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Im deutschen Reich · 1921-09-01 · Heft 9 (September 1921) · p. 259

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 9 (September 1921)
Article
[Ohne Titel]
Date
1921-09-01
Page
259 (sequence 6)
Language
German
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Qubifcfic Nundlchau 259 Persassung wurde zum Gesetz erhoben, wenige Tage, nachdem der erste Präsiden! der Pariser Alliance israelite universelle, der französische Senator Adolphe Cr 4 mieux, damals auf der Höhe seines europäischer Ruhmes stehend, in Bukarest vor Abgeordneten und Ministern die Sache der Juden geführt, glänzende Rednertriumphe gefeiert, vom Fürsten in feierlicher Audienz die besten Zusicherungen erhalten und die rumänische Hauptstadt mit der festen Ueberzeugung verlassen hatte, seinen Glaubensgenossen volle politische und bürgerliche Gleichberechtigung gesichert zu haben. Seither begann für die Juden in Rumänien eines der schwärzesten, an das Mittelalter gemahnenden Kapitel der jüdischen Geschichte. Rechtsbeschränkungen, Austreibungen, Vergewaltigungen folgten einander und brachten die jüdischen Massen an den Bettelstab. Am schlimmsten wüteten die A u s n a b m e g e s e tz e, die sämtliche Juden vogelfrei machten, was um so leichter geschah, als sie ja ohnehin von Rechts wegen heimatlos waren. Pogrome, Verfolgungen von seiten der Regierungs- Mitglieder und Freunde des Centralvereins werden dringend gebeten» sich umgehend der zuständigen Ortsgruppe zur Verfügung zu stellen. Der vorbereitende Ausschuß für die Opferwoche. organe und des Pöbels häuften sich> Blutbeschuldigungen traten auf. Tie verzweifelten Notschreie wollten nicht verstummen. Aber die großen jüdischen Persönlichkeiten in Paris' und London kämpften wie die Löwen und wurden nicht müde, alle Hebel der W e l t p o l i t i k zugunsten ihrer unterdrückten Bruder in Bergung zu setzen. Einmal nach dem andern wurden in Paris, London, Brüssel und Wien Konferenzen, „Reunions" und Kongresse über die rumänische Sache abgehalten. Das ganze diplomatische Korps der Großmacht; schritt allemal in Bukarest ein, der österreichisch-ungarische Generalkonsul Dr. v. Eder tat dies in einem besonders krassen Fall ausnahmsweise sogar mit Erfolg. In den Parlamenten von London, Paris und Wien bildeten die Juden Rumäniens den Gegenstand ständiger Interpellationen und erregter Debatten, in denen jedesmal die leitenden Staatsmänner zugunsten der Juden Erklärungen ebgaben, deren humane und liberale Gesinnung in hellstem Licht erstrahlte. Einige Male intervenierten Kaiser Napoleon III. und die Königin Viktoria; einmal tat das sogar Kaiser W i l h e! m 1.» und hatte, obgleich er seine Fürsprache in eine für die Juden sehr unfreundliche Form kleidete, den ausnehmlichen Erfolg, daß einige Pogromopfer, die obendrein zu schweren Kerkerstrafen verurteilt waren, vom Fürsten Carol begnadigt wurden. — Das dauerte so, mit geziemenden Kunstpausen, bis zum Ausbruch des Russisch-Türkischen Krieges 1876. Wir besitzen aus diesem Jahrzehnt eine stattliche Reihe ron Bänden, voll mit diplomatischen Urkunden, Briefwechsel zwischen den Kabinetten und den großen jüdischen Weltpolitikern, diplomatische Noten an die rumänische Regierung, Rechtsertigungsschreiben der letzteren und dergl. ES ist eine Wie die Wett. Politik für di, rumänischen Juden kämpftr

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