Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Article
- Zur Ostjudenfrage
- Date
- 1921-07-01
- Page
- 217 (sequence 4)
- Language
- German
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Zur Ostjudenfrage 217 „Wir erlauben uns die Anfrage, ob Sie uns wieder etwa 10 kräftige Leute für unser Schotterwerk schicken können. Die bis jetzt dort gewesenen Arbeiter gehen in ihre Heimat Zurück, weshalb wir uns um Ersatz bemühen." Die Zahl solcher Zeugnisse läßt sich vervielfachen. Es mag darauf hillgewiesen werden, daß nach den Statistiken des Arbeiterfürsorgeamtes und des Arbeitsamtes Berlin von den in Deutschland noch befindlichen, neu hinzugewanderten Ostjuden nur 13 Prozent im Handel beschäftigt sind, während die ganz überwiegende Mehrheit im Handwerk, in der Industrie und in der Landwirtschaft als Arbeiter eine Existenz gefunden haben. Die Statistiken des Arbeiterfürsorgeamtes und des Arbeitsamtes beruhen bei den Zentralen dieser Organisation auf einem durchgearbeiteten Material über etwa »10 000 Menschen, so daß sie einen erheblichen Wert besitzen. Zweifellos wird sich der Prozentsatz der Händler durch die Bemühungen der genannten Organisationen auch in Zukunft weiter, wie bisher, verringern. Es muß darauf hingewiesen werden, daß die in der Presse veröffentlichten Zahlen über die Tausende von kriminellen Ostjuden erfunden j Freiwillige Helfer für die Opferwoche, stellt Euch sofort in Massen £itret zuständigen Ortsgruppe zur Verfügung. Für besonders verdienstvolle Mitarbeit werden vom Vorstände Künstlerische Ehrendiplome verliehen. sind, daß, nachdem nunmehr nach langen Verhandlungen der betreffenden Regierungsstellen untereinander ein Internierungslager für lästige Ausländer errichtet worden war, vom §8. Februar bis 30. Juni 1921, also in einer Zeit voll vier Monaten, noch nicht einmal 80 kriminelle Ostjuden in dieses Lager gebracht worden sind. Der mehrheitssozialistische Minister Severing war es, der nach dem Aufstand im Ruhrgebiet im Jahre 1920 Vertretern des Arbeiterfürsorgeamres gegenüber ausdrücklich festgestellt hat, daß von irgendeinem H e r v o r t r e t e n der o st j ü d i s ch e n Arbeiter in der Bewegung keine R e d e sein könne. DRr sächsische Minister des Innern hat, als er über die Beilegung in Mitteldeutschland im Plenum des" sächsischen Landtages nach den Unruhen im Frühjahr 1921 referierte, erklärt, daß sich nicht ein einziger Ostjude an der Bewegung beteiligt habe. Die deutsche Judenheit hat die Aufgaben, die für sie aus der ostjüdischen Einwanderung entstehen, erkannt. Die verschiedensten im deutschen Judentum vertretenen Richtungen und Parteien haben sich zusammengeschlossen, um ein Werk der notwendigen Hilfe zu erfüllen. Die altbewährten Hilfsorganisationen, wie der tzilfsverein der deutschen Juden und die Großloge haben sich mit den politischen Organisationen der verschiedenste n Richtungen zusammengeschlossen, um gemeinsam dieses Werk einer praktischen sozialen Arbeit für die Ostjuden