber gegen eine ganze Schar von Feinden ebensowenig wehren, als gegen die fyftcmatisch gehäuften und täglich aufs neue vorgebrachten Anwürfe der gewissenlosen Berufshetzer. Da hilft nur die Organisation, und zwar nur eine solche Organisation, die in unermüdlicher Tätigkeit die Kampfmittel bereit hält. Dr. Gustav Feldmann, Stuttgart, Vorsitzender des Landesverbandes ID'ii rttcinbcr g. Jeder Familienvater ist verpflichtet, gegen Brandschäden sein Haus zu sichern und tut es oftmals unter Opfern. Das Haus, das wir als jüdische Gesamtheit bewohnen, ist von antisemitischen Brandstiftern u m l a g e r t. Jüdischer Familienvater, zögerst Du da noch, Opfer zu bringen, um das Haus vor Schaden zu bewahren? hüte Dich, daß Du nicht durch Dein Säumen zum Verbrecher an Dir, Deiner Familie und der jüdischen Gemeinschaft wirft! Opfere: Aechtsanwalt Fleischer, S ch n e i d e m ü h!, Vorsitzender des Landesverbandes G r e n z ma r t Die erfolgreiche Tätigkeit des T e n t ra 1 vc r• eins i\t unumgängliche Voraussetzung f ü r die menschenwürdige Existenz des deutschen Judentums und des deutschen Juden! Ohne Gleichberechtigung auf allen Gebieten gibt es keine Gewähr für die Freiheit! Tritt man dem Judenhaß nicht energisch entgegen, so ist die bürgerliche Freiheit ebenso in Frage gestellt wie die religiöse und die wirtschaftliche! Der Lentralverein baut sich auf dem Gedanken der Selbsthilfe auf. Damit wird jeder Jude zum Schmied seines und seiner Gemeinschaft Glück. Wöge jeder sich der vollen Größe dieser Verantwortung bewußt sein, viel Geld wird für gleichgültige, oft unnütze Dinge verschwendet, die nur dem Vergnügen, dem flüchtigen Genüsse gelten. Da käme es einer Bankrotterklärung gleich, wenn nicht jeder deutsche Jude reichlich spenden wollte für