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Im deutschen Reich · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · p. 206

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Article
Rasse und Judentum
Date
1921-07-01
Page
206 (sequence 5)
Language
German
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206 Im deutschen Reich wohl gefährdet werden, und ihre Verwirklichung mag dahinschwiuden, wenn der Versuch fortgesetzt wird, aus Palästina ein modernes jüdisches Staats wesen zu machen, wofür die natürlichen Voraussetzungen fehlen, jene Voraussetzungen, die die Natur selbst zu Liefern hat, und nicht weniger die politischen Voraussetzungen, seitdem England diese Gebiete als wichtiges strategisches Bindeglied zwischen Asien und Afrika beherrscht. Das politische Problem, das sich für das Judentum ergäbe, ließe sich kurz so umschreiben. Es wird erstrebt: Zwischen Araberturn und Islam aus der einen Seite und Angelsachsentum und Christentum auf der anderen Seite, innerhalb eines winzigen Territoriums, ohne erhebliche natürliche Hilfsmittel, ein selbständiges Gemeinwesen von eigenartiger Kultur durch vielfach sehr verschiedenartige, stark auseinanderstrebende jüdische Elemente aufzubauen. Daß diese Aufgabe zu lösen sei, erscheint mir unmöglich; aber zu erreichen ist vielleicht ein anderes Ziel unter Ausschaltung politischer A s p i - ra Lianen; und zwar: der friedliche Ausbau einer jüdischen Kultur in Palästina unter Vermeidung des Versuches, zwischen Mohammedaner- und AraberLum und christlichem Angelsachsentum Raum zu schassen für ein politisches Eigenleben der Juden. Wir leben in der Zeit der Riesenreiche, die von Millionen und Millionen politisch vereinter Staatsbürger bewohnt werden. Es heißt, die Weltentwicklung verkennen, zwischen diese Riesenreiche winzige, man mochte sagen, fast mikroskopische, selbständige Staaten einschalten zu wollen. Kautsky faßt solche Gedanken, die auch die sernigen sind, in die Worte zusammen: „Der Zionismus ist eben keine fortschrittliche, sondern eine reaktionäre Bewegung. Er will nicht in der Linie der notwendigen Entwicklung wirken, sondern dem Rad dieser Vorwärtsbewegung in die Speichen fallen." Und an anderer Stelle sagt er vorausschauend von der zionistischen Politik: „daß sie im Grunde nichts anderes bewirkt, als daß sie mit ungeheuren Kosten und den größten Opfern der Beteiligten diese aus Gebieten, in denen die Judenpogrome ihrem Ende entgegengehen, in Gebiete transportiert, in denen solche Pogrome mit größter Macht einsetzen werden, wenn das zionistische Programm auch nur einigermaßen zur Ausführung kommt." Die blutigen Vorgänge in Jerusalem und jetzt in Jaffa erweisen die Wahrheit der Worte von Kautsky. Und noch in einem weiteren Punkte von entscheidender Wichtigkeit stimme ich durchaus der Kautskyschen Auffassung zu. Die östliche Judenfrage wird nur im Osten selbst, wird nur in den Randstaaten und vor allem in Rußland gelöst werden. Keine Auswanderung kann viele Millionen Juden zu einer besseren Existenz in glücklichere Gegenden hinüoerführen. Gebiete, in denen solche Massen mit Schnelligkeit ihr Fortkommen fänden, stehen nicht

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