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Im deutschen Reich · 1921-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1921) · p. 205

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Journal
Im deutschen Reich
Volume
27 (1921)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1921)
Article
Rasse und Judentum
Date
1921-07-01
Page
205 (sequence 4)
Language
German
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Rasse und Judentum 205 Kautsky sagt: „In Pa!ästina waren . . . die Bedingungen für die Industrie so ungünstig wie nirgends. Das Land lieferte bisher keine Kohle, keine Rohstoffe, weder Erze, noch Textilstoffe, noch Holz, wenig Lebensmittel, deren Preise bei wachsender Einwanderung sofort stiegen, keine Transportwege, kein schiffbarer Fluß, kein guter Hafen, keine Straßen, keine Eisenbahn von Belang bis Zum Kriege.^ Meines Wissens ist Kautsky niemals in Palästina gewesen, und dann wäre er einer der wenigen, deren Blick frei von jeder religiös-mystischen Erregung, aus Büchern heraus die Lage so erfaßt hat, wie sie in Wirklichkeit ist. Palästina ist ein ganz schmaler Landstreifen zwischen Afrika und Kleinasien; begrenzt auf der einen Seite von der Wüste und auf der anderen Seite vom Mittelländischen Meer; winzig an Ausdehnung, ohne irgendwelche erheblichen Möglichkeiten natürlicher wirtschaftlicher Entwicklung, von einer gewissen düsteren Größe in seiner grau-braunen, steinigen Kargheit, die grün nur in der winterlichen Regenzeit überdeckt ist; ein Land, das ausschließlich der zur Besiedelung geeignet erachtet, den biblische Erinnerungen, sei es aus dem Alten, sei es aus dem Neuen Testament, gefangennehmen. Aber kein Landwirt und kein Industrieller unb kein praktischer Politiker, denen Sentimentalität fernliegt, wird sich als Feld seiner Tätigkeit in freier Wahl dieses Ländchen aussuchen. Hier zeigt sich die so merkwürdige und doch in der Geschichte der Juden so häufig wiederkehrende Tatsache, daß dieses Volk, in dem so starker realistischer Sinn steckt, gleichzeitig in sehr hohem Grade sentimental veranlagt ist. Ohne diese starke sentimentale Veranlagung wäre es undenkbar, daß innerhalb des Judentums der Zionismus jene Bedeutung hätte erlangen können, die er tatsächlich hat. Ein kluger, europäisch gebildeter Kopf wie Herzl schwankte erklärlicherweise, ob nicht Uganda, afrikanisches Gebiet mit ganz anderen wirtschaftlichen Aussichten, gegenüber Palästina zu bevorzugen sei. Aber die jüdische Sentimentalität triumphierte, und Palästina wurde gewählt. Ich tadle das nicht; nur wurden damit die Möglichkeiten für die Zukunft vollkommen verschoben. Ein brauchbares Kolonialland hätte Möglichkeiten für eine staatliche Entwicklung gegeben, die nur aus gesunden wirtschaftlichen Voraussetzungen ausgebaut sein kann. Das winzige Palästina, das für den wirtschaftlichen Aufschwung keine realen Unterlagen bietet, kann 'nur die Voraussetzungen für ein geistiges Zentrum des Judentums bei o p L i m i st i s ch e n Hoffnungen gewähren; auch diese Möglichkeiten unterschätze ich nicht, und habe ich nicht unterschätzt, sonst hätte ich an ihrer Verwirklichung nicht mitzuarbeiten versucht. Aber diese letztere Hoffnung kann Beachtet die Anzeige: Philo Verlag!

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