Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1921)
- Article
- Opferwoche
- Date
- 1921-10-01
- Page
- 283 (sequence 3)
- Language
- German
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Gpferwocbe 233 staatsbürgerlichen Rechte in Deutschland unberechtigt sein mag, so unterliegt es doch keinem Zweifel, daß ein Anwachsen der Gegnerschaft gegen das Judentum Beschränkungen in der A u 5 ü b u n g -unserer religiösen Pflichten leicht herbeisühren kann. Ls liegt daher im Interesse meiner spezielleren religiösen Gesinnungsgenossen, der Bekenner des g e s e tz e s t r e u e n Judentums, dahin zu streben, daß die Macht der Antisemiten gebrochen wird; und hierfür ist keine Organisation geeigneter wie der „Gentralvcrein deutscher Staatsbürger". Darum richte ich an alle meine Gesinnungsgenossen die herzliche und dringende Bitte, während der vom Gentralvcrein abgehaltenen Mpserwocbe sich mit allen Kräften für ein gutes Gelingen einzusetzen. Je mehr der Lentralverein in die Lage versetzt wird, sein Programm durchzusühren, um so gesicherter wird au oh uns die Betätigung unserer religiösen Pflichten sein. Dr. Meier Hildesheimer. * * Dürfe sagen, wir wollen nicht mit Buch arbeiten, denn geaenüler der außerordentlichen Macht unserer Gegner ist jede Anstrengung, die wir wenigen anfbieten können, vergebens. Diele sagen auch, wir können nicht arbeiten, denn wir sind nicht geschult genug, und wir wissen nicht, was wir tun sollen. Die einen wie die anderen haben unrecht, und es ist an uns, sie zu belehren, daß ihre Gedanken nicht die rechten sind. Nicht die Zahl der Gegner mcicM ihre Macht aus. Macht ist zusammengesaßter Mille. Marum sollen wir nicht einen. gleich starken Millen aufbringcn wie die Gegner? Mir scheint sogar, daß es leichter ist, sich aufzuraffcn zum Mampf gegen den lhaß und gegen die Ungerechtigkeit, als zu vernichten und niederzurcißcn. Uur ein Blick zurück auf lange Jahrhunderte jüdischer Geschichte überall da, wo Juden gelebt haben, lehrt, daß es nicht unsere zahlenmäßige Uebeelegenheit war, die uns über unsere Gegner erhob, sondern unser Mille, der in der Bekenntnis unseres Rechtes wurzelte. Die Dinge haben sich auch heute nicht geändert. Deshalb hinweg mit allem Kleinmut; jeder einzelne wolle die Arbeit; dann fehlt auch die, Macht nicht. Und die anderen, die vorgeben, sie wüßten nickst, was sie arbeiten sollen? Klingt das nicht wie eine Ausrede? Die zahlreichen Broschüren, Abhandlungen, Dorträge geben jedem die Möglichkeit, sich zu unterrichten, und zwar auch nach der Richtung, die ihm besonders behagt. Dieses Studium darf man aber um derentwillen nickst scheuen, weil gewiß ohne Dorkenntnisse es nicht angenehm