Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 9 (September 1921)
- Article
- [Ohne Titel] / K. A.
- Date
- 1921-09-01
- Page
- 251 (sequence 4)
- Language
- German
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Zcilscha:; ü51 klärung gesorgt, es wäre mancher, der sich jetzt dem Antisemitismus verschworen hat, zurückgehalten worden. Es gibt eben Dinge, die man zu spät einsirht, und leider machen sich auch viele Juden die Sache dadurch sehr leicht, daß sie die Ursache des Antisemitismus nicht da suchen, wo sie allein zu finden ist. Es ist gewiß außerordentlich bequem, weil cs von mancher unangenehmen Arbeit dein Gegner gegenüber abhält, dem lieben Nächsten bei jeder Gelegenheit recht krästig eins . auszuwischen. Dazu darf das, was wir „Innere N i s s i o n" nennen, nicht ausarten. „Innere Mission" ist gewiß, wenn sie in der richtigen Weise und von der richtigen Stelle ausgeübt wird, etwas ungemein Gutes und ungemein Nützliches und sicherlich gerade in der Zeit eines übertriebenen Mitglieder rmd Freunde des Tentralvereins werden dringend gebeten, sich umgehend der zuständigen Ortsgruppe zur Verfügung zu stellen. Der vorbereitende Ausschuß für die Spferwoche. Luxus einzelner etwas sehr Heilsames, vor allem aber etwas, das zur Verwirklichung Arbeit verlangt. Aber „Innere Mission" ist keine Entschuldigung wegen Untätigkeit und kein Allheilmittel. Man soll sich davor hüten, Folgeerscheinungen als die Ursache anzusehen, wenn die Dinge umgekehrt liegen, wenn nämlich der Judenhaß das Primäre und dic zu tadelnde Eigenheit einzelner Juden das Sekundäre ist, auch wenn der Zeitraum, über den sich Ursache und Wirkung erstreckt, Jahrhunderte umfaßt. NichkZ soll i:ü Schutz genommen werden, was des Tadels bedarf. Aber es soll auch nicht vergessen werden, daß der verspätete Eintritt der Juden in die Kultur der modernen Zeit, das wird jedermann zugeben, einzig und allein das Werk der Judenfeinde ist. Kultur aber ist etwas, das man restlos nicht von heute aus morgen, sondern durch Menschenalter hindurch in sich aufnimmt. Und man sollte ferner nicht vergessen, daß der Judenhaß immer in dem Augenblick auflodert, in dem man am wenigsten Zeit hat, darauf zu achten, was Juden tun, sondern in dem man sehr schnell ein Feuer braucht, um hinter seiner Flamme sich und seine Taten zu verbergen.