Im deutschen Reich
- Journal
- Im deutschen Reich
- Volume
- 27 (1921)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1921)
- Article
- Rasse und Judentum
- Date
- 1921-07-01
- Page
- 204 (sequence 3)
- Language
- German
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204 Im deutschen Reich Um nur von Europa zu reden, so treten die/starken Emslüsss fremder Kulturen auf die antike griechische Entwicklung mit steigender Deutlichkeit hervor; die Einflüsse Aegyptens und ein ganzer Kulturstrom vorn asiatischen Festland über Kreta und die Mittelmeer-Jnseln nach Griechenland sind rlargestellt. Die Mischung der Völker auf der Appenin-Halbinsel, darunter Völker von so selbständigem Charakter wie die Etrusker, steht fest und ist anS dem Aufbau des römischen Staates nicht sortzudenken. Dann hat das römische Kaiserreich eine Verschmelzung von Rassen, Völkern und Nationen in einem Umfang und in einer folgenschweren Wirkung vorgenommen, die nur ein Seitenstück in der Geschichte, und Zwar in der allermodernsten Geschichte hat. In Spanien tarn zur Vermischung unter römischer Herrschaft die lang anhaltende Durchsetzung mit dem Arabertum: dann der Einbruch germanischen Volkes. Frankreich ist aus dem Zusammenwachsen von Keltentum, Römertum, GertnanenLum erwachsen. In England ist die Mischung eine ähnliche. Nach Deutschland hinein fließt mongolisches und in außerordentlichem Ausmaß slawisches Blut. Die riesigen Gebiete Rußlands sind von Dutzenden und Dutzenden verschiedener Völkerschaften und von zahlreichen Rassen bewohnt, und das grandioseste Beispiel einer Völker- und Rassenmischung, wie sie nur noch das römische Weltreich auszuweisen hatte, vollzieht sich in den Vereinigten Staaten von Amerika. Indianer, Germanen, Romanen, Slawen, Juden, dazu nicht unerhebliche Bruchteile unmittelbar aus dem Orient eingewanderter Armenier, Syrer, Ostasiaten und schließlich die Negerbevölkeruug sind dort in einem gewaltigen Amalgamierungsprozeß begriffen. Und daß diese Mischung, die unaufhörlich sich vollzieht, ein übles Ergebnis für das SLaatsleben und für die Kultur ergibt, rann man nicht behaupten. Aus dem Bölkergemisch der Bereinigten Staaten, die gewiß darum nicht eine, völkische Einheit darstellen, weil dort überwiegend die nämliche Sprache, das Englische herrscht, geht eine Menschheit hervor, die „reinblütig" nicht ist, die gleichwohl einen hohen Typus zivilisierter Menschheit darstellt, und deren höchste Entwicklung noch der Zukunft Vorbehalten zu sein scheint. Für die Völker uv<b Nationen ist es Offensichtlich, unb für die einzelne Familie würde es offensichtlich sein, wenn man die Blutmischungen herüber und hinüber im einzelnen zu verfolgen imstande wäre, daß Rassen, Völker, Nationen sich beständig in einem Mischungsprozeß befinden. So war es immer; nur mit dem Unterschiede, daß dieser Mischungsprozeß sich in der Vergangenheit vielfach langsam und vielfach nur stoßweise vollzogen hat, während er in unserer Zeit durch die unaufhörliche, friedliche Völkerwanderung auf ungezählten Landstraßen, ans Eisenbahnen, auf Dampfschiffen das Alltägliche geworden ist; das was sich an jedem Tage in ungezählten Fällen vollzieht. Gab es niemals „reine Rassen", so gibt es sie heute zweifellos weniger als je. Das zweite große Problem, das Kautskh beleuchtet, ist das Problem der Besiedelung Palästinas durch Juden.