Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Im deutschen Reich
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 297 (sequence 3)
- Language
- German
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Im deutschen Reich 297 Aum Kriegführen gehört Geld. Während die Gewaltherren der Großlandwirtschaft und der Schwerindustrie Millionen und aber Millionen hin geben, um ihre Vorherrschaft wieder aufzurichtcn, während die Arbeiter zäh und unermüdlich Mark auf Mar? Zusammentragen., um ihre Rechte zu schützen, versagt der Opfersinn der Mittelschicht allgemein gegenüber den politischen Parteien ihres Vertrauens, insbesondere aber der Opscrsinn der Juden, die der Mittelschicht angehören, gegenüber ihrem besten Vertreter im Lreiheitskampfe, dem Eentralverein. Seine machtvolle Stärkung und finanzielle Kräftigung ist aber eine Schicksalsfrage des deutschen Judentums. Rur denr Gentralverein mit seiner Organisation kann das Merk gelingen, von dem die Erhaltung unserer S t a a t s b ü r g e r r e ch t e entscheidend a b » b ä n g t. Dieses Merk ist die Durchdringung der breiten Massen in Stadt und Land mit der Erkenntnis, daß der Judenhaß ein Irrwahn und in seiner Wirkung ein Verbrechen ist, das noch schlimmer das gesamte d e u t s ch e Volk trifft wie nur die deutschen Juden. Gebt den Massen die Wahrheit, und sie werden den Judenhaß verachten und verlachen! Aufklärung kostet Geld. Darum, Juden und Jüdinnen, opfert mit aller Kraft für den Lentralverein. Jetzt ist Zeit zur Tat! S t a a t s r a t u n d I u st i z r a t Di*. Cohrr, Dessau, Vorsitzender des Landesverbandes Anhalt. Durch Kamps und Opfer hindurch ist Inda seinen Weg gegangen bis heute, und noch immer nicht ist in der Welt die Kulturentwicklung auf einem Höhepunkt angelaugt, wo das reine Menschentum als höchstes über der Parteien tzaß und Neid triumphiert. Die deutsche Iudenheit steht mitten in ihrem gigantischsten Kampf um Freiheit und Existenz. Opfern heißt heute die^parole in erhöhtem Maße. Die deutsche Iudenheit, heute sei sie ein einigestzeervon Pionieren, die in ernster Opferbereitschaft die Bausteine schaffen für den Damm gegen die Schlammfluten des Judenhasses. So wird die Opferwoche zum Prüfstein werden der Erkenntnis und der Tat. Möge jeder Jude in Deutschland diese Prüfung bestehen! Bernhard B. FeLlcherrfeld, Köln a. Rh., Vorsitzender des linksrheinischen Landesverbandes.